Fast drei Viertel der Deutschen befürworten grundsätzlich den Einsatz von Kampfdrohnen in bewaffneten Konflikten. In einer Forsa-Umfrage für die Zeitschrift Internationale Politik sprachen sich 12 Prozent der Befragten für eine generelle Erlaubnis aus, 59 Prozent plädierten für einen Drohnen-Einsatz unter bestimmten Bedingungen, etwa zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr. Nur 27 Prozent der Bundesbürger wollen bewaffnete Drohnen generell verbieten.
Vor allem Anhänger der Grünen und der Linkspartei sind mit 35 Prozent beziehungsweise 45 Prozent gegen den Einsatz bewaffneter Drohnen. Für eine prinzipielle Ächtung plädieren außerdem Ostdeutsche häufiger als Westdeutsche und ältere häufiger als jüngere Befragte. Während jeder Dritte über 60 ein Verbot befürwortet, tut das nur knapp jeder Sechste in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre.
In der Debatte um die bewaffneten Drohnen kam allerdings eine Studie vor zwei Wochen zu einem Ergebnis, das auf eine andere Stimmung in der Bevölkerung hinzudeuten schien: Einer Forsa-Umfrage für das Magazin stern zufolge sprachen sich immerhin 61 Prozent der Befragten gegen den Ankauf von Kampfdrohnen für die Bundeswehr aus, nur 36 Prozent waren dafür.
Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) wirbt seit längerem für den Kauf von Kampfdrohnen. Er will damit unter anderem deutsche Soldaten im Einsatz schützen. Erst am Mittwoch verwies de Maizière in einer Diskussion mit Kirchenvertretern auf Vorteile des Waffensystems. Wenn unbeabsichtigte Schäden vermieden werden sollten, dann sei es "zwingend erforderlich", zielgenauere Waffen einzusetzen. Der Vorwurf, der Kampfdrohnen-Einsatz befördere gezieltes Töten, sei nicht gerechtfertigt. Es gehe vielmehr darum, unbeabsichtigtes Töten zu vermeiden.
Die Entscheidung über den umstrittenen Kauf von Kampfdrohnen für die Bundeswehr wurde allerdings entgegen des von de Maizière favorisierten Zeitplans erst vor zwei Wochen in die neue Legislaturperiode vertagt. Koalitionspolitiker und der Bundeswehrverband hatten sich gegen eine baldige Entscheidung des Parlaments ausgesprochen. Kritiker haben vor allem ethische Bedenken gegen den Einsatz "ferngesteuerter Kampfmaschinen".