Meldungen zum Coronavirus:Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 110,1

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Die Gesundheitsämter melden dem RKI binnen eines Tages 6573 Corona-Neuinfektionen. Kroatien und Bulgarien sind nun Hochrisikogebiete.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat den Wert von 110 erreicht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 110,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 106,3 gelegen, vor einer Woche bei 74,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6573 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 17 Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Am Wochenende werden keine Zahlen dazu bekannt gegeben. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. (25.10.2021)

Kroatien und Bulgarien zu Hochrisikogebieten hochgestuft

Mit Kroatien und Bulgarien stuft die Bundesregierung von Sonntag an zwei weitere EU-Länder als Corona-Hochrisikogebiete ein. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und aus einem Hochrisikogebiet einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien.

Bisher waren Rumänien, Litauen und Slowenien die einzigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, für die das komplett galt. Weltweit stehen rund 70 Länder ganz oder teilweise auf der Risikoliste des RKI. Neben Kroatien und Bulgarien kommen am Sonntag auch Kamerun, Singapur und die Republik Kongo hinzu. Gestrichen werden Kenia, Kosovo, Irak und Honduras.

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage. (24.10.2021)

Britische Regierung schließt erneuten Lockdown aus

Trotz rapide steigender Corona-Zahlen hat die britische Regierung einen erneuten Lockdown zur Eindämmung der Pandemie ausgeschlossen. "Dank der Impfstoffe sind wir in einer ganz anderen Situation als vor einem Jahr", sagte der britische Finanzminister Rishi Sunak in einem Interview mit der Times. Es gebe zwar eine Reihe möglicher Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus im Winter, "aber zu diesen Optionen gehören keine Lockdowns oder andere signifikante Einschränkungen der Wirtschaft".

Die Regierung sieht für den Fall einer Zuspitzung der Corona-Lage in England einen sogenannten Plan B vor, zu dem jedoch lediglich leichte Maßnahmen gehören wie eine Wiedereinführung der Maskenpflicht oder die Empfehlung, wieder von zu Hause zu arbeiten. Trotz zuletzt etwa 50 000 Neuinfektionen pro Tag und eines starken Anstiegs der Corona-Todesfälle will die Londoner Regierung jedoch selbst diesen Plan B derzeit noch nicht umsetzen. Seit Mitte Juli gelten in England so gut wie keine Corona-Maßnahmen mehr.

Der Immunologe Peter Openshaw, der auch in einem Beratungsgremium der Regierung sitzt, warnte in einem BBC-Interview vor einem weiteren "Lockdown-Weihnachten". Wenn nicht sofort Beschränkungen eingeführt würden, sei eine dramatische Entwicklung der Lage unausweichlich. (23.10.2021)

Rumänien beschließt nächtliche Ausgangssperre

Mit neuen Lockdown-Maßnahmen will die rumänische Regierung die jüngste Corona-Welle eindämmen. Ab Montag gilt landesweit eine nächtliche Ausgangssperre und für die meisten öffentlichen Veranstaltungen ist ein Gesundheitspass erforderlich. Schulkinder haben zwei Wochen Ferien. Rumänien hat in diesem Monat Rekordzahlen bei den Infektionen und Todesfällen gemeldet. Die Krankenhäuser arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Das Land hat die zweitniedrigste Impfquote in der Europäischen Union. (23.10.2021)

FDA: Vorteile überwiegen Risiken bei Kinderimpfung mit Biontech/Pfizer

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat zum ersten Mal die Sicherheit und Wirksamkeit des Coronavirus-Impfstoffs von Pfizer und Biontech für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren bewertet und festgestellt, dass die Vorteile die Risiken in dieser Altersgruppe überwiegen. Die FDA veröffentlichte auch Daten von Pfizer, die zeigten, dass der Impfstoff in einer klinischen Studie mit Fünf- bis Elfjährigen eine 90,7-prozentige Wirksamkeit gegen Covid-19 aufwies. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, dass die FDA das Vakzin für Kinder genehmigt. Ein Expertenausschuss der Behörde will am Dienstag darüber abstimmen, ob er die Zulassung empfiehlt. (23.10.2021)

Geschätzte 1,5 Millionen Impfungen durch Betriebsärzte vermutlich nicht gemeldet

Der Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte schätzt, dass etwa 1,5 Millionen Corona-Impfungen in Deutschland vorerst nicht gemeldet wurden. Die meisten Impfungen seien über das kassenärztliche System eingegangen - wie viele tatsächlich nicht gemeldet wurden, sei aber unklar, sagte Verbandsvizepräsidentin Anette Wahl-Wachendorf dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie erwarte klärende Gespräche mit dem Robert-Koch-Institut. In den vergangenen Wochen hatte es Diskussionen gegeben, ob aus diesen Gründen die Impfquote höher liegen könnte als offiziell angegeben. Eine eigene Umfrage des RKI hatte die Kritik an den Zahlen der Behörde aufkommen lassen. (23.10.2021)

Österreich droht Ungeimpften mit Lockdown

Bei einer weiteren dramatischen Verschärfung der Corona-Situation droht ungeschützten Menschen in Österreich ein Lockdown. Diese Maßnahme komme bei einer besonders starken Auslastung der Intensivbetten in Betracht, sagte der neue österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) nach einer Krisensitzung mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und den Landeshauptleuten, also den Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer.

