Coronavirus in Deutschland:Inzidenzwert steigt auf 36,2

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Die Gesundheitsämter melden dem RKI binnen eines Tages 2126 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1183 Ansteckungen gelegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen lag sie bei 36,2 - am Vortag hatte der Wert 35,0 betragen, vor einer Woche 23,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2126 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.30 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1183 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden vier Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es zwei Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 823 139 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 682 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 871. (16.08.2021)

Umfrage: Impfquote könnte bei Erwachsenen auf mehr als 80 Prozent steigen

Der Anteil der vollständig gegen Corona geimpften Erwachsenen in Deutschland könnte einer Umfrage zufolge auf mehr als 80 Prozent steigen. In der repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 75 Prozent der 2106 Teilnehmer, dass sie schon mindestens einmal geimpft seien. Weitere sechs Prozent gaben an, sich noch impfen lassen zu wollen - zusammen sind das 81 Prozent. Noch im Mai lag diese Quote in einer vergleichbaren Umfrage nur bei 74 Prozent. Kurz vor Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 hatten sich erst 65 Prozent für eine Impfung entschieden.

In der aktuellen Erhebung gaben nur noch 13 Prozent an, sich nicht impfen lassen zu wollen - im Mai waren es noch 15 Prozent. Sechs Prozent haben sich bis heute noch nicht entschieden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am vergangenen Montag erklärt, sie hoffe auf eine Impfquote "deutlich über 70 Prozent und hin zu 80 Prozent