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Pandemie unter Migranten:"In einer Hochhaussiedlung in Köln-Chorweiler lebt man unter Corona gefährlicher"

Corona unter Migranten

Wo Menschen beengt wohnen, wütet auch das Virus. Die Stadt Köln will in Vierteln mit hoher Inzidenz - wie hier in Chorweiler - nun von Montag an bevorzugt impfen.

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Sozialpsychologe Musa Deli fordert Studien zu hohen Infektionszahlen unter Migranten. Er sieht Corona als Chance, um Diskriminierung im Gesundheitswesen zu überwinden. Aus Angst vor rechter Propaganda nicht genau hinzuschauen, helfe nicht.

Interview von Christian Wernicke, Köln

Infizieren sich Zuwanderer und Menschen mit Migrationshintergrund häufiger mit dem Coronavirus? Ja, bestätigen Studien: Denn sie leben - wie verarmte Deutsche auch - häufiger in beengten Wohnverhältnissen, sie arbeiten in prekären Berufen, fahren mit Bus oder Bahn statt im Auto. Nur, erklären soziale Faktoren alles - oder verschärfen Sprachbarrieren und die kulturelle Herkunft ihr Risiko? Sind Migranten gefährdeter - und ansteckender? Diese Fragen, so warnt der Kölner Sozialpsychologe Musa Deli, dürften kein Tabu sein. Der Leiter des "Gesundheitszentrums für Migrantinnen und Migranten" in Köln, selbst Kind türkischer Einwanderer, fordert genaue Untersuchungen - und sieht die Pandemie als Chance, langjährige Ungerechtigkeiten im Gesundheitswesen zu überwinden.

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