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Corona:Regierung hält an harten Maßnahmen fest

Lehrerin mit dicker Winterjacke und Mundschutzmaske im PrâÄ°senzunterricht, Gestik, Corona-Krise, Stuttgart, Baden-W¸rtte

Bei dem Gespräch der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin wird es auch um die Lage an den Schulen gehen.

(Foto: Michael Weber/imago images)

Bundeskanzlerin Merkel stimmt die Bürger auf schwere Monate ein. Bayerns Ministerpräsident Söder hält es für möglich, dass die Einschränkungen noch verschärft werden.

Von Robert Roßmann, Berlin

Vor dem Gespräch der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin an diesem Montag zeichnet sich keine Lockerung der Maßnahmen gegen die Pandemie ab. Die Bürger scheinen sich sogar darauf einstellen zu müssen, dass der Teil-Lockdown verlängert werden könnte. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte der Süddeutschen Zeitung: "Die Kurve flacht sich ab, aber die Zahlen sind nach wie vor zu hoch." Man müsse "wieder auf den Inzidenzwert von 50 kommen - nur dann können Infektionen nachhaltig nachverfolgt werden". Derzeit liegt der Inzidenzwert, also die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche, in Bayern bei etwa 180. Bundesweit lag er am Sonntag bei 143.

An diesem Montag wollen die 16 Ministerpräsidenten zusammen mit der Bundeskanzlerin eine Zwischenbilanz der Einschränkungen, die den ganzen November über dauern sollen, ziehen. Söder geht davon aus, dass es bei diesem Gespräch noch zu früh für grundsätzliche Entscheidungen ist. "Wir können erst nächste Woche entscheiden, ob wir den Lockdown verlängern oder sogar vertiefen müssen", sagte der CSU-Chef. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) plädierte dafür, die Auswirkungen der bereits geltenden Einschränkungen auf die Zahl der Neuinfektionen und auf Lage in den Krankenhäusern noch etwas zu beobachten. Aktuell könne man "nur eine geringe Veränderung beobachten", sagte Kretschmer.

Es wird deshalb voraussichtlich am 23. oder 25. November eine weitere Besprechung der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin geben, bei der die Maßnahmen gegen die Pandemie sogar verlängert und verschärft statt gelockert werden könnten. Die Kanzlerin stimmte die Bürger bereits auf schwere Monate ein. "Der vor uns liegende Winter wird uns allen noch viel abverlangen", sagte Angela Merkel in einem Video-Podcast. Das Virus werde "noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen". Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet laut Bild am Sonntag damit, dass es in den nächsten vier bis fünf Monaten "noch zu erheblichen Vorsichtsmaßnahmen kommen" wird.

Söder sagte, es müsse jetzt "besonderes Augenmerk" auf den Schulen liegen. "Die Stimmung in der Schulfamilie" sei "sehr angespannt". Man brauche nun "einheitliche Corona-Regeln: zum Beispiel eine Maskenpflicht für alle Schulen in Deutschland. Und vorsorglich eine Regelung, ab wann und wie für ältere Jahrgänge der Unterricht in Präsenz oder bei Bedarf im Wechsel stattfinden könnte". Außerdem brauche man "eine klare Vereinbarung, Lehrpläne anzupassen und so den Leistungsdruck für die Schüler zu reduzieren".

Die Frage, wie man mit den Schulen umgehen soll, dürfte bei der Besprechung an diesem Montag eine große Rolle spielen. Laut Kultusministerkonferenz befinden sind bereits knapp 200 000 Schüler in Quarantäne. Das entspricht 1,8 Prozent aller Schüler. 106 Schulen sind komplett und 4074 teilweise geschlossen.

© SZ/stad
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