Rund 600 Jahre bevor in Ceuta innerhalb kürzester Zeit mehr als 70 000 Migranten ankamen und mindestens 75 Menschen auf dem Weg dorthin ihr Leben ließen, eroberte im Jahr 1415 Portugal die Stadt an der nordafrikanischen Küste: Es war das erste Mal, dass eine europäische Nation Land auf dem afrikanischen Kontinent einnahm. Die Eroberung Ceutas gilt als Beginn des europäischen Kolonialismus. 1688 trat Portugal die Stadt an Spanien ab, wozu sie bis heute gehört – nur deshalb war es den Migranten überhaupt möglich, auf dem afrikanischen Kontinent EU-Territorium zu betreten.
CeutaWie Exklaven entstehen – und warum sie bis heute existieren
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Ein Flugzeug der britischen Royal Air Force über der Küste von Gibraltar in den 1930er-Jahren. Bis heute wird das Überseegebiet im Süden Spaniens von Großbritannien kontrolliert.
SZ PhotoDie Ceuta-Krise hat gezeigt, welche Probleme es mit sich bringt, wenn ein Teil des Staatsgebiets nicht mit dem Rest des Landes verbunden ist. Besonders heikel ist es beim russischen Kaliningrad an der Ostsee.
Von David Kulessa
