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Corona-Krise:Wie es mit den Corona-Tests nun weitergeht

Lesezeit: 3 min

Kostenlose Schnelltests gibt es seit diesem Donnerstag nur noch für wenige Menschen, in vielen Fällen muss man drei Euro zahlen. Antworten auf die wichtigsten Fragen zur neuen Regelung.

Von Kassian Stroh

Seit März 2021 konnte sich jeder in Deutschland kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Doch die Zeit dieser sogenannten Bürgertests ist nun vorbei. Von diesem Donnerstag an gibt es kostenlose Tests nur noch für wenige Personengruppen; in vielen Fällen muss man drei Euro zahlen. Es geht dabei um Schnelltests in Testzentren oder Apotheken zum Beispiel, für PCR-Tests gelten eigene Vorschriften. Ein Überblick über die neuen Regelungen:

Für wen sind die Corona-Tests weiterhin kostenlos?

  • Erstens für Menschen, die sich nicht impfen lassen können - also zum Beispiel Kinder unter fünf Jahren oder Schwangere im ersten Drittel ihrer Schwangerschaft.
  • Zweitens Menschen, die in einer Klinik, Behinderten- oder Pflegeeinrichtung leben oder arbeiten oder dort jemanden besuchen.
  • Drittens Menschen, die zu Hause einen Angehörigen pflegen oder mit jemandem in einer Wohnung zusammenleben, der an Covid-19 erkrankt ist.
  • Und schließlich Personen, die einen negativen Test brauchen, um eine Corona-Quarantäne beenden zu können ("Freitesten"). Das ist aber in vielen Quarantäne-Fällen nicht mehr nötig.

Dass man zu einer dieser Personengruppen gehört, muss man nachweisen beziehungsweise glaubhaft machen können. Bei Besuchen in Pflegeheimen oder Krankenhäusern gibt es oft kostenlose Tests vor Ort oder man legt im Testzentrum eine entsprechende Bestätigung des Heims vor. Detailliertere Infos finden sich auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums.

Wer muss jetzt für einen Test drei Euro zahlen?

In manchen Fällen hält es der Bund für so sinnvoll, dass man sich testen lässt, dass er den Großteil der Kosten dafür übernimmt. Dann muss man für einen Schnelltest nur drei Euro zahlen. Diese drei Fälle sind:

  • Wenn man am selben Tag eine Veranstaltung besuchen will, die nicht im Freien stattfindet.
  • Wenn man am selben Tag Kontakt zu einer Person haben wird, die ein hohes Risiko hat, schwer an Covid-19 zu erkranken - dazu zählen Menschen ab 60 Jahren sowie Menschen mit einer Behinderung oder Vorerkrankung.
  • Wenn man bei seiner Corona-Warn-App eine rote Warnung wegen eines erhöhten Infektionsrisikos bekommen hat.

Auch das muss man nachweisen - etwa indem man ein Konzertticket vorlegt, die Corona-App herzeigt oder glaubhaft versichert, dass man nachmittags bei der Großmutter zum Kaffee eingeladen ist.

Kann ich Tests auch selber zahlen?

Klar, wenn dies das Testzentrum oder die Apotheke Tests für Selbstzahler anbietet.

Und was mache ich, wenn ich für Corona typische Symptome zeige?

Einen Arzt kontaktieren, der dann einen Test machen oder veranlassen kann, für den die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Und natürlich bleibt immer die Möglichkeit, sich auch selbst auf das Coronavirus zu testen.

Gibt es auch kostenlose PCR-Tests?

Ja, zum Beispiel wenn der Arzt das veranlasst, weil man Symptome zeigt. Oder wenn man einen positiven Schnell- oder Selbsttest hat, um eine mögliche Corona-Infektion zu bestätigen. Und in einer Reihe weiterer Fälle, die das Gesundheitsministerium aufgelistet hat. Dass die Corona-Warn-App rot leuchtet, reicht aber nicht für einen kostenlosen PCR-Test.

Warum schafft der Bund die kostenlosen Bürgertests ab?

Weil sie ihm zu teuer geworden sind. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lagen die Ausgaben dafür zuletzt bei etwa einer Milliarde Euro pro Monat. "Es kann nicht alles auf Dauer vom Bund gezahlt werden, weil unsere Möglichkeiten an Grenzen gekommen sind", sagt Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Deswegen bekommen die Testzentren jetzt auch weniger Geld. Nämlich nur noch 9,50 Euro pro Test, von denen gegebenenfalls drei Euro der Getestete selber zahlt und der Bund dann noch 6,50 Euro. Bisher wurden 11,50 Euro pro Schnelltest vergütet.

Wie ist die aktuelle Corona-Lage in Deutschland?

Seit etwa einem Monat steigt die Zahl der offiziell bestätigten Corona-Infektionen wieder ziemlich steil an, Gesundheitsminister Lauterbach spricht von einer "Sommerwelle". Am Donnerstag lag der vom Robert-Koch-Institut errechnete Inzidenzwert bei bundesweit 669. Allerdings ist davon auszugehen, dass die tatsächlichen Zahlen höher sind, da in die Statistik nur positive PCR-Tests eingehen und nicht alle Menschen mit einem Corona-Verdacht auch einen PCR-Test machen. Seit Anfang Juni steigt zudem die Zahl derer, die mit Covid-19 ins Krankenhaus kommen - genauso wie die Zahl der Patienten, die deswegen auf einer Intensivstation liegen.

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