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DDR-Aufarbeitung:Viel Interesse an Stasi-Akten

Für den Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, ist die Aufarbeitung der DDR auch 30 Jahre nach dem Mauerfall nicht abgeschlossen. Das Strafrecht sei nicht ausreichend, es seien nur wenige Verantwortliche verurteilt worden, sagte der Bundesbeauftragte dem Südwestrundfunk (SWR) am Samstag. "Es hat sich gezeigt, dass der Rechtsstaat mit der Strafjustiz zusammen den Unrechtsstaat nicht aufarbeiten kann." Die Aufarbeitung müsse gesellschaftliche Aufgabe werden. Das Interesse an den Stasi-Unterlagen ist ungebrochen. Bis Ende September seien 37 597 Anträge von Bürgern auf Akteneinsicht eingegangen, teilte ein Sprecher der Behörde Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit, dies liege etwa auf dem Niveau des Vergleichszeitraums der vergangenen Jahre. In einem Sechstel der Fälle gehe es um Unterlagen zu Angehörigen.

© SZ vom 04.11.2019 / epd

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