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Corona weltweit:Fast 95 Millionen US-Bürger vollständig geimpft

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In den USA sind inzwischen fast 95 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien mehr als 290 Millionen Dosen ausgeliefert und fast 229 Millionen verabreicht worden. Rund 140 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen.

Die USA lassen seit dem Wochenende laut CDC auch wieder den Impfstoff von Johnson&Johnson zu. Damit beenden die USA eine 10-tägige Pause, um die Verbindung zu extrem seltenen, aber potenziell tödlichen Blutgerinnseln zu untersuchen. Die Vorteile des Mittels überwögen deutlich die Risiken, teilt der Ausschuss mit. Die US-Behörden hatten am 13. April nach mehreren Fällen seltener Thrombosen zu einer sofortigen Aussetzung von Corona-Impfungen mit dem Vakzin geraten.

Niederlande verbieten Flüge von Indien ab Montag

Die Niederlande untersagen Passagierflüge von Indien ab Montag. Das Verbot solle bis zum 1. Mai gelten, teilt das Verkehrsministerium mit. Grund sei die neue Corona-Variante. Das Verbot beziehe sich nicht auf Frachtflüge oder Flugzeuge, die medizinisches Personal beförderten. Indien hatte zuvor den vierten Tag in Folge mit fast 350 000 Fällen eine neue weltweite Rekordmarke bei den Neuinfektionen innerhalb eines Tages gesetzt.

82 Tote bei Explosion auf Covid-Station in Bagdad

Die Zahl der Todesopfer nach dem Brand auf der Covid-Station eines Krankenhauses in Bagdad ist nach offiziellen Angaben auf mindestens 82 gestiegen. Bei dem Vorfall in der irakischen Hauptstadt sind 110 weitere Menschen verletzt worden, teilte das Innenministerium der staatlichen Agentur INA zufolge am Sonntag mit.

Kurz zuvor hatte ein Mitglied der vom Parlament gewählten irakischen Menschenrechtskommission noch von 58 Toten gesprochen. Die Kommission bezeichnete den Vorfall in der Nacht zum Sonntag als "Verbrechen gegen Patienten", die in dem Krankenhaus nach ihrer Corona-Infektion Schutz gesucht hätten. "Im Ergebnis wurden sie verbrannt statt sich zu erholen", teilte die Kommission mit.

Wie genau es zum Brand im Al-Khatib-Krankenhaus im Süden von Bagdad kam, war zunächst unklar. Als mögliche Gründe wurden ein Kurzschluss oder ein Problem mit den dort gelagerten Sauerstoffflaschen genannt. Nach Medienberichten war eine der Flaschen explodiert, woraufhin sich Feuer in der Station ausbreitete. Feuerwehrleute brachten die Flammen bald darauf unter Kontrolle.

Auf Bildern des Vorfalls waren Retter zu sehen, die Opfer aus dem Krankenhaus holen. Aus mehreren Fenstern stieg Rauch auf. Im Video einer Überwachungskamera ist auf einem Flur die Explosion zu sehen, bald darauf breitet sich dichter Rauch aus. Große Teile der Station wurden durch den Brand komplett zerstört.

Ministerpräsident Mustafa al-Kasimi ordnete eine rasche Untersuchung an und ließ den Direktor des Krankenhauses sowie Vertreter für dessen Sicherheit und Instandhaltung festnehmen. Die Todesopfer seien als "Märtyrer" zu betrachten. Mit dieser Einstufung können die Angehörigen finanzielle Unterstützung der Regierung erhalten. Zudem rief die Regierung eine dreitägige Staatstrauer aus.

Im Irak wurden bisher rund eine Million Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Impfungen kommen nur langsam voran. Im Land wurden insgesamt etwa 175 000 Menschen gegen das Virus geimpft, die meisten davon mit dem Astrazeneca-Impfstoff.

Indien registriert erneut globalen Höchststand an Neuinfektionen

Indien meldet den vierten Tag in Folge mit 349 691 Fällen einen neuen globalen Höchstwert bei Neuinfektionen. Das Gesundheitsministerium teilt mit, es seien 2767 Infizierte gestorben. Damit steigt die Zahl der Corona-Toten auf 192 311.

