Frankreich:Minister der Provokationen und Tabubrüche

Frankreich: Wenn er mit seinen Provokationen den Präsidenten überstrahlt, ist ihm das ganz recht: Der französische Innenminister Darmanin (links) bei einer Pressekonferenz mit Präsident Macron.

Wenn er mit seinen Provokationen den Präsidenten überstrahlt, ist ihm das ganz recht: Der französische Innenminister Darmanin (links) bei einer Pressekonferenz mit Präsident Macron.

(Foto: LUDOVIC MARIN/AFP)

Gérald Darmanin befeuert die politischen Spannungen in Frankreich. Sogar auf einen Fußballstar geht er los. Der Innenminister will so Wähler der extremen Rechten gewinnen, denkt aber auch an seine eigene Zukunft.

Von Oliver Meiler, Paris

Nationale Einheit wäre jetzt viel wert in Frankreich, als Balsam. Der neue Krieg in Nahost wühlt das Land auf, spaltet es in Lager. Das tut es auch anderswo, doch Frankreich zählt gleichzeitig die größte jüdische und die größte muslimische Gemeinde Europas, da haben Konflikte auf der anderen Seite des Mittelmeers immer ein besonderes Echo. Die Sorge, dass die Ressentiments nun wachsen, bewegte Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron dazu, das Volk auf Einheit einzuschwören. "Lasst uns eins sein", sagte er in seiner Fernsehansprache nach den Terroranschlägen der Hamas in Israel. "Fügen wir dem Konflikt in Nahost nicht auch noch unseren internen Konflikt hinzu."

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