Corona-Krise:Maskenpflicht in München

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Sinken die Corona-Zahlen nicht rasch, gelten in der Stadt auch verschärfte Regeln für private Treffen. Bundesweit sollen Fieber-Ambulanzen für Patienten mit Symptomen eingerichtet werden.

Von Kristiana Ludwig und Jakob Wetzel, Berlin/München

Senkrechtluftbild Platz- Ensemble ' Marienplatz ' im Ortsteil Altstadt in München im Bundesland Bayern, Deutschland

Bitte Abstand halten: In München sollen sich ab Donnerstag weniger Menschen treffen dürfen, außerdem soll in der Fußgängerzone – wie hier auf dem Marienplatz – Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

(Foto: Daniel Reiter/picture alliance/euroluftbild)

In München gilt von kommendem Donnerstag an eine generelle Maskenpflicht in der Fußgängerzone der Altstadt und auf dem Viktualienmarkt - jedenfalls, wenn die Infektionszahlen in der Stadt bis Mittwoch noch oberhalb der Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern liegen. Das kündigte am Montag Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) an. Nach dem Wochenende hatte der Wert bei 56,13 gelegen. "Wir müssen alles tun, um Menschenansammlungen zu vermeiden", sagte Reiter.

Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte mit Blick auf Zusammenkünfte auf dem Viktualienmarkt und auf mehreren anderen Plätzen in München, bei denen die Menschen dicht gedrängt auf das ausgefallene Oktoberfest anstießen, von teils "sehr verstörenden Bildern" gesprochen.

Wenn sich die Zahlen nicht bessern, sollen neben verpflichtender Mund-Nase-Bedeckung in München für mindestens sieben Tage weitere Auflagen gelten. In der ganzen Stadt dürften dann noch höchstens fünf Personen zusammenkommen, egal ob im Freien, in einer Wohnung oder in einer Gaststätte. Ausnahmen soll es nur für Familien geben sowie dann, wenn alle Beteiligten in maximal zwei Haushalten leben. Auch Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern sind nur noch in kleinerem Rahmen gestattet: Erlaubt sind maximal 50 Menschen im Freien oder 25 in geschlossenen Räumen. Nach einer Woche werde neu entschieden, sagte Reiter. Schulen und Kindertagesstätten sollen jedoch bis auf Weiteres für alle geöffnet bleiben. Familien sollten nicht zusätzlich belastet werden, allerdings werde die Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse noch längere Zeit gelten.

In Berlin tagte am Montag das Corona-Kabinett, wo Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine neue Teststrategie ankündigte, die ab Mitte Oktober greifen soll. Spahn empfiehlt einen breiteren Einsatz von neuen Antigentests, die etwa in Pflegeheimen schneller Ergebnisse liefern sollen. Er plädierte zudem für die Einrichtung von Fieber-Ambulanzen und damit für eine Infrastruktur, "die sicherstellt, dass nicht im Wartezimmer sich die Menschen untereinander anstecken. Das macht Sinn für Corona und auch bei der Grippe und einer möglichen Grippewelle". Gemeint seien auch "Schwerpunktsprechstunden" oder "Schwerpunktpraxen", an die sich Patienten künftig wenden sollen.

Noch in diesem Jahr will der Bund zudem 500 Millionen Euro bereitstellen, um Dienstlaptops für Lehrkräfte anzuschaffen. Das sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Montag nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU), SPD-Chefin Saskia Esken und den Kultusministern der Länder. Das Programm soll aus dem EU-Wiederaufbaufonds finanziert werden, doch den wird es wohl erst 2021 geben. Der Bund will nun in Vorleistung gehen. Beraten wurde auch über die Frage, ob im Herbst und Winter zusätzliche Maßnahmen für die Lufthygiene an Schulen erforderlich sind, allerdings ohne konkretes Ergebnis.

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