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Corona-Politik:Bundesregierung erleichtert Urlaubsreisen

Mini-Sommer in Mecklenburg-Vorpommern

Mit den neuen Einreisebestimmungen ist nicht nur Urlaub am heimischen Ostseestrand, wie hier in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch im Ausland wieder möglich.

(Foto: Jens Büttner/dpa)

Quarantäneregeln bei der Rückkehr aus einigen europäischen Touristenzielen werden gelockert: Künftig reicht ein negativer Test, um Quarantäne zu vermeiden.

Von Nico Fried

Zehn Tage vor Pfingsten und den damit verbundenen Schulferien in einigen Bundesländern hat die Bundesregierung die Reisebeschränkungen gelockert. Laut einer Verordnung, die am Donnerstag in Kraft getreten ist, gilt zwar bei der Einreise weiter eine grundsätzliche Quarantänepflicht für Erwachsene und Kinder ab einem Alter von sechs Jahren. Mit einem negativen Corona-Test können sie sich aber nach dem Aufenthalt in mehreren beliebten Urlaubsländern davon befreien. Für Personen, die von einer Covid-19-Infektion genesen oder vollständig geimpft sind, sind die Regelungen noch lockerer.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) rechnet nicht damit, dass sich das Infektionsgeschehen durch die Neuregelung wieder erhöht. "Für die Pandemie-Bekämpfung ist ein Testergebnis schwarz auf weiß allemal besser als eine Quarantäne, die - wenn überhaupt - nur sporadisch überprüft wird", sagte Seehofer. Der Deutsche Reiseverband reagierte erfreut auf die Lockerungen. Die neue Einreiseverordnung eröffne den Urlaubern und auch der Reisewirtschaft wieder eine positive Perspektive, sagte Präsident Norbert Fiebig. "Dem Sommerurlaub am Mittelmeer, nach dem sich so viele Menschen sehnen, steht nichts mehr im Weg."

Ein negativer Test bei der Einreise genügt nun bei der Rückkehr aus Ländern, deren Inzidenz unter 200 liegt. Das ist derzeit in 18 von 26 Staaten der Europäischen Union der Fall, darunter Spanien, Italien, Griechenland und Österreich. Andere Urlaubsländer wie Frankreich, Slowenien und Kroatien sowie außerhalb der EU die Türkei, Zypern, Ägypten und Tunesien gelten noch als Hochinzidenzgebiete. Wer von dort einreist, muss weiter in eine zehntägige Quarantäne, aus der man sich aber nach frühestens fünf Tagen freitesten kann.

Noch leichter haben es Reisende, die eine überstandene Corona-Infektion oder eine vollständige Impfung nachweisen können. Sie müssen sich nicht mehr testen lassen, außer sie reisen aus einem Risikogebiet mit neuen Virusvarianten ein. Dazu zählen unter anderem Indien, Brasilien oder Südafrika. Nach einem Aufenthalt in diesen Ländern gilt grundsätzlich eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Reisenden.

Die Aussicht auf Lockerungen für Geimpfte erhöht offenbar die Nachfrage nach dem Impfstoff von Astra Zeneca. Für dieses Vakzin hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jüngst nicht nur die Priorisierung aufgehoben, sondern auch die bisherige Empfehlung relativiert, die zweite Impfung erst etwa zwölf Wochen nach der ersten zu verabreichen, um so die bestmögliche Immunisierung zu erreichen. Der Impfstoff sei nun so stark nachgefragt, "dass die bereitgestellten Mengen nicht mehr ausreichen", sagte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der Rheinischen Post.

Der Freistaat Bayern will in der kommenden Woche die Priorisierung für alle verfügbaren Impfstoffe in Hausarztpraxen aufheben. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an. Ähnliche Ankündigungen kamen aus den Regierungen von Baden-Württemberg und Berlin. Bei den Medizinern traf dies nicht auf ungeteilte Zustimmung: Berlins Kassenärzte reagierten mit Kritik. Durch die Aufhebung der Priorisierung würden falsche Erwartungen geweckt, Chaos in den Praxen sei programmiert, hieß es in einer Mitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) der Hauptstadt.

© SZ
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