Coronavirus weltweit:Großbritannien beruft G7-Treffen der Gesundheitsminister ein

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In mehreren europäischen Ländern wurden Fälle der Omikron-Variante entdeckt. Die Erkrankten sind zuvor aus dem südlichen Afrika zurückgekehrt. Ein Moderna-Impfstoff gegen die Mutante könnte Anfang 2022 zur Verfügung stehen.

Angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus hat Großbritannien ein außerplanmäßiges Treffen der G7-Gesundheitsminister einberufen. Die Fachminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen werden am Montag die aktuellen Entwicklungen diskutieren, wie die britische Regierung am Sonntagabend mitteilte. Großbritannien hat noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der G7-Staaten inne. Neben Deutschland und Frankreich gehören auch Italien, die USA, Kanada und Japan zu dem Bündnis.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zunächst im Süden Afrikas entdeckte Variante als "besorgniserregend" eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass Omikron die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Mutante hat, steht allerdings noch nicht fest.

Mittlerweile sind in etlichen Ländern - darunter auch Deutschland und Großbritannien - Fälle der Variante aufgetaucht. Mehrere Länder haben bereits wieder schärfere Reisebeschränkungen eingeführt. (28.11.21)

13 Fälle der Omikron-Variante in den Niederlanden

In den Niederlanden sind bei 13 Reisenden aus Südafrika Infektionen mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron festgestellt worden. Das teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Sonntag mit. Die Personen waren am Freitag mit der niederländischen Fluggesellschaft KLM nach Amsterdam gekommen.

Insgesamt hatte die Gesundheitsbehörde am Flughafen Schiphol mehr als 600 Passagiere von zwei KLM-Flügen getestet, 61 Tests waren positiv. Alle Betroffenen werden in einem Quarantäne-Hotel isoliert.

Gesundheitsminister De Jonge appellierte erneut an alle seit dem vergangenen Montag aus dem südlichen Afrika in die Niederlande eingereisten Personen, sich umgehend testen zu lassen. Inzwischen wurden die Regeln für den Zutritt zu KLM-Flugzeugen in Südafrika verschärft. Auch doppelt geimpfte Personen dürfen nur noch mit einem negativen PCR-Test an Bord, zudem muss kurz vorher auch noch ein Schnelltest negativ ausfallen. Bisher mussten Geimpfte keinen Test vorweisen. (28.11.2021)

Schweizer Corona-Maßnahmengegner scheitern bei Votum zu 3-G-Zertifikat

Bei einer Volksabstimmung über das Schweizer Covid-Zertifikat haben Corona-Maßnahmengegner eine deutliche Niederlage erlitten. Nach Auszählung aller Kantone unterstützten am Sonntag 62 Prozent der Wählerinnen und Wähler den 3-G-Nachweis, der in der Gastronomie, bei Veranstaltungen und in Freizeiteinrichtungen vorgezeigt werden muss.

Die rechtskonservative SVP hatte gemeinsam mit mehreren anderen Gruppierungen das Referendum gegen den Covid-Pass unterstützt. Sie halten es für unangemessen, ein Zertifikat als Eintrittskarte zu verlangen. Dies spalte das Land und führe zu einem indirekten Impfzwang. Die Regierung hatte hingegen argumentiert, dass ohne solch einen Nachweis über Impfung, Genesung oder negativen Corona-Test Großveranstaltungen verboten werden müssten und es wieder zu landesweiten coronabedingten Schließungen kommen könne.

Konkret wurde über eine Gesetzesänderung vom März 2020 abgestimmt, die nicht nur die Grundlage für das Zertifikat schuf, sondern auch eine bessere Kontakt-Nachverfolgung von Infizierten ermöglichte und Wirtschaftshilfen für pandemiebetroffene Unternehmen ausbaute. Ein "Nein" zu der Novelle hätte auch diese Maßnahmen gekippt. Die Zustimmungsrate von 62 Prozent entsprach in etwa dem Anteil der vollständig Geimpften in der Schweizer Bevölkerung. Die SVP will weiter gegen noch schärfere Corona-Maßnahmen ankämpfen. (28.11.2021)

Moderna arbeitet seit Donnerstag an Omikron-Impfstoff

Der Impfstoffhersteller Moderna hat bereits am gerade vergangenen Thanksgiving-Feiertag mit der Arbeit an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen. Hunderte seiner Mitarbeiter hätten nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante direkt an dem in den USA üblicherweise groß gefeierten Festtag angefangen, an einer entsprechenden Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte der Chef des Pharmakonzerns, Paul Burton, in einem BBC-Interview. Thanksgiving fiel in diesem Jahr auf den 25. November - also den vergangenen Donnerstag.

