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Corona:Wenn die Maske fällt

Wer im Nahverkehr mutwillig andere gefährdet, zahlt zu Recht.

Von Christian Wernicke

Wer nicht schützen will, muss zahlen: 150 Euro Bußgeld soll künftig berappen, wer in Bus oder Tram oder in der S-Bahn ohne Maske reist. So will Hendrik Wüst (CDU), der Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, all jene zur Räson bringen, die sich aus Jux oder Ignoranz weigern, im öffentlichen Nahverkehr ihren Beitrag zur Bekämpfung der Seuche zu leisten. 150 Euro, dafür bekämen die Masken-Verweigerer sonst zehn Kästen Bier.

Und die Flasche Bier ist ja allzu häufig dabei, wenn rücksichtslose Mitfahrer ohne Schutz über Mund und Nase das Virus wie die Ordnungsämter herausfordern. Es sind fast immer Männer, die auf diese Weise zeigen wollen, dass sie echte Kerle sind im Angesicht der Pandemie. Die Erfahrungen der Verkehrsbetriebe an Rhein und Ruhr lehren: Je länger der Tag, desto häufiger fällt die Maske. Bitten des Sitznachbarn um Rücksicht oder straffreie Appelle der Schaffner halfen wenig. Nun gilt: Raus aus dem Zug - und zahlen.

Das ist, da die Neuinfektionen wieder steigen, richtig. Covid-19 zwingt die Gesellschaft, nach Schwarzfahrern nun auch Dumm-Fahrer zu bestrafen. Nur, dies umzusetzen, ist schwer. Die Stimmung ist gereizt, auch in Bussen und Bahnen. Die Kontrolleure werde robuste Bodyguards benötigen, um die 150 Euro Corona-Buße zu kassieren.

© SZ vom 06.08.2020

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