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Coronavirus in Deutschland:Infizierte nach privaten Feiern in Göttingen

Coronavirus - Frankfurt am Main - Testmobil

Ein Corona-Testkit - aktuell müssen Menschen in Göttingen und Umgebung untersucht werden.

(Foto: dpa)

Größerer Covid-19-Ausbruch nach Feiern in Göttingen

Bei einigen privaten Feiern haben sich in Göttingen mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Wie das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis mitteilte, sind die Betroffenen zum größten Teil Verwandte und stammen aus Göttingen und Umgebung. Eine genaue Zahl der Infizierten wurde zunächst nicht genannt. Die Behörde nehme nun Verbindung mit Menschen aus dem Umfeld der Infizierten auf. "Die Anzahl der zu kontaktierenden Personen bewegt sich im dreistelligen Bereich", hieß es. Unter diesen seien auch 57 Kinder und Jugendliche, die entsprechenden Schulen seien bereits informiert. Auch über die Pfingstfeiertage werden demzufolge Testungen erfolgen. Das Gesundheitsamt verfolge unter Hochdruck die Infektionsketten, Quarantäneverfügungen würden umgehend erstellt.

Merkel wird wohl nicht zum G-7-Gipfel fliegen

Kanzlerin Angela Merkel wird voraussichtlich nicht zum geplanten G-7-Gipfel in die USA fliegen. "Die Bundeskanzlerin dankt Präsident Trump für seine Einladung zum G-7-Gipfel Ende Juni in Washington. Stand heute kann sie in Anbetracht der Pandemie-Gesamtlage ihre persönliche Teilnahme, also eine Reise nach Washington, nicht zusagen", sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur dpa. Merkel werde die Entwicklung der Pandemie aber weiter im Blick behalten.

Dänemark öffnet Grenzen für deutsche Touristen

Dänemark öffnet seine Grenzen ab dem 15. Juni wieder für Touristen aus Deutschland, Norwegen und Island. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitag in Kopenhagen bekannt. Reisende müssten ein Hotel, einen Campingplatz oder eine andere Übernachtungsmöglichkeit außerhalb Kopenhagens für mindestens sechs Nächte buchen. Die Grenzen zu den anderen EU-Staaten, den übrigen Mitgliedern des Schengen-Raums und Großbritannien sollten erst nach dem Sommer geöffnet werden.

Dänemark hatte als eines der ersten Länder Europas im Kampf gegen Corona am 14. März seine Grenzen dichtgemacht. Touristen und andere Ausländer ohne konkreten Einreisegrund kommen seitdem nicht mehr ins Land. Frederiksen hatte bereits angekündigt, dass die Regierung spätestens am 29. Mai einen Plan "für eine kontrollierte und schrittweise Wiedereröffnung des Sommertourismus" präsentieren wolle. Wer als Deutscher ein Sommerhaus in Dänemark besitzt oder seinen Partner in dem Land besuchen will, darf bereits wieder einreisen.

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Studie ausgesetzt

Das Tübinger Institut für Tropenmedizin unterbricht seine Studie mit dem Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen. Wie Institutsdirektor Peter Kremsner mitteilte, soll bis zu zwei Wochen ausgesetzt werden, weil es Berichte über schwere Nebenwirkungen des Malaria-Mittels gegeben hat. In dieser Zeit werde ein unabhängiges Sicherheitsgremium die ersten Ergebnisse zur Patientensicherheit anschauen. Davon hängt ab, ob die Studie fortgesetzt wird. Die Studie begann Ende März. Kremsner geht davon aus, dass die Sorgen um Nebenwirkungen übertrieben sind. Das Medikament sei seit Jahrzehnten bekannt und gut verträglich. Außer ein Patient leide unter bestimmten Vorerkrankungen.

Die Tübinger Tropenmediziner wollten früheren Angaben zufolge mit Chloroquin eine moderat an Covid-19 erkrankte Testgruppe behandeln und einer Kontrollgruppe Placebos verabreichen. Im Augenblick gebe es nur sehr wenige Corona-Patienten in Tübingen, mit denen er seine Studie hätte fortsetzen können, sagte der Wissenschaftler.

Demonstrationen in Berlin künftig ohne Teilnehmerbegrenzung

Für Demonstrationen gilt in Berlin künftig keine Begrenzung der Teilnehmerzahl mehr. Darauf hat sich der Senat bei seiner Sondersitzung am Donnerstag geeinigt. Unklar ist noch, ab wann die neue Regelung gelten soll. Derzeit sind öffentliche Versammlungen im Freien wegen der Corona-Pandemie auf 100 Teilnehmer begrenzt.

Ab kommender Woche sind zudem wieder Veranstaltungen unter freiem Himmel erlaubt. Demnach sind voraussichtlich ab 2. Juni Open-Air-Veranstaltungen wie Konzerte oder Filmvorführungen mit bis zu 150 Teilnehmern möglich, ab 30. Juni dann mit bis zu 300 Teilnehmern. Berliner Kinos dürfen ab 30. Juni wieder öffnen. Großveranstaltungen bleiben bis 31. August untersagt. Auch Fitnessstudios dürfen im Juni wieder öffnen.

Seehofer rechnet mit Corona-Warn-App Mitte Juni

Bundesinnenminister Horst Seehofer geht davon aus, dass die deutsche Corona-Warn-App etwa Mitte Juni zur Verfügung stehen wird. Es habe dazu am Vorabend ein "sehr, sehr gutes Gespräch" mit den Projektträgern SAP und Deutsche Telekom gegeben, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in einer Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Er sei zuversichtlich, "dass wir um Mitte Juni (...) diese berühmte Warn-App bekommen".

Seehofer wies darauf hin, dass sich in Deutschland und Frankreich das Infektionsgeschehen sehr positiv entwickelt habe. Sollte es dabei bleiben, würden die Grenzkontrollen zu Frankreich am 15. Juni komplett aufgehoben. "Gleichzeitig zum 15. Juni will die deutsche Regierung auch ihre Reisewarnungen und Reisehinweise neu gestalten." Dies werde das Bundeskabinett am kommenden Mittwoch beschließen. Angestrebt werde auch, dann die weltweite strikte Reisewarnung "so nicht aufrechtzuerhalten, sondern unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens Lockerungen durchzuführen".

Seehofer betonte, die Mitte März eingeführten Grenzkontrollen hätten ihren Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geleistet. "Es geht immer darum, das Virus nicht zu importieren", sagte er. "Deshalb hat sich diese Anstrengung schon gelohnt." Mit Blick auf Lockerungen betonte Seehofer: "Der Schutz der Gesundheit und des Lebens muss bei diesen Fragen an oberster Stelle stehen. Das ist nicht verhandelbar."

© SZ
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