Der bisherige Drei-Stufen-Plan mit Pandemiemaßnahmen wird um zwei weitere Stufen erweitert. Stufe vier sieht unter anderem eine 2-G-Regel in der Gastronomie vor. Stufe fünf greift dann, wenn im Land 600 Intensivbetten belegt sind. Wer weder geimpft noch genesen sei, müsse sich dann auf massive Ausgangsbeschränkungen einstellen, sagte Gesundheitsminister Mückstein. Dann sei gegebenenfalls das Verlassen der Wohnung nur noch aus triftigen Gründen möglich. Einen Lockdown für Geimpfte oder Genesene schloss Schallenberg aus. Er hoffe auf eine starke Signalwirkung dieser Pläne.

"Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern", sagte Schallenberg. Die Regierung setze weiterhin auf die Erhöhung der Durchimpfungsrate, die rasche Durchführung der Auffrischungsimpfungen und die Einführung von 3 G am Arbeitsplatz. Das gilt in Österreich vom 1. November an.

Noch ist die Lage auf den Intensivstationen Österreichs trotz des jüngsten deutlichen Anstiegs bei der Zahl der Neuinfektionen weitgehend stabil. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei knapp 230. Am Freitag wurden 3582 Neuinfektionen gemeldet, umgerechnet auf die Bevölkerungszahl Deutschlands entspräche das etwa 35 000 an einem Tag, eine Größenordnung, die lediglich auf den Höhepunkt der zweiten Welle Ende Dezember/Anfang Januar erreicht wurde. Aktuell beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland etwa 95, allerdings mit deutlich steigender Tendenz. (22.10.2021)

Länder wollen rechtliche Absicherung von Corona-Maßnahmen

Die Cheffinnen und Chefs der Länder haben sich in der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) auf die rechtliche Absicherung der verbleibenden Corona-Maßnahmen geeinigt. Das wurde auf der Abschlusspressekonferenz bekanntgegeben. Der Schritt hatte sich vorab abgezeichnet und war nötig geworden, da die "epidemische Lage nationaler Tragweite" Ende November auslaufen soll. Sie ist bislang rechtliche Grundlage für viele Corona-Maßnahmen.

Armin Laschet, scheidender NRW-Ministerpräsident und Vorsitzender der MPK, sagte, dass der Föderalismus in Deutschland funktioniere. Das hätten die vergangenen Ministerpräsidentenkonferenzen zu Corona gezeigt. Man brauche weiterhin Vorsicht und Mechanismen, "um diese Pandemie bekämpfen zu können", auch wenn im Kampf gegen das Virus bereits viel erreicht sei. Es brauche eine Rechtsgrundlage für niedrigschwellige Basis-Maßnahmen wie 2-G-Regeln oder Kontaktverfolgung. Diese müsse weiterhin auf Bundesebene geschaffen werden, könne dann aber auf Landesebene spezifisch ausgestaltet werden.

Berlins scheidender Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte vor der Tagung auf dem Petersberg in Königswinter bei Bonn, man habe in der Corona-Pandemie insbesondere durch den Impffortschritt viel erreicht. "Nur: Wir können uns nicht zurücklehnen." Das sehe man auch im internationalen Vergleich. "Wir wollen das vermeiden, gerade weil wir so einen schweren Weg hinter uns haben, aber jetzt so viel erreicht haben, wollen wir das nicht leichtfertig verspielen."

Bisher habe es mit der Bundesbeschlussfassung einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für alle Länder gegeben. "Und insofern haben wir gesagt, in den letzten Monaten und auch jetzt: Es ist gut, dass wir gerade in der Situation vor dem Winter weiter diesen Rechtsrahmen haben, der allen gleichermaßen eben ermöglicht, die Maßnahmen, die wir für sachgerecht halten, auch umsetzen zu können." Die Länder bräuchten Rechtssicherheit für ihre Maßnahmen, damit Dinge wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen zumindest für den Übergang weiter geregelt werden könnten. Auch gehe es darum, durch Schaffung eigener Kapazitäten beispielsweise bei Schutzausrüstung besser auf kommende Krisen vorbereitet zu sein. (22.10.2021)

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