Für den normalen Personenverkehr ist der Wiener Flughafen längst geschlossen, doch zu Wochenbeginn sind dort zwei Maschinen aus Sofia und Temeswar (Timișoara) gelandet. In der verwaisten Ankunftshalle wurden 231 vorwiegend weibliche Pflegekräfte aus Bulgarien und Rumänien in Empfang genommen. Eilends eingeflogen waren sie zum Noteinsatz bei der häuslichen Pflege in Österreich. Insgesamt sind im Land 33 000 Pflegebedürftige auf eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause angewiesen. In der überwiegenden Zahl wird dies durch Pflegekräfte aus Ost- und Südosteuropa sichergestellt, die für einen Turnus von jeweils zwei oder vier Wochen ins Land kommen. Die Grenzschließungen und Quarantänebestimmungen in der Corona-Krise lassen jedoch akute Sorgen wachsen vor einem Zusammenbruch dieses Systems.
Coronavirus:Die Flucht der Pflegekräfte
Viele Menschen in Europa sind auf 24-Stunden-Betreuung zu Hause angewiesen. Doch was tun, wenn die Pfleger nicht mehr kommen können?
(Foto: dpa)Die Grenzen sind geschlossen, die Versorgung alter Menschen ist gefährdet. Viele Pflegerinnen kommen nicht mehr zu ihrem Arbeitsplatz. Die EU will gegensteuern.
Von Karoline Meta Beisel, Brüssel, Peter Münch, Wien, und Florian Hassel, Warschau

