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Demonstrationen - Berlin:Demo für Europa: Tausende gehen in Berlin auf die Straße

Berlin (dpa/bb) - Viele Tausend Menschen haben am Sonntag in Berlin gegen Nationalismus und Ausgrenzung demonstriert. Der Protestzug startete am Alexanderplatz und erreichte am Nachmittag den Großen Stern im Tiergarten. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 20 000 Menschen an der Demo unter dem Motto "Ein Europa für alle". Angemeldet waren 50 000 Teilnehmer. Anlass ist die Europawahl in einer Woche. Aufgerufen hatten zahlreiche Initiativen und Gruppen.

Am Endpunkt der Demonstration war für den Nachmittag auf einer großen Bühne eine Kundgebung mit mehreren Redebeiträgen geplant. Parteien und verschiedene Organisationen waren mit Ständen vertreten. In der Nähe der Siegessäule wurde zudem ein Flüchtlingsboot aufgestellt, das den Angaben zufolge 2017 vor der libyschen Küste geborgen wurde.

An dem Protest beteiligte sich ein breites Bündnis - viele Familien und Kinder waren dabei. Der Zug wurde begleitet von Sprechchören. Nach Polizeiangaben blieb alles friedlich. Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, war auch ein Hubschrauber im Einsatz, um einen Überblick über die Demonstrationen zu erhalten.

Zeitgleich zogen Berliner Künstler und Vertreter von Kultureinrichtungen mit einem eigenen Demonstrationszug von der Volksbühne zum Platz des 18. März am Brandenburger Tor. Hier sprachen die Veranstalter von 5000 Teilnehmern. Zur Demonstration waren Redebeiträge des Schriftstellers Ingo Schulze, des Warschauer Theaterintendanten Paweł Łysak sowie des Künstlers Wolfgang Tillmans angekündigt, der für seine Fotografien den britischen Turner Prize gewonnen hat.

Weitere Demonstrationen waren nach Angaben der Organisatoren auch in anderen deutschen Großstädten geplant - sowie in 42 Städten in 12 weiteren Ländern. In Köln fand demnach mit 45 000 Teilnehmern die größte Demonstration in Deutschland statt. Auch in Hamburg, Frankfurt/Main oder München gingen Tausende auf die Straße.