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Coronavirus in Deutschland:Spahn will Biontech-Impfdosen für Schüler reservieren

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Das sei nötig, um regulären Unterricht zu ermöglichen, nur Biontech sei für diese Altersgruppe zugelassen. Impfungen sollen laut einer Studie auch gegen die erstmals in Indien aufgetretene, wohl besonders ansteckende Variante gut wirken.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ruft dazu auf, Biontech-Impfdosen für Schüler zu reservieren, damit die Schulen wieder öffnen können. "Ein Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien ist das Impfen der Jugendlichen", sagte Spahn der "Bild am Sonntag". Bis Ende August sollten die Länder allen minderjährigen Schülerinnen und Schülern ein Impfangebot machen. Da für sie nur ein bestimmter Impfstoff zugelassen sei, müssten dafür genügend Biontech-Dosen reserviert werden.

Eine dritte Corona-Impfung ist Spahn zufolge "frühestens im Winter der Fall". Für Kritik an der Aufhebung der Impfpriorisierung ab dem 7. Juni zeigte der Minister wenig Verständnis. "Dieselben, die vor vier Wochen gesagt haben, die Priorisierung sei Impf-Bürokratie und müsse weg, kritisieren jetzt die Aufhebung. Das passt nicht zusammen", sagte Spahn.

Spahn will die Inzidenz auf unter 20 drücken, damit es im Sommer weitreichende Öffnungen geben kann. Auslandsreisende müssten testen und wachsam sein. Vor allem Familienbesuche von Migranten in ihren Heimatländern könnten die Zahl der Corona-Infektionen wie im vergangenen Sommer wieder hochtreiben. Dies müsse durch frühzeitige Vereinbarungen etwa mit der Türkei über Tests bei der Ein-und Ausreise verhindert werden. (23.05.21)

Studie: Relativ hoher Impfschutz gegen "indische" Virus-Variante

Die Corona-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Astrazeneca bieten laut einer Studie aus Großbritannien einen recht hohen Schutz gegen eine Erkrankung mit der zunächst in Indien aufgetretene Virus-Variante B.1.617.2. Beide Präparate schützen nach zweifacher Impfung beinahe so effektiv gegen eine durch diese Variante ausgelöste Corona-Erkrankung wie gegen eine durch die britische Variante B.1.1.7 hervorgerufene. Das geht nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA aus einer Studie der Regierungsbehörde Public Health England (PHE) hervor.

Der Impfstoff von Pfizer/Biontech schützt demnach zwei Wochen nach der zweiten Dosis mit 88-prozentiger Effektivität gegen eine Erkrankung durch B.1.617.2., verglichen mit 93 Prozent bei der britischen Variante. Bei Astrazeneca liegt der Effekt gegen eine Erkrankung durch B.1.617.2 bei 60 Prozent, verglichen mit 66 Prozent bei B.1.1.7. Beide Impfstoffe wiesen den Angaben zufolge drei Wochen nach der Erstimpfung eine 33-prozentige Effektivität bei B.1.617.2 auf, während sie bei der britischen Variante zu dem Zeitpunkt jeweils bei rund 50 Prozent lag. Die Studie erfolgte zwischen dem 4. April und dem 16. Mai und deckte alle Altersgruppen ab. Die "indische" Variante gilt als besonders ansteckend und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Infektionszahlen in Indien in den vergangenen Monaten explodiert sind. Wegen ihrer Ausbreitung der Variante wird Großbritannien von der deutschen Bundesregierung ab Sonntag als Virusvariantengebiet eingestuft. (23.05.2021)

RKI meldet 6714 Neuinfektionen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Sonntag 6714 neue Positiv-Tests. Das sind 1786 weniger als am Sonntag vor einer Woche, als 8500 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 64,5 von 67 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100 000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 82 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 87.380. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,6 Millionen Corona-Tests positiv aus. (23.05.21)

Trotz Verbots Hunderte bei Corona-Demos in Berlin

Nach dem Verbot zweier großer Demonstrationen von Gegnern der Corona-Politik in Berlin hat es nach Polizeiangaben bis zum späten Samstagnachmittag etwa 300 "Freiheitsbeschränkungen" gegeben. Dazu zählten insbesondere Personenüberprüfungen und Platzverweise nach verschiedenen Verstößen, teilte die Polizei mit. Grund dafür seien in vielen Fällen Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz gewesen. "Wenn sich die Personen in der Voßstraße nicht freiwillig entfernen, wird diese Zahl noch steigen", twitterte die Polizei. Auch Festnahmen soll es gegeben haben.

