Corona:Spahn will Zusatzimpfungen anbieten

Corona-Impfung (Symbolbild)

An diesem Montag berät die Gesundheitsministerkonferenz über Impfangebote für Jugendliche und die dritte Corona-Impfung. (Symbolfoto)

(Foto: Gregor Fischer/dpa)

Mit Astra Zeneca Geimpfte und besonders gefährdete Menschen sollen von Herbst an zusätzliche Immunisierungen mit mRNA-Vakzinen angeboten bekommen. Seit Sonntag gelten zudem neue Regeln für die Einreise nach Deutschland.

Von Nico Fried, Berlin

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will von September an Auffrischungsimpfungen für vom Coronavirus besonders gefährdete Gruppen ermöglichen. Zudem sollen alle vollständig Geimpften, die in den vergangenen Monaten Vakzine von Astra Zeneca oder Johnson & Johnson erhalten haben, ebenfalls von September an eine Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna erhalten können. Das sieht ein Beschlussentwurf des Bundesgesundheitsministeriums für die Konferenz mit den Gesundheitsministern der Länder vor, die an diesem Montag stattfindet. Das Papier liegt der Süddeutschen Zeitung vor.

Studienergebnisse wiesen darauf hin, "dass es bei bestimmten Personengruppen vermehrt zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen Covid-19-Impfung kommen kann", heißt es in dem Entwurf des Gesundheitsministeriums. Dies gelte insbesondere für die Gruppe relevant immungeschwächter Patientinnen und Patienten sowie für Höchstbetagte und Pflegebedürftige. Deshalb sollen die Länder mobile Teams in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weitere Einrichtungen mit sogenannten vulnerablen Gruppen schicken. Für gefährdete Personen, die noch zu Hause leben, sollen die Hausärzte entsprechende Impfungen anbieten.

Die Gesundheitsminister wollen auch einen Beschluss zur Impfung von Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren fassen. In dieser Frage war es zuletzt zu intensiven Debatten zwischen der Politik und der Ständigen Impfkommission (Stiko) gekommen. Zwar sind mittlerweile die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna in der Europäischen Union für diese Altersgruppe zugelassen. Die Stiko hat es aber bislang aufgrund nicht ausreichender Datenlage abgelehnt, eine allgemeine Empfehlung für eine Immunisierung von Jugendlichen ab zwölf Jahren abzugeben. Zuletzt hatten sich deshalb Gesundheitsminister Jens Spahn und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit der Stiko angelegt, weil sie eine unnötige Verzögerung der Impfkampagne befürchteten. Die Stiko wiederum hatte sich gegen politischen Druck verwahrt.

In dem Beschlussentwurf für die Konferenz mit den Ländern verzichtet das Gesundheitsministerium nun darauf, eine klare Empfehlung für die Impfung von Jugendlichen auszusprechen und sich damit gegen die Stiko zu stellen. Stattdessen heißt es lediglich: "Es werden nunmehr alle Länder Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige in den Impfzentren anbieten." Ärztliche Aufklärung sowie eine notwendige Zustimmung der Sorgeberechtigten würden dabei sichergestellt. Zudem könnten Kinder und Jugendliche auch durch die niedergelassenen Kinder-und Hausärzte sowie von Betriebsärzten geimpft werden.

Ohnehin kommen die Impfungen von Jugendlichen inzwischen offenbar gut voran. Wie Spahn am Wochenende per Twitter mitteilte, haben von 4,5 Millionen Jugendlichen dieser Altersgruppe bereits 900 000, also rund 20 Prozent, mindestens eine erste Impfung erhalten, seit der Impfstoff von Biontech vor genau zwei Monaten für Jugendliche freigegeben worden ist.

Seit Sonntag gelten zudem neue Einreisebestimmungen an den deutschen Grenzen. Auch Autofahrer und Zugreisende müssen nun Impf- oder Testnachweise vorweisen können. Überprüft wird das allerdings nur stichprobenweise.

© SZ
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