Es werde noch einige Wochen dauern, bis man gesicherte Erkenntnisse darüber habe, wie sehr sich die neue Corona-Variante der Wirkung der aktuellen Impfstoffe entziehe und ob ein neues Vakzin produziert werden müsse. Sollte dies der Fall sein, rechne er damit, dass dieser Anfang 2022 in großem Maßstab hergestellt werden könnte. Wie auch das Mittel von Biontech gehört das Vakzin von Moderna zu den mRNA-Impfstoffen, deren Anpassung an neue Varianten als relativ gut machbar gilt. "Das ist ein gefährlich erscheinendes Virus", sagte Burton. "Aber ich denke, wir haben jetzt viele Werkzeuge in unserem Arsenal, um es zu bekämpfen, also bin ich optimistisch." (28.11.2021)

Immer mehr Omikron-Fälle in Europa

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Überall in Europa wächst die Sorge vor dem neuen Virustyp. Auch in Deutschland gibt es erste Fälle. Neben den Fällen in den Niederlanden wurde einer in Belgien bestätigt sowie zwei in Großbritannien. Beide Fälle dort sollen miteinander in Verbindung stehen und auf Reisen in den Süden Afrikas zurückzuführen sein. Als Reaktion darauf verschärft das Vereinigte Königreich seine Einreiseregeln. Reisende aus aller Welt müssen an Tag Zwei nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne gehen, wie der britische Premier Boris Johnson mitteilte.

In Italien ist ebenfalls die Omikron-Variante festgestellt worden - bei einer Person, die aus Mosambik eingereist sein soll, hieß es vom nationalen Gesundheitsinstitut ISS. Der Patient befinde sich in guter körperlicher Verfassung. Tschechien meldet auch einen Fall. Nach einer sogenannten Genomsequenzierung stehe dies "mit rund 90-prozentiger Sicherheit" fest, sagte ein Sprecher des Krankenhauses im nordböhmischen Liberec (Reichenberg) am Samstagabend im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender CT. Eine weitere Probe sei zur näheren Analyse an das nationale Referenzlabor in Prag geschickt worden. Nach Aussage des geschäftsführenden tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis handelt es sich bei der Patientin um eine Frau, die mit dem Flugzeug aus Namibia zurückgekehrt war - mit Umstieg in Südafrika und Dubai. Sie befinde sich in Isolierung, alle Kontakte würden nachverfolgt. Die Frau habe einen leichten Krankheitsverlauf und sei geimpft gewesen.

In Österreich gibt es einen ersten Omikron-Verdachtsfall. Wie das Land Tirol mitteilt, liegt seit Samstagabend ein positives PCR-Testergebnis im Bezirk Schwaz vor, das mit einer Südafrikareise zusammenhängt. Es bestehe ein konkreter Verdacht, dass es sich um die neue Virus-Mutation handeln könnte. Die betroffene Person weise derzeit allerdings keine Symptome auf. Dänemark meldet ebenfalls zwei Verdachtsfälle.

Auch Australien meldet inzwischen zwei bestätigte Omikron-Fälle. Die Gesundheitsbehörden in New South Wales, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat, erklärten, es seien zwei Passagiere positiv auf die neue Coronavirus-Mutante getestet worden. Sie seien am Samstagabend aus dem südlichen Afrika in Sydney angekommen.

Die deutsche Lufthansa hält die Flugverbindungen nach Südafrika vorerst aufrecht, wie ein Sprecher auf Anfrage bestätigte. "Der Flugplan wird aufrechterhalten, die Flüge finden statt" - natürlich würden dabei die geltenden Auflagen eingehalten.

