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Corona weltweit:Mehr als drei Millionen Corona-Tote weltweit

Den verstorbenen stehen knapp achtzig Millionen Menschen gegenüber, die eine Corona-Infektion überlebt haben. Mit Abstand die meisten Todesfälle gibt es in den USA.

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Die Zahl der weltweit registrierten Todesfälle nach einer Corona-Infektion ist auf über drei Millionen gestiegen. Das geht aus Zahlen der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervor. Der Wert von zwei Millionen Corona-Toten war erst Anfang Januar überschritten worden.

Die USA haben mit über 566 000 die Meisten Toten zu beklagen. Gefolgt von Brasilien mit aktuell 368 000 und Mexico mit 211 000 Todesfällen. Den Todesfällen stehen weltweit mindestens 79,8 Millionen Menschen gegenüber, die eine Infektion überstanden haben.

Italien will bis zu 1000 Fans in Fußball-Stadien erlauben

Italien lockert vom 26. April an die Corona-Beschränkungen. So ist im ganzen Land ab dem übernächsten Montag wieder Kontaktsport zugelassen. Vom 1. Mai an werden bis zu 1000 Fans in den Stadien zugelassen. Das beschloss die italienische Regierung.

Bei Indoor-Sportevents, die vom Nationalen Olympischen Komitee CONI anerkannt werden, dürfen ab diesem Datum bis zu 500 Zuschauer anwesend sein. Seit vergangenem Oktober waren in Italien keine Zuschauer mehr in den Sportstätten erlaubt.

Österreich will bald alle Branchen öffnen

In Österreich sollen alle Branchen in wenigen Wochen unter einem Schutzkonzept öffnen dürfen. Erste Schritte landesweiter und gleichzeitiger Maßnahmen im Tourismus, der Gastronomie, der Kultur und dem Sport seien wohl im Mai möglich, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz in Wien. Einen konkreten Zeitpunkt nannte er noch nicht, sondern verwies auf Detailplanungen in der nächsten Woche. "Die Freiheit ist zum Greifen nah", so Kurz. Bei den behutsamen Öffnungsschritten sollen Masken, Tests und der geplante Grüne Pass für Geimpfte, Getestete und Genesene eine wichtige Rolle spielen.

"Mittlerweile haben wir ständige Massentests", verwies Kurz auf die immense Zahl an täglichen Tests, die Grundlage für ein Beherrschen der Situation seien. "Wenn wir jetzt nicht übermütig werden, dann haben wir die Chance, allen Branchen eine Perspektive zu bieten."

Die Zahl der Neuinfektionen ging in jüngster Zeit deutlich zurück, die teils sehr kritische Situation in den Intensivstationen hat sich ebenfalls leicht entspannt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt mit etwa 205 noch deutlich über dem deutschen Wert von 160. Im Vergleich zu Deutschland gebe es in Österreich wohl eine deutlich geringere Dunkelziffer, sagte Kurz.

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Bundesregierung streicht Großbritannien von Risiko-Liste

Von Sonntag an steht Großbritannien nicht mehr auf der Liste der Risikogebiete der Bundesregierung. Das teilte das Robert-Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mit. Damit entfällt die Quarantänepflicht für Einreisende aus Großbritannien. Ausgenommen davon sind einzelne Übersehgebiete. Zuletzt war die Zahl der Corona-Infektionen im Vereinigten Königreich stark zurückgegangen.

Erneut als Risikogebiet eingestuft werden hingegen zwei beliebte Urlaubsregionen in Portugal: die Algarve im Süden des Landes und die Azoren im Atlantik. Wer von dort nach Deutschland einreist, muss sich ab Sonntag wieder für zehn Tage selbst isolieren und kann sich erst nach fünf Tagen durch einen zweiten Test davon befreien. Ein erster negativer Test ist für alle Flugpassagiere bei Einreise nach Deutschland verpflichtend.

Als Risikogebiete werden Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen über 50 (Inzidenz) steigt. Das gilt für fast alle Länder in Europa ganz oder teilweise. Einzige Ausnahme war bisher Island.

Pfizer-Chef: Dritte Impfung mit Biontech-Vakzin wohl nötig

Der Chef des US-Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla, rechnet damit, dass Corona-Impfungen mit dem von Biontech und Pfizer gemeinsam entwickelten Vakzin aufgefrischt werden müssen. Bourla sagte dem Sender CNBC, dass voraussichtlich eine dritte Immunisierung innerhalb von zwölf Monaten notwendig sei. Außerdem könnte jährlich eine weitere Impfung hinzukommen.

