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Deutschland:Kein Bevölkerungswachstum im vergangenen Jahr

Menschen in der Stadt

2019 hatte die Bevölkerungszahl in Deutschland einen Höchststand erreicht.

(Foto: Georg Wendt/dpa)

Laut Statistischem Bundesamt gibt es erstmals seit 2011 keinen Zuwachs. Grund dafür ist auch die Corona-Pandemie.

Ende 2020 haben in Deutschland nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes 83,2 Millionen Menschen gelebt. Aufgrund einer geringeren Nettozuwanderung und einer gestiegenen Zahl an Sterbefällen bei voraussichtlich etwas weniger Geburten als im Vorjahr hat die Bevölkerungszahl damit erstmals seit 2011 nicht zugenommen, wie die Statistikbehörde am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. In den drei Jahrzehnten seit der deutschen Wiedervereinigung war die Bevölkerung Deutschlands überwiegend gewachsen, mit Ausnahme der Jahre 1998 sowie 2003 bis 2010.

Das Bevölkerungswachstum der Vorjahre hatte sich nach Angaben des Bundesamtes jedoch ausschließlich dadurch ergeben, dass mehr Menschen zugewandert als abgewandert waren. Ohne diese Wanderungsgewinne würde die Bevölkerung bereits seit 1972 schrumpfen, da seither jedes Jahr mehr Menschen starben als geboren wurden.

Weniger Geburten, mehr Sterbefälle

Die Zahl der Geburten dürfte 2020 gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen haben. Gleichzeitig gehen die Statistiker von einem spürbaren Anstieg der Sterbefälle aus, auch infolge der Corona-Pandemie. Für 2020 ist demnach mit 755 000 bis 775 000 Geborenen und mindestens 980 000 Gestorbenen zu rechnen. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 hatte die Zahl der Geborenen 778 090, die Zahl der Gestorbenen 939 520 betragen.

Die Nettozuwanderung nach Deutschland, also das Saldo aus Zu- und Fortzügen, wird für 2020 auf 180 000 bis 240 000 Personen geschätzt (2019: 327 060). Der Wanderungsbilanz würde damit nach dem Höchstwert im Jahr 2015 (1 139 402) im fünften Jahr in Folge gegenüber dem Vorjahr abnehmen. Im Jahr 2020 dürften sich laut Statistikbehörde insbesondere Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie und wirtschaftliche Folgen eindämmend auf die Wanderung ausgewirkt haben.

© SZ/epd/Berj/mkoh
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