Unklar ist, inwieweit die bisherigen Impfstoffe gegen die neue Corona-Variante schützen. Da die Omikron-Variante besonders viele Mutationen an kritischen Stellen aufweist, tun sich die nach der Impfung gebildeten Antikörper womöglich schwerer, die neue Variante im Körper zu erkennen. Dennoch: Die Impfung bleibt auch in diesem Fall die beste Option, wie Experten sagen. "Alle Menschen, die sich impfen lassen, fangen nicht bei null an, wenn sie sich mit einer neuen Variante infiziert haben", betonte Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI). Sie hätten auf jeden Fall schon einen gewissen Impfschutz, das sei entscheidend zu wissen.

Zwar gebe es bei Omikron viele Veränderungen an Stellen, an denen gerade die besten Antikörper binden können, sagte daneben Leif Erik Sander, Immunologe an der Charité Berlin. "Aber unser Körper bildet eine Unmenge an verschiedenen Antikörpern." Hinzu kämen spezielle Zellen der Immunabwehr, die in der Regel ganz andere Stellen erkennen als die Antikörper. "Also wir haben immer ein Netz und einen doppelten Boden."

Gerade bei der zellulären Immunität sei er sehr optimistisch, dass sie auch bei Omikron greife - und das sei die, die den Körper schütze, wenn das Virus in die Lunge eindringe und dort zu schwerem Lungenversagen führen könnte. Für eine genaue Einschätzung fehlten freilich bislang noch Daten. Darum sei auch unklar, ob eine Anpassung der Impfstoffe nötig werde. (28.11.2021)

Israel schottet sich ab

Im Kampf gegen die neue Südafrika-Variante Omikron des Coronavirus schottet Israel sich ab. Die Regierung unter Ministerpräsident Naftali Bennett untersagt Ausländern aus allen Ländern die Einreise. Die Maßnahme soll 14 Tage dauern. Zudem solle auch wieder die Handy-Überwachung eingesetzt werden, um Infizierte zu finden. In Israel ist bislang bei einer Person Omikron bestätigt worden. Zudem gibt es sieben weitere Verdachtsfälle.

Israel hatte sehr früh nach den ersten Meldungen aus Südafrika über die neue Variante Maßnahmen ergriffen. Die US-Regierung lobte Südafrikas Handeln als vorbildlich. Außenminister Antony Blinken habe in einem Telefonat mit seinem südafrikanischen Amtskollegen Naledi Pandor insbesondere die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Südafrika für die schnelle Identifizierung der Omikron-Variante hervorgehoben, teilte das US-Außenministerium am Samstag mit. Blinken habe auch die südafrikanische Regierung für ihre Transparenz bei der Weitergabe dieser Informationen gelobt. Dieses Verhalten sollte als "Vorbild für die Welt" dienen. (27.11.2021)

Hongkongs Omikron-Infizierte weisen ungewöhnlich starke Viruslast auf

Die zwei bestätigten Omikron-Infizierten in Hongkong weisen offenbar eine sehr schnell ansteigende Viruslast auf. Die PCR-Tests der zwei Männer, die wenige Tage zuvor noch negativ ausfielen, enthielten einen Ct-Wert von 18 und 19. "Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren", schreibt der Epidemiologe Eric Feigl-Ding, der lange Zeit an der Universität Harvard forschte. Es sehe so aus, als ob die Variante dem Impfschutz tatsächlich entgehen könnte, so Feigl-Ding weiter.

Laut Angaben der Hongkonger Regierung wurde die Omikron-Variante des Coronavirus von einem Reisenden aus Südafrika eingeschleppt, der sich seit seiner Ankunft am 11. November in einem Quarantäne-Hotel befand. Am 13. November wurde er positiv getestet.

Es wird davon ausgegangen, dass der Mann trotz strenger Isolation einen 60-Jährigen im gegenüberliegenden Zimmer des Quarantäne-Hotels angesteckt hat. Dieser wurde am 18. November während seines vierten PCR-Tests positiv getestet. In beiden Fällen wurde bei einer späteren Genomsequenzierung deutlich, dass sie sich mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert hatten.

Einer Stellungnahme der Hongkonger Regierung zufolge soll der Einreisende aus Südafrika möglicherweise keinen ausreichenden Mundschutz getragen haben, als er seine Hoteltür beim Entgegennehmen von Essensbestellungen geöffnet habe. Dies sei womöglich der Grund für die Infektion trotz Quarantäne-Isolation. (27.11.2021)

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