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Corona weltweit:Luxemburgs Regierungschef nach EU-Gipfel positiv auf Corona getestet

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Xavier Bettel begibt sich in Quarantäne. In Petersburg werden innerhalb von 24 Stunden werden mehr als 100 Todesfälle registriert. Auch in Moskau steigen die Zahlen dramatisch an.

Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel ist nach dem EU-Gipfel in Brüssel positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte die luxemburgische Regierung am Sonntagabend mit. Der 48-Jährige habe milde Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen, werde seine Arbeit aber von zuhause aus fortsetzen. Vorgesehen seien zehn Tage Quarantäne.

Beim Gipfel hatte Bettel Kontakt mit vielen anderen europäischen Staats- und Regierungschefs, auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nach eigenen Angaben wurde er bislang einmal gegen das Coronavirus geimpft. Seine zweite Impfung hätte er diese Woche bekommen sollen, sagte eine Regierungssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Für Merkel hat der positive Test Bettels vermutlich keine Folgen. Die luxemburgische Regierung stufe keinen anderen Staats- und Regierungschefs als enge Kontaktperson ein, so die Sprecherin Bettels. Dies ist in Luxemburg den Angaben zufolge erst der Fall, wenn sich zwei Menschen in einem geschlossenen Raum ohne Maske länger als 15 Minuten näher als zwei Meter zusammen sind. Ein Sprecher des EU-Ratsvorsitzenden Charles Michel verwies auf Twitter darauf, dass beim Gipfel die Hygieneregeln eingehalten worden seien.

1300 Neuinfektionen in EM-Stadt St. Petersburg

In der EM-Spielstadt St. Petersburg ist vor dem Viertelfinalspiel am nächsten Freitag die Zahl der Corona-Neuinfektionen gestiegen. Am Sonntag meldeten die Behörden der russischen Hafenstadt fast 1300 neue Fälle innerhalb eines Tages, 50 mehr als am Vortag. Es gab erneut mehr als 100 Todesfälle binnen 24 Stunden. Landesweit sprachen die Behörden von 21 600 Neuinfektionen. Am schlimmsten ist demnach die Hauptstadt Moskau betroffen, wo es 6700 neue Erkrankte und 114 Todesfälle gab, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie, wie die Agentur Interfax meldete.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin drohte im Staatsfernsehen mit einem Lockdown. Er sagte mit Blick auf die sich rasante Verbreitung der Delta-Variante: "Um dieses Problem grundlegend zu lösen, muss man sich impfen lassen oder in einen Lockdown gehen." Moskau hatte am Samstag seine EM-Fanzone nach einer Schließung wieder geöffnet. Seit Anfang Juni steigen die Zahlen in Russland rasant.

Angesichts der weit verbreiteten Impfskepsis gibt es in mehreren Regionen Russland für bestimmte Berufe eine Impfpflicht. Dagegen demonstrierten am Samstag Berichten zufolge bis zu 100 Menschen in Moskau. Menschenrechtlern zufolge kamen dabei mindestens acht Menschen vorübergehend in Polizeigewahrsam. (27.06.2021)

Welle von Neuinfektionen in Großbritannien

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante ist die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien auf den höchsten Stand seit mehr als vier Monaten gestiegen. Am Samstag meldeten die Behörden 18 270 neue Fälle - etwa 2400 mehr als am Vortag und so viele wie seit dem 5. Februar nicht mehr. Im Vergleich zum vorigen Samstag hat sich die Zahl fast verdoppelt.

Mit Hilfe eines monatelangen Lockdowns und eines Impfprogramms hatte Großbritannien die Zahl der Neuinfektionen, Corona-Toten und Krankenhauspatienten weit nach unten gedrückt. Die hoch ansteckende Delta-Variante sorgt aber seit einigen Wochen für einen gegenläufigen Trend. Die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen wurde um vier Wochen verschoben.

Dennoch haben am Samstag in London Tausende gegen die Corona-Regeln der britischen Regierung protestiert und deren sofortige Aufhebung gefordert. Die Menge zog vom Hyde Park über die Einkaufsstraße Oxford Street zum Parlament. Dort warfen einige Teilnehmer Tennisbälle mit kritischen und beleidigenden Aufschriften über die Zäune.

Für Aufsehen sorgt in Großbritannien, dass etwa 2500 Menschen, die zwischen Februar und Mai ins Land kamen und danach positiv auf das Virus getestet wurden, von den Behörden nicht kontaktiert werden konnten. Sie hatten bei der Einreise falsch oder fehlerhafte Angaben zum Aufenthaltsort gemacht. (26.06.2021)

Südafrika zunehmend im Griff der Delta-Variante

In Südafrika steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder deutlich an. Nach Angaben der Regierung befindet sich das Land mit mehr als 56 Millionen Einwohnern zunehmend im Griff der besonders ansteckenden Delta-Variante. Binnen 24 Stunden gab es nach offiziellen Angaben 18 762 Neuinfektionen - 11 777 davon allein im Ballungszentrum um die Hauptstadt Pretoria und Johannesburg. Dort befindet sich mittlerweile die Gesundheitsinfrastruktur an der Kapazitätsgrenze.

Südafrika ist in Afrika zahlenmäßig das am schwersten betroffene Land. Bislang wurden 1,9 Millionen Fälle dokumentiert. Kapp 60 000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion.

