bedeckt München 30°

Demonstrationen:Der Protest flaut ab

Zu den Demonstrationen gegen die in der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen kamen am Wochenende deutlich weniger Teilnehmer als erwartet. Dennoch wurden auch einige Menschen wegen Verstößen gegen die Regeln festgenommen.

In vielen deutschen Städten haben am Wochenende wieder Menschen gegen die in der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen demonstriert. Allerdings kamen meist deutlich weniger Teilnehmer als erwartet. In Berlin waren die Versammlungen zumeist kleinteilig. Etwa 180 Menschen wurden nach Polizeiangaben vorübergehend in Gewahrsam genommen. Ermittelt wird laut Polizei unter anderem wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln. Vorübergehend festgenommen wurde auch Fernsehkoch Attila Hildmann, der später eine Kundgebung unweit des Kanzleramtes abhielt.

In Hamburg kamen rund 750 Menschen zu einer Veranstaltung unter dem Titel "Mahnwache für das Grundgesetz". Mehrere Hamburger Organisationen hatten zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Am Rande dieser Kundgebung setzte die Polizei einen Wasserwerfer ein, um einen nicht genehmigten Gegenprotest aufzulösen.

Die in München groß angekündigte Demonstration gegen die Corona-Politik fiel buchstäblich ins Wasser. Kurz vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung auf der Theresienwiese fegte ein Gewittersturm über das Gelände, sodass sich die Veranstalter dazu entschlossen, ihre Protestaktion abzusagen. An einem Protestzug in Stuttgart nahmen am Samstag mehrere Dutzend Menschen teil, auf dem Wasen kamen weitere hinzu. Dort hatten vor einer Woche noch rund 5000 Menschen am Protest eines anderen Veranstalters teilgenommen. Auch die AfD demonstrierte in Stuttgart gegen die Corona-Beschränkungen - trotz eines ursprünglichen Verbots der Stadt gegen den Protest am Sonntag. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) gab einer Beschwerde der AfD in Teilen statt. Auf dem von der Polizei weiträumig gesicherten Platz warf die AfD-Landesvorsitzende Alice Weidel der Bundesregierung vor, aus allen Kritikern Verschwörungsanhänger zu machen.

© SZ vom 25.05.2020 / dpa
Zur SZ-Startseite