In der Voßstraße im Zentrum Berlins hatten sich nach Angaben der Polizei mehrere Hundert Menschen versammelt. Sie wurden mit Lautsprecherdurchsagen weggeschickt und aufgefordert, sich an die Corona-Regeln zu halten. "Wer sich weigert zu gehen und die Hygieneregeln nicht einhält, wird von uns herausgeführt & erhält eine Anzeige", so die Polizei auf Twitter. Beamte nahmen Personalien von Demonstranten auf, einzelne Menschen wurden weggetragen.

Größere Versammlungen hat die Polizei am Samstag zunächst verhindert. Ursprünglich waren 16 000 Menschen angemeldet gewesen. Am Freitagabend aber hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg das Verbot von zwei Demonstrationen bestätigt. Die negativen Erfahrungen aus der jüngsten Vergangenheit mit dem zu erwartenden Teilnehmerkreis aus der "Querdenker-Szene" rechtfertigten die Annahme, dass gerade an den prominenten Orten der Stadt die notwendigen Hygienemaßnahmen nicht eingehalten würden, argumentierte das OVG.

Die Polizei war den ganzen Tag mit einem Hubschrauber im Einsatz, Wasserwerfer standen bereit. Sie hatte einen Einsatz mit bis zu 3000 Beamten geplant, stoppte Reisebusse und erteilte Platzverweise. Sie sperrte mit Gittern das Brandenburger Tor, die Siegessäule und die Straße des 17. Juni ab. Am Rande des Tiergartens war zu sehen, wie Beamte die Personalien von Demonstranten aufnahmen. (22.05.2021)

RKI stuft Großbritannien als Virusvariantengebiet ein

Die Bundesregierung stuft Großbritannien und Nordirland wegen der Ausbreitung der aus Indien kommenden Corona-Mutation B.1.627.2 als Virusvariantengebiet ein. Die Regelung, die das Robert-Koch-Institut am Abend veröffentlichte, betrifft auch alle Kanalinseln sowie alle britischen Überseegebiete und tritt in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 0 Uhr in Kraft. "Dieser Schritt ist hart für Großbritannien, aber er ist notwendig, um die schnelle Ausbreitung der indischen Variante in Deutschland zu verhindern", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums.

Die Einstufung bedeutet laut RKI, dass ein Beförderungsverbot für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug gilt. Wer dennoch aus Großbritannien einreist, muss 14 Tage in häusliche Quarantäne und kann sich zudem nicht "freitesten" wie etwa Einreisende aus Corona-Risikogebieten. Die Quarantäne-Regeln gelten in diesem Fall auch für Personen mit vollem Impfschutz und Genesene.

Die Bundesregierung hatte Großbritannien wegen der sich ausbreitenden Mutation aus Indien erst vor einer Woche zum Risikogebiet erklärt. Im Vereinigten Königreich ist zuletzt die Zahl der Infektionen trotz einer großen Zahl an Impfungen wieder gestiegen. (21.05.21)

Heil will Kurzarbeit-Hilfen bis Ende September verlängern

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will die Finanzhilfen bei Kurzarbeit wegen der Corona-Krise bis Ende September verlängern. Das sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wenn es notwendig ist, werden wir darüber hinaus auch weiter verlängern."

Mit der Verlängerung bekämen den Angaben zufolge die Arbeitgeber bis Ende September 100 Prozent der Sozialbeiträge auf Kurzarbeit erstattet. Nach geltendem Recht liefe diese Regelung Ende Juni aus, so dass nur noch die Hälfte der Beiträge kompensiert würde. Die zusätzlichen Kosten bezifferte Heil auf etwa 2,6 Milliarden Euro. Der für dieses Jahr erwartete Bundeszuschuss an die Bundesagentur für Arbeit (BA) steige dadurch voraussichtlich auf etwa 19,6 Milliarden Euro. (21.05.21)

© SZ/dpa/jhi/aner/jsa/berj/saul/kast/olkl
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