Besonders brisant an der Ausbreitung der neuen Variante in dem Land sind vor allem zwei Faktoren: Zum einen besteht Unsicherheit darüber, ob bestehende Corona-Impfungen vor der neuen Mutante schützen. Deutschland stoppt deshalb Einreisen aus Indien. Ab Montag 00.00 Uhr dürften nur noch Deutsche aus Indien einreisen. Sie müssten sich vor Abflug testen und nach Ankunft für 14 Tage in Quarantäne gehen würden. "Die neu entdeckte Virus-Mutation in Indien besorgt uns sehr", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn.

Zum anderen sind Intensivstationen und Krankenhäuser dort schon jetzt völlig überlastet. Die Versorgung der an Covid-19 erkrankten Menschen mit Sauerstoff ist an vielen Orten kaum noch möglich. Die Regierung setzt die Luftwaffe und Züge zur Verteilung der Sauerstoff-Flaschen ein.

Die USA wollen Indien bei der Bekämpfung der rasant ansteigenden Corona-Infektionen unterstützen. Eine Sprecherin der amerikanischen Regierung teilte am Samstag mit, die US-Regierung sei über die Situation in Indien zutiefst besorgt und bereit, schnell zusätzliche Hilfe zu leisten. Ein Sprecher der indischen Botschaft in Washington sagte, Vertreter beider Länder verhandelten über die beschränkte Lieferung von Vakzin-Komponenten amerikanischer Pharma-Unternehmen und die Entsendung von medizinischem Personal nach Indien.

Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in London und in der Schweiz

Mehrere Tausend Menschen haben in London gegen die Corona-Maßnahmen in ihrem Land protestiert. Sie zogen am Samstagnachmittag trotz geltender Beschränkungen für Massenversammlungen durch die britische Hauptstadt, unter anderem durch die Einkaufsstraße Oxford Street. Masken trug so gut wie niemand, dafür aber Protestschilder mit Aufschriften, die sich unter anderem gegen Corona-Pässe und -Tests richteten. Der Sender Sky News sprach von mindestens 10 000 Demonstranten.

Auch in der Schweiz demonstrierten 4000 Menschen bei einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Wie die Polizei am Samstag berichtete, verlief die Kundgebung in Rapperswil-Jona nahe Zürich friedlich. Etwa 50 Personen wurden allerdings für 24 Stunden aus der Stadt ausgewiesen. Zwei Menschen wurden vorläufig festgenommen. Mit Transparenten und Kuhglocken brachten die Teilnehmer, die meist weder Masken trugen noch Abstände einhielten, ihren Unmut zum Ausdruck. Die Polizei war rund um den Platz der Demonstration postiert, hielt sich aber zurück.

Ganztägige Ausgangssperre in Teilen Australiens

In Australien dürfen mehr als zwei Millionen Menschen im Bundesstaat West-Australien nur in begründeten Fällen ihr Haus verlassen. Die ganztägige Ausgangssperre gilt von Samstag bis Montag. Auslöser der Maßnahme ist ein Reiserückkehrer, der aus der Quarantäne mit einem negativen Corona-Test entlassen wurde, bei dem aber später doch das Virus nachgewiesen wurde. Der Mann hat sich mehrere Tage in der Bundeshauptstadt Perth aufgehalten und dort nach Behördenangaben mindestens einen Menschen angesteckt.

Nach der Entdeckung des Falls hat Neuseeland den erst kürzlich eröffneten Reisekorridor mit dem Nachbarland vorläufig wieder geschlossen. Der Reiseverkehr zwischen Neuseeland und West-Australien werde gemäß der Vereinbarungen zum "trans-tasmanischen" Korridor "ausgesetzt", teilte die neuseeländische Regierung auf ihrer Website mit. Neuseeland und Australien hatten den Corona-Reisekorridor am vergangenen Sonntag eröffnet - mehr als ein Jahr nach der Schließung der Grenzen wegen der Corona-Pandemie. In Australien leben hunderttausende Neuseeländer. Vor der Corona-bedingten Grenzschließung herrschte zwischen beiden Ländern deshalb ein reger Pendelverkehr.

US-Behörden: Johnson & Johnson-Impfungen werden wieder aufgenommen

Der Corona-Impfstoff vom US-Hersteller Johnson & Johnson kann in den USA ab sofort wieder uneingeschränkt eingesetzt werden. Die vor rund zehn Tagen beschlossene vorübergehende Aussetzung sei aufgehoben, teilten die Behörden mit. Zuvor hatte ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde CDC eine entsprechende Empfehlung abgegeben. Die vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit Johnson & Johnson waren beschlossen worden, nachdem in den USA in diesem Zusammenhang einige Fälle von Hirnvenenthrombosen erfasst worden waren.

Bislang wurden CDC-Angaben zufolge mehr als 7,2 Millionen Dosen des Impfstoffes, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und von dem es nur eine Dosis braucht, in den USA gespritzt. Der weitaus größere Teil der Impfungen wurde mit den Wirkstoffen der US-Konzerne Moderna und Pfizer mit seinem deutschen Partner Biontech ausgeführt.

Nach der vorübergehenden Aussetzung durch CDC und FDA in den USA hatte Johnson & Johnson zunächst den Marktstart seines Impfstoffs in Europa verzögert, ihn aber fortgesetzt, nachdem die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) nach einer erneuten Überprüfung am Dienstag ihr Okay gegeben hatte. Die EMA war zu dem Schluss gekommen, dass es zwar eine mögliche Verbindung zwischen Impfung mit dem Vakzin und sehr seltenen Fällen von ungewöhnlichen Blutgerinnseln gebe. Insgesamt überwögen aber die Vorteile die Risiken.

Fast alle Branchen in Österreich dürfen bald öffnen

In Österreich dürfen vom 19. Mai an praktisch alle wegen der Corona-Krise heruntergefahrenen Branchen einen Neustart wagen. Das kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag an. Zentrale Säule des Schritts ist ein umfassendes Schutzkonzept, bei dem Zutrittstests für Gastronomie, Hotellerie, Sport und Kultur im Mittelpunkt stehen. Damit sind Veranstaltungen von bis zu 3000 Menschen im Freien und in Innenräumen von bis zu 1500 Personen möglich.

"Diese Öffnungsschritte erfolgen mit strengen Sicherheitskonzepten, aber sie erfolgen", sagte Kanzler Kurz. Er hoffe darauf, dass weitere Erleichterungen zum Beispiel für die Nachtgastronomie, für Hochzeitsfeiern und für Vereinsfeste ab 1. Juli folgen könnten. Die Anzahl der Infektionen könne durch diese PLäne zwar wieder steigen, sagte Kurz. Es sei aber davon auszugehen, dass dank der Impfungen die Situation beherrschbar bleibe.

Auch die Deutschen, die Urlaub in Österreich machen wollen, können laut der Regierung in Wien wieder planen. Die Quarantänepflicht gelte nur noch für Hochrisikogebiete. Für Einreisen aus Deutschland reichen ein negativer Test oder der grüne Pass, mit dem angezeigt wird, ob eine Person geimpft oder negativ getestet ist oder schon eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht hat.

Österreich hat auch im weltweiten Vergleich ein besonders breites Test-Angebot ausgerollt. Die wöchentlich millionenfachen Tests waren und sind ein Rückgrat der Corona-Strategie. Die Zahlen der Neuinfektionen waren zuletzt etwas gefallen. Auch der Druck auf den Intensivstationen nahm ab. Insgesamt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mit rund 180 aber über dem deutschen Wert von 164.

EU: Vertrag über 1,8 Milliarden Dosen von Biontech fast fertig

Der angekündigte EU-Vertrag zum Kauf von weiteren 1,8 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist laut EU-Kommision fast fertig. "Wir werden in den nächsten Tagen abschließen", sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag beim Besuch eines Pfizer-Werks im belgischen Puurs. Von der Leyen hatte vergangene Woche bestätigt, dass mit dem deutschen Unternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer über die Lieferung der Riesenmenge verhandelt wird. Sie soll bis 2023 geliefert werden. Damit sollen Impfungen von Erwachsenen aufgefrischt und die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU gegen das Coronavirus immunisiert werden.

Schon jetzt hat die EU zwei Rahmenverträge mit Biontech/Pfizer über 600 Millionen Impfdosen, die seit Ende 2020 nach und nach ausgeliefert werden. Allein im zweiten Quartal - also von Anfang April bis Ende Juni - erwartet die EU 250 Millionen Impfdosen der Hersteller.

Deren mRNA-Impfstoff war der erste, der in Europa zugelassen wurde. Er gilt als sehr wirksam und sehr sicher. Ein Vorteil der neuartigen mRNA-Technologie ist, dass Impfstoffe relativ schnell auch an Virenmutationen angepasst werden können. Dies dürfte bei den Auffrischungsimpfungen wichtig werden. Als Nachteil gilt, dass das Präparat sehr tief gekühlt gelagert werden muss und dass es vergleichsweise teuer ist.

© SZ.de/dpa/rtr/jsa/kast/hij
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