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Coronavirus:WHO klagt über "massive Infodemie"

  • Die Weltgesundheitsorganisation warnt angesichts der Coronavirus-Ausbreitung vor irreführenden Informationen.
  • Auf Facebook und Twitter hat die UN-Behörde eine Kampagne gestartet, um der Verbreitung von Falschmeldungen entgegenzutreten.
  • China eröffnete am Montag ein innerhalb von zehn Tagen errichtetes Krankenhaus für mit dem Virus Infizierte.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich besorgt gezeigt über die Flut an falschen Informationen zum Coronavirus. Der Ausbruch des Erregers 2019-nCoV sei von einer "massiven Infodemie", einer Überschwemmung an irreführenden Informationen, begleitet worden, teilte sie am Sonntagabend in Genf mit.

Da die Vielzahl an Informationen es vielen Menschen schwer mache, zwischen Mythen und Fakten zu unterscheiden, hat die WHO eine große Informationskampagne auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien gestartet. Darin beantwortet sie etwa Fragen wie: Kann das Essen von Knoblauch gegen das Coronavirus helfen? Antwort: Dafür gibt es keinen Beleg.

Auch der Rauch von Feuerwerk helfe nicht gegen den Erreger, schreibt die WHO. Die Annahme von Briefen oder Päckchen aus China sei hingegen ungefährlich. Das Virus überlebe nicht lange auf solchen Objekten. Auf einer gesonderten Webseite rät die WHO unter anderem zum regelmäßigen Händewaschen, auch wenn die Hände "nicht sichtbar dreckig" seien. Erkrankte sollten in die Armbeuge oder in ein Taschentuch niesen und dieses in einen geschlossen Abfalleimer werfen.

Innerhalb von zehn Tagen baut China in Wuhan ein neues Krankenhaus

China eröffnete am Montag in der Elf-Millionen-Metropole Wuhan das erste von zwei Krankenhäusern, die speziell für die Behandlung von Coronaviruspatienten vorgesehen sind - nach zehn Tagen Bauzeit. Die ersten Kranken kamen am Montagvormittag um zehn Uhr in der Klinik Huoshenshan mit 1000 Betten an, wie Staatsmedien berichteten. In welchem Zustand die Patienten sich befanden, wurde nicht berichtet.

Die Volksbefreiungsarmee schickte 1400 Ärzte, Krankenpfleger und anderes Personal in das Krankenhaus in Wuhan, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Der Regierung zufolge haben einige von ihnen Erfahrung in der Bekämpfung von Sars oder anderen Epidemien.

Das Huoshenshan-Krankenhaus wurde von einer 7000-Fachkräfte-Mannschaft bestehend aus Zimmerleuten, Klempnern, Elektrikern und anderen Spezialisten errichtet, wie Xinhua berichtete. Fotos in sozialen Medien zeigte Arbeiter in Winterkleidung mit Sicherheitshelmen und Masken.

Die Bauarbeiter hatten rund um die Uhr an diesem und einem zweiten Krankenhaus mit 1500 Betten gearbeitet, das ebenfalls in dieser Woche öffnen soll. Es ist das zweite Mal, dass China ein Behandlungszentrum praktisch über Nacht gebaut hat. Bei der Sars-Pandemie 2003 hatte China eine Klinik in Peking innerhalb einer Woche errichtet.

Die Behörden haben die Verkehrsverbindungen nach Wuhan weitgehend abgeschnitten, und versuchen, 50 Millionen Menschen zu isolieren. Mit dem Virus haben sich bisher mehr als 17 000 Menschen angesteckt, mehr als 360 starben.

© SZ.de/dpa/AP/thba
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