Frankreich registriert mehr als 100 000 Corona-Tote

Frankreich hat die Schwelle von 100 000 registrierten Corona-Toten überschritten. Damit ist es das erste Nachbarland Deutschlands, das diese Marke übersteigt. Die Behörden meldeten am Donnerstag 296 zusätzliche Tote - die Zahl der insgesamt gemeldeten Todesfälle liegt nun bei 100 073. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, man werde kein Gesicht und keinen Namen der Verstorbenen vergessen.

Bereits im vergangenen Frühjahr hatte Frankreich zu den Ländern gehört, die in Europa mit am heftigsten von der Pandemie heimgesucht worden waren. Regierungssprecher Gabriel Attal warnte am Mittwoch, dass die dritte Welle der Epidemie noch nicht hinter den Franzosen liege - es gebe aber ermutigende Signale.

Das Land kämpfte immer wieder mit strengen Ausgangsbeschränkungen gegen die Corona-Pandemie. Derzeit ist in Frankreich wieder ein Großteil der Geschäfte geschlossen, die Bewegungsfreiheit der Menschen ist eingeschränkt und in den Schulen sind die Zeiten für die Osterferien landesweit vereinheitlicht worden. Der Präsenzunterricht soll danach schrittweise wieder anlaufen. Für Macron war die erneute Verschärfung der Regeln ein Rückschlag. Sie gelten seit Anfang April. Der Präsident pochte lange darauf, dass die Schulen in der Krise unbedingt geöffnet bleiben sollten. Sie waren bisher nur während des ersten strengen Lockdowns im vergangenen Frühjahr geschlossen. Gleichzeitig versuchte Frankreich mit regionalen Beschränkungen gegen die Ausbreitung des Virus vorzugehen - es gab in einigen Regionen sogenannte Wochenend-Lockdowns.

EMA beginnt Prüfung eines weiteren Corona-Medikaments

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat die Prüfung von Studiendaten für einen möglichen Einsatz eines Covid-19-Antikörpermedikaments des britischen Pharmakonzerns Glaxo Smith Kline eingeläutet. Ziel sei es, EU-weite Empfehlungen für nationale Behörden bereitzustellen, die auf dieser Grundlage über eine frühzeitige Anwendung des Mittels entscheiden könnten, teilt die EMA mit.

Noch ist das Mittel VIR-7831 in der EU nicht zugelassen, in den USA hatte Glaxo Smith Kline im März mit seinem Partner Vir Biotechnology einen Antrag auf Notfallzulassung gestellt. Die beiden Unternehmen hatten im vergangenen Monat Studiendaten veröffentlicht, wonach das Medikament das Risiko von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen bei Covid-Patienten um 85 Prozent senkt.

Engländer stürmen die Pubs am ersten Öffnungstag

Der erste Öffnungstag nach Monaten im Lockdown hat englischen Pubs und Gaststätten Rekordeinnahmen beschert. Getränke waren dabei am Montag besonders begehrt, wie der Branchenanalyst CGA ermittelte. Der Verkauf von Bier, Wein und Sekt in den Pubs sei 113 Prozent höher gewesen als am selben Tag 2019. Bemerkenswert ist dabei nach Ansicht der Experten, dass nur die Außengastronomie geöffnet hat und vor allem am Vormittag in London und weiten Teilen Englands winterliche Temperaturen herrschten. Die Bestellungen nahmen um 150 Prozent zu, zahlreiche Betriebe sind auf Wochen ausgebucht.

Schätzungsweise verfügen knapp 40 Prozent der Gaststätten im größten britischen Landesteil - insgesamt etwa 41 100 Kneipen und Restaurants - über ausreichend Plätze im Freien, um unter den geltenden Regeln zu öffnen. Alle anderen dürfen erst im nächsten Schritt öffnen, der für den 17. Mai geplant ist. Insgesamt lag das Plus im Jahresvergleich bei 58,6 Prozent, denn beim Essen lagen die Umsätze sogar um 11,7 Prozent niedriger als 2019.

US-Gesundheitsbehörde hält J&J-Impfstoff weiter in der Schwebe

Das beratende Gremium der US-Gesundheitsbehörde CDC verschiebt nach dem Stopp des Covid-19-Impfstoffs von Johnson & Johnson (J&J) eine Abstimmung über die Wiederaufnahme der Impfungen mit dem Vakzin. Die Mitglieder sprechen sich dafür aus, die Aussetzung der Impfungen mit dem J&J-Wirkstoff zu verlängern, um zunächst weitere, belastbare Informationen über die Nebenwirkungen zu sammeln, teilt die Behörde mit. Erst dann könne eine Abstimmung darüber erfolgen, wie die J&J-Impfung am besten eingesetzt werden kann.