In dem Land kursiert auch eine weitere Variante des Sars-CoV-2-Virus, die als besonders ansteckend gilt. Deswegen haben viele Länder Restriktionen für Reisende aus Südafrika verhängt. Die bisherigen Einschränkungen haben verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft. Millionen Menschen kämpfen ums Überleben, Armut und Nahrungsmittelunsicherheit haben sich in wenigen Wochen dramatisch verschärft. (26.06.2021)

Zu wenig Freiwillige: Pariser Diskos verschieben Öffnungs-Test

Wissenschaftler wollten am Wochenende in zwei bekannten Pariser Diskotheken das Übertragungsrisiko testen - daraus wird aber erstmal nichts. Wie die Einrichtung für Infektionskrankheiten ANRS mitteilte, reicht die Zahl der Freiwilligen nicht aus. Unter dem Motto "Reviens la nuit" (etwa: "Komm nachts wieder") wurden 4400 Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren gesucht. Die Partygänger sollten vollständig geimpft sein. Das Experiment soll nun zu einem späteren Termin nachgeholt werden.

Die Regierung hatte angekündigt, dass Partys in Frankreichs Clubs vom 9. Juli wieder steigen können. Die Zwangspause für Nachtclubs dauerte 15 Monate lang. Gäste sollen einen Test-, Impf- oder Genesungsnachweis vorzeigen. Die Clubs dürfen drinnen vorerst nur eine begrenzte Zahl an Menschen empfangen. Maskenpflicht gilt aber nicht. (26.06.2021)

Niederlande heben fast alle Corona-Maßnahmen auf

Die Niederlande haben einen großen Schritt zurück zu einem öffentlichen Leben fast ohne Corona-Beschränkungen gemacht. Fast alle im Zuge der Pandemie eingeführten Maßnahmen sind seit Samstag wieder aufgehoben. Als zentrale Regel gilt nur noch der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter. Wenn der - wie etwa in einer Disco - nicht eingehalten werden kann, ist Zutritt nur mit Test- oder Impfbeweis möglich. Die Regierung mahnte aber die Bürger weiterhin zur Vorsicht - auch im Blick auf die sich schnell verbreitende Delta-Variante des Virus, die als besonders ansteckend gilt.

Mehr als 15 Monate nach der erzwungenen Schließung öffneten bereits um Mitternacht in zahlreichen Städten Diskotheken und Nachtclubs wieder. Besucher konnten sich vor dem Eintritt testen lassen.

Auch für Gaststätten, Museen und Theater entfallen die Restriktionen. Und Fußballfans können ab sofort gemeinsam mit anderen die EM-Spiele auf Bildschirmen in Cafés und Kneipen anschauen. Auch andere Veranstaltungen sogar mit Zehntausenden Besuchern sind wieder möglich mit Test- oder Impfnachweis.

Die Maskenpflicht wurde ebenfalls fast vollständig aufgehoben. Nur in Bussen und Bahnen, auf Flughäfen sowie in Test- und Impfzentren müssen sie noch getragen werden. Die Niederlande haben zur Zeit etwa 29 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner pro Woche. Mehr als 50 Prozent der Einwohner haben zumindest eine Impfdosis erhalten. Fast jeder Dritte ist vollständig geimpft. (26.06.2021)

Zwei Wochen harter Lockdown in Sydney und Umgebung

Der Lockdown in Sydney wird ausgeweitet. Ab Samstag gelten für zwei Wochen strengere Vorschriften in der größten australischen Stadt und ihren Vororten. Grund für die Maßnahmen ist ein Ausbruch der Delta-Variante des Coronavirus mit 80 Ansteckungen. Die bisherigen Maßnahmen hätten nicht ausgereicht, erklärten die Gesundheitsbehörden. Die Fälle seien zu stark angestiegen. (26.06.2021)

USA geben 1,5 Millionen Impfdosen an Honduras

Honduras wird am Sonntag 1,5 Millionen Dosen des Moderna-Impfstoffs aus den USA erhalten. Wie das US-Präsidialamt mitteilt, sei dies der erste Teil einer Lieferung für das Land im Rahmen des internationalen Impfstoffprogramms Covax. "Wir teilen Impfstoffe mit Honduras, weil es aus globaler Perspektive für die Gesundheit der Bevölkerung das Richtige ist", teilte Juan Gonzalez, Direktor für die westliche Hemisphäre im Nationalen Sicherheitsrat der USA, in einer Erklärung mit. (26.06.2021)

FDA stattet Impfstoffe mit ergänzten Beipackzetteln aus

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Beipackzettel zu den Impfstoffen von Pfizer und Biontech sowie Moderna um eine Warnung ergänzt, die auf das seltene Risiko einer Herzentzündung hinweist. Die Entscheidung folgt einer umfangreichen Überprüfung durch die US-Gesundheitsbehörde CDC. Nach Angaben der Behörde war es zuvor bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders nach der zweiten Dosis unerwartet oft zu Herzmuskelentzündungen gekommen. (26.06.2021)

EU-Kommission will verdoppelte Impfanstrengung im Kampf gegen Delta-Variante

Die Europäische Kommission fordert von den EU-Staaten mehr Einsatz im Kampf gegen die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. "Für die Ungeimpften und nur teilweise Geimpften ist die Delta-Variante eine echte Bedrohung", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der "Welt" (Samstagausgabe) einem Vorabbericht zufolge. Solange kein höheres Niveau bei den Zweitimpfungen erreicht sei müsse alles getan werden, um die Übertragungskette der Delta-Variante zu unterbrechen. Die EU-Gesundheitskommissarin erklärte auch, dass weitere politische Maßnahmen ergriffen werden müssten, falls dies erforderlich sei. Es müsse jetzt gehandelt werden, um eine neue Covid-Welle zu verhindern. (26.06.2021)

© SZ/dpa/rtr/bloom/KNA/jael/kast/saul/jbee
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