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Corona:Wissen hilft

Um das Virus und die Epidemie eindämmen zu können, muss die Zahl der Tests deutlich erhöht werden.

Das Robert-Koch-Institut hatte gerade noch den Personenkreis für Corona-Tests beschränkt, nun empfiehlt eine Gruppe von Wissenschaftlern dem Bundesinnenministerium (BMI) das Gegenteil: Die Testzahlen sollen wachsen, so gut es geht - von derzeit 350 000 pro Woche auf 1,4 Millionen. Nur so lasse sich die Epidemie kontrollieren und eindämmen. Die Wissenschaftler haben recht. Wer einen Feind bekämpfen will, der muss in Erfahrung bringen, wo dieser seine Truppen aufgestellt hat - und in welcher Mannstärke. Doch allzu oft kann Sars-CoV-2 in Deutschland noch im Geheimen operieren: Viel zu wenigen Menschen ist klar, dass sie infiziert sind. Wissen aber ändert Verhalten, erst recht das sichere Wissen, eine Gefahr für andere zu sein. Noch dazu sind Tests neben dem Zählen der Toten und Schwerstkranken derzeit das einzig probate Mittel, um die Stärke des Gegners auszukundschaften und die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Nur mit diesem Wissen werden sich mit der Zeit auch die Beschränkungen sinnvoll lockern lassen.

Funktionieren kann das mit den Tests allerdings nur, wenn jetzt nicht auf Fehler komm raus die Kapazitäten hochgefahren werden. Tests nützen lediglich dann etwas, wenn sie verlässlich sind. Sie sind aber komplizierter als Maskennähen, deshalb gehören sie in professionelle Hände. Am Ende kann sonst falsches Wissen schwerwiegende Konsequenzen haben - für die Bevölkerung ebenso wie für die anstehenden Entscheidungen.

© SZ vom 28.03.2020

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