Schweiz lockert Corona-Maßnahmen

Von kommendem Montag an dürfen in der Schweiz Restaurantterrassen, Fitnessstudios und Kinos wieder öffnen. Trotz steigender Infektionszahlen werden die Corona-Schutzmaßnahmen gelockert, wie die Regierung am Mittwoch in Bern bekannt gab. Auf den Terrassen gilt Sitz- und Maskenpflicht. Die Masken dürfen nur zum Verzehr von Speisen und Getränken abgelegt werden. "Die Zahlen steigen zwar, aber nicht sehr stark", sagte Innen- und Gesundheitsminister Alain Berset. Deshalb sei die Regierung bereit, "etwas mehr Risiken einzugehen". Die Regierung gab damit den tagelangen Forderungen der Wirtschaftsverbände nach.

Zuletzt wurden in der Schweiz innerhalb von 14 Tagen pro 100 000 Einwohner 303 Infektionen gemeldet (Stand Mittwochmorgen). Am Dienstag waren es 297 gewesen. Anders als in Deutschland wird in der Schweiz täglich keine Sieben-, sondern nur eine 14-Tage-Inzidenz ermittelt. Etwa acht Prozent der Bevölkerung waren bis Mittwoch vollständig geimpft.

Öffnen dürfen ab Montag auch Freizeitbetriebe mit Innenräumen, etwa Innengehege im Zoo oder Gewächshäuser in botanischen Gärten. Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 100 Gästen wieder erlaubt, mit bis zu 50 Personen in Innenräumen. Theater und Konzerthäuser dürfen nur ein Drittel ihrer Sitzkapazität anbieten. Universitäten dürfen wieder Präsenzunterricht anbieten. Innen müssen Abstände eingehalten und Masken getragen werden, außer etwa bei Ausdauertraining in Fitnesszentren oder Chorproben.

Das Bundesamt für Gesundheit hatte ursprünglich vorgesehen, Lockerungsschritte von fünf Richtwerten abhängig zu machen, darunter die Inzidenz, Krankenhauseinweisungen und Intensivbettenbelegung. Nur einer der fünf Richtwerte wurde allerdings erfüllt: Die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 lag unter der definierten Grenze.

Brasilianische Virusvariante P.1 in Mallorca angekommen

Auf Mallorca ist nun auch erstmals die brasilianische Coronavirus-Variante P.1 festgestellt worden. Das bestätigte der Chef der Mikrobiologie des Son-Espases-Krankenhauses in Palma, Antonio Oliver, am Mittwoch. Die Mutation sei am Dienstag bei einer routinemäßigen genaueren Untersuchung, der sogenannten Sequenzierung, eines positiven PCR-Tests vom 29. März entdeckt worden. In Deutschland hatte es erheblichen Ärger ausgelöst, dass Zehntausende Deutsche zum Osterurlaub auf die beliebte Ferieninsel im Mittelmeer gereist waren.

Ende März sei es bei einer Sportveranstaltung auf der Insel und privaten Kontakten zu einem Infektionsherd gekommen, sagte Oliver. 49 Personen seien damals auf Corona getestet worden, neun davon positiv. Die Infizierten hätten keine oder nur leichte Krankheitssymptome aufgewiesen und einige von ihnen seien schon wieder gesundgeschrieben. Nun sollten auch die anderen acht positiven Tests daraufhin untersucht werden, ob es sich ebenfalls um P.1 handelte.

Die neun Fälle stünden nicht im Zusammenhang mit der im März auf Mallorca entdeckten, als weniger gefährlich geltenden anderen brasilianischen Corona-Variante B.1.1.28, betonte der Virologe.

Zahl der täglichen Corona-Fälle in der Türkei bei mehr als 60 000

In der Türkei hat die Anzahl der täglichen Corona-Neuinfektionen ein neues Hoch erreicht. Das türkische Gesundheitsministerium meldete am Mittwochabend 62 797 neue Fälle. Damit stieg die Zahl erstmals seit Beginn der Pandemie über 60 000. Auch die Zahl der für den Tag gemeldeten Todesfälle erreichte mit 279 den höchsten offiziell gemeldeten Wert bisher.

Angesichts der rasant zunehmenden Corona-Neuansteckungen hatte die Regierung die Beschränkungen zum Infektionsschutz diese Woche weiter verschärft. So beginnt die abendliche Ausgangssperre zwei Stunden früher, also schon um 19 Uhr. Zudem wurden Beschränkungen für Reisen zwischen Provinzen erlassen.

© SZ.de/dpa/rtr/jsa/aner/kast/jael/berj
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Text von Alena Schröder über Corona und Psyche

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