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Debatte um hohe Bezüge:Merkel warnt vor Maßlosigkeit bei Managergehältern

Angela Merkel warnt vor Maßlosigkeit bei Gehältern von Managern

Merkel unterstützt Pläne in der EU, zum Teil extrem hohe Bezüge in der Finanzwirtschaft zu begrenzen.

(Foto: REUTERS)

Der Ruf nach Grenzen für Managergehälter wird lauter. Kanzlerin Angela Merkel entdeckt das Thema für den Wahlkampf und spricht sich gegen Maßlosigkeit aus. So etwas dürfe in einer sozialen Gesellschaft nicht sein.

In der Diskussion um Managergehälter hat Kanzlerin Angela Merkel vor extremen Auswüchsen gewarnt. "Maßlosigkeit darf in einer freien und sozialen Gesellschaft nicht sein", sagte Merkel der Chemnitzer Freien Presse. Deswegen unterstütze sie etwa Pläne in der EU, extrem hohe Bezüge in der Finanzwirtschaft zu begrenzen.

Angesichts niedriger Einkommen für einige Arbeitnehmer bekräftigte Merkel, dass sie gegen einen allgemeinen, gesetzlichen Mindestlohn ist, der von der Opposition gefordert wird. Stattdessen brauche man Lohnuntergrenzen, die die Tarifpartner bestimmten. "Und ich arbeite daran, dass wir hierbei in dieser Legislaturperiode auch noch vorankommen", sagte die CDU-Chefin.

Mehr Transparenz bei der Vergütung

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer, hatte angekündigt, dass die Koalition noch vor der Bundestagswahl eine Regelung zur Manager-Vergütung beschließen will. Angepeilt werde aber keine gesetzlich festgelegte Obergrenze für Gehälter und Boni, sondern ein aktienrechtlicher Weg, bei dem die Hauptversammlung über die Vergütung entscheiden solle, sagte der CDU-Politiker.

Auch der FDP-Parteitag hatte sich am Wochenende dafür ausgesprochen, den Aktionären in der Hauptversammlung mehr Einfluss auf die Vergütung des Managements ihres Unternehmens zu geben. Vergütungen der Vorstände "oberhalb bestimmter Rahmenbedingungen und Beträge" sollten an die Zustimmung durch die Gesellschafter geknüpft werden.

Auf die politische Agenda gekommen ist das Thema durch eine Volksinitiative in der Schweiz. Dabei hatten sich 67,9 Prozent der Bürger dafür ausgesprochen, dass künftig die Aktionäre börsennotierter Unternehmen über die Vergütung von Verwaltungsräten und der Geschäftsführung befinden sollen.