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Coronavirus weltweit:WHO meldet Rekordanstieg: 230 000 neue Fälle pro Tag

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet einen neuen Rekordanstieg bei den Corona-Infektionen. In den vergangenen 24 Stunden seien weltweit mehr als 230 000 neue Erkrankungen registriert worden, teilte die WHO am Sonntag mit. Die bisher größte Zahl von Neu-Infektionen binnen eines Tages hatte die UN-Gesundheitsorganisation erst am Freitag mit gut 228 000 Fällen verzeichnet.

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Die Zahl der Todesfälle bleibe derzeit dagegen konstant bei etwa 5000 täglich, so die WHO. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen nähert sich nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters weltweit unterdessen der Marke von 13 Millionen. An der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 sind binnen sieben Monaten mehr als 565 000 Menschen gestorben. Am Sonntag erklärte die WHO, zuletzt habe die Zahl der neu registrierten Erkrankungen vor allem in den USA, Brasilien, Indien und Südafrika zugenommen.

In den USA sind laut Zählungen von Reuters in den vergangenen vier Tagen in Folge jeweils mehr als 60 000 neue Fälle gezählt worden - so viele wie in keinem anderen Land. Besonders schwer betroffen ist der Bundesstaat Florida: Allein von dort wurden am Sonntag mehr als 15 000 Neu-Infektionen gemeldet. Florida gehört zu den Bundesstaaten, in denen immer wieder gegen örtlich geltende Anordnungen zum Tragen von Masken demonstriert wird.

Trump trägt Maske bei Besuch im Militärkrankenhaus

US-Präsident Donald Trump hat er bei einem Besuch in einem Militärkrankenhaus einen Mund-Nasen-Schutz getragen. Auf Bildern ist zu sehen, wie Trump am Samstabend (Ortszeit) im Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda bei Washington eine dunkle Schutzmaske mit dem Siegel des Präsidenten trug. Nach Angaben des Weißen Hauses wollte Trump in dem Krankenhaus verwundete Soldaten und deren Angehörige treffen. Er wollte zudem mit medizinischem Personal zusammenkommen, dass sich in der Corona-Krise um Erkrankte kümmert.

Trump sagte vor Journalisten auf dem Rasen des Weißen Hauses vor dem kurzen Hubschrauberflug nach Bethesda auf eine entsprechende Frage: "Ich werde wahrscheinlich eine Maske tragen, wenn Sie das wissen müssen." Er fügte hinzu: "Ich finde es großartig, eine Maske zu tragen. Ich war nie gegen Masken, aber ich glaube, es gibt eine Zeit und einen Ort dafür." In dem Krankenhaus, in dem manche Verwundete gerade erst operiert worden seien, sei eine Maske angebracht.

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Trump hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde. Trump und das Weiße Haus begründen das damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde. Trump wird dennoch vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der anhaltenden Pandemie abzugeben.

Die Bilder aus dem Walter-Reed-Krankenhaus sind nicht die ersten, bei denen Trump eine Maske trägt. Bei einem Fabrik-Besuch im US-Bundesstaat Michigan im Mai hatte Trump bei einem Teil des Rundgangs eine Maske getragen und war dabei fotografiert worden.

Disney-Freizeitpark in Florida öffnet wieder

Trotz steigender Fallzahlen im US-Bundesstaat Florida hat der Freizeitpark "Walt Disney World" wieder für Besucher geöffnet. "Der Magic Kingdom-Park und der Disney's Animal Kingdom-Park sind jetzt geöffnet", hieß es am Samstag auf der Webseite des Freizeitparks nahe der Stadt Orlando. Am Eingang werde die Körpertemperatur gemessen und Abstands- und Hygieneregeln müssten eingehalten werden.

Normalerweise kommen fast 60 Millionen Menschen jedes Jahr in den Freizeitpark in Florida, der wegen der Coronavirus-Pandemie seit März geschlossen war. Ein ebenfalls vom US-Unterhaltungsriesen Walt Disney betriebener Vergnügungspark im US-Bundesstaat Kalifornien blieb zunächst weiter geschlossen, nur ein angeschlossenes Einkaufszentrum öffnete in der vergangenen Woche.

Die Zahl der Neuinfektionen in der Corona-Pandemie stieg in den USA unterdessen auf einen Rekordwert: Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Samstag lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66 627. Ein großer Teil der Neuinfektionen wird derzeit aus den südlichen und westlichen Bundesstaaten gemeldet - darunter Florida und Kalifornien.

Hunderte Urlauber feiern am Ballermann - ohne Masken und Abstand

Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca gefeiert haben, ohne sich an die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu halten. Auf einem am Samstag veröffentlichten Video der Mallorca Zeitung ist zu sehen, wie die Menschen am Freitagabend auf der berühmten "Bierstraße" im dichten Gedränge feiern, trinken und tanzen. Praktisch niemand trägt dabei Maske, der von der spanischen Regierung vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern wird weder auf der Straße noch in den Lokalen eingehalten.

Erst am Freitag hatte die Regionalregierung in Palma illegalen Partys den Kampf angesagt. Es wurde ein Strafenkatalog mit Bußgeldern von bis zu 600 000 Euro beschlossen; außerdem wurden verstärkte Kontrollen angekündigt. Am Freitagabend habe sich die Polizei am "Ballermann" aber nicht blicken lassen, so die Mallorca Zeitung.

Obwohl Spanien eines der von der Pandemie am stärksten betroffenen Länder war, sind die Zahlen seit Mitte Mai stark gesunken. Auf den Balearen gab es am Freitag nach amtlichen Angaben 134 Infizierte, 87 davon auf Mallorca. Um Neuausbrüche zu verhindern, wollen die Balearen eine sehr strenge Maskenpflicht einführen. Ab Montag sollen Menschen selbst dann Mund- und Nasenschutz im Freien tragen müssen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann.

Demonstranten dringen in Belgrader Parlament ein

Nach einer mehrstündigen friedlichen Kundgebung in Belgrad gegen die Corona-Politik der Regierung ist eine Gruppe nationalistischer Demonstranten am Freitagabend gewaltsam in das serbische Parlament eingedrungen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, die dann gegen Mitternacht den Ansturm gewaltbereiter Demonstranten mit Knüppeln und Tränengas beendete. Auch Journalisten und fotografierende Demonstranten wurden von Randalierern angegriffen. Nach Medienberichten wurden mindestens 70 Hooligans festgenommen.

Die Demonstrationen hatten sich an Plänen des Präsidenten Aleksandar Vučić entzündet, wegen des Wiederanstiegs der Corona-Neuinfektionen für das Wochenende ein Ausgehverbot zu verhängen. Vučić nahm die Entscheidung zwar zurück und verbot dafür Ansammlungen von mehr als 10 Personen. Dies beruhigte die Menschen aber nicht und die Proteste richteten sich zunehmend gegen Vučić selbst. Nationalisten werfen ihm nun auch Verrat vor, weil er nach deutsch-französischer Vermittlung neuen Gesprächen mit dem Kosovo zugestimmt hat. Sie sehen Kosovo als abtrünnige serbische Provinz.

© SZ.de/dpa/Reuters/AP/epd/jobr/odg/aner/gal/jsa/smh/tba

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