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Europa:Bis an die Grenze

Ein Mann im Schutzanzug kontrolliert die Koerpertemperatur von Einreisenden an der deutsch-polnischen Grenze in Goerlitz

Alle Gewalt geht von der Fiebermesspistole aus: Nur wenn sie freundlich piepst, lässt einen der vollverschutzmantelte Mann in Görlitz über die Grenze.

(Foto: Florian Gaertner/imago)

Vor mehr als 30 Jahren fiel der Eiserne Vorhang und Deutschland bekam eine grüne Grenze. Wegen Corona werden nun wieder Zäune aufgestellt und Soldaten positioniert. Wie lässt sich das aushalten? Eine Patrouille zwischen Deutschland, Tschechien und Polen.

Man hatte sich das anders vorgestellt, aber nun gehört der erste Sozialkontakt nach Tagen der Isolation - einem Gelbhaubenkakadu. Weißes Kleid, leuchtender Kamm, das Tier sieht aus wie eine Kostümprobe von Tim Burton. Und noch während man diese Exzentrik bestaunt, beginnt es damit, einen nach allen Regeln der Kleinkunst hinter die Fichte zu führen. Mit der Imitation von Sirenen hatte das Tier einen gelockt, nun lugt es angriffslustig durch eine Masche seines Käfiggitters und ruft. Immer wieder ruft es: "Komm her! ... Na, komm her!" Und natürlich ist man vom vielen Daheimbleiben längst weich genug im Kopf, ihm diesen Gefallen auch zu tun. "Na, komm her!", ruft also der Kakadu, man folgt seinem Ruf, und als man schließlich hergekommen ist und vor ihm steht mit freundlichem Blick - da hustet er einem ins Gesicht. A Hund is er scho, der Kakadu.

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