Demokratische Republik Kongo:Der Zahn meines Vaters

Lesezeit: 11 min

Demokratische Republik Kongo: Lange dachte Juliana Lumumba, von ihrem Vater sei nichts mehr übrig. Dann sah sie im Fernsehen, wie ein Belgier zwei Zähne in die Kamera hielt.

Lange dachte Juliana Lumumba, von ihrem Vater sei nichts mehr übrig. Dann sah sie im Fernsehen, wie ein Belgier zwei Zähne in die Kamera hielt.

(Foto: Bernd Dörries)

Belgien und den USA gefiel es nicht, dass Patrice Lumumba den Kongo in die Freiheit führen wollte. Er wurde ermordet und in Säure aufgelöst. Besuch bei seiner Tochter, die gerne begraben würde, was von ihm übrig geblieben ist.

Von Bernd Dörries, Kinshasa

Juliana Lumumba sitzt in einem Stuhl ihres Hauses in Kinshasa, schaut in den Garten, wischt sich mit einem Tuch über die Augen. Immer wieder. Man könnte sie sich als eine sehr traurige Frau vorstellen, wütend, verzweifelt. Ach was, ganz im Gegenteil, sagt sie, lacht, keine Tränen. Sie gießt aus einem Fläschchen künstliche Tränenflüssigkeit nach, damit die Augen nicht so trocken werden. Hinter ihr steht eine kleine Kommode, darauf eine Fernbedienung für die Klimaanlage, es ist wieder mal stickig heiß.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Mandy Mangler
Gesundheit
»Nennt eure Vulva so oft wie möglich beim Namen«
YALOM S CURE, (aka IRVIN YALOM, LA THERAPIE DU BONHEUR), Irvin Yalom, 2014. First Run Features / courtesy Everett Collec
Irvin D. Yalom
"Die Frage ist, ob es glückliche Menschen gibt"
Timothy Snyder
"Postkoloniale Staaten gewinnen immer"
Planetare Grenzen
Wann ist Weltuntergang?
Arbeitslosigkeit
"Ohne Sanktionen tanzen uns Hartz-Empfänger auf dem Kopf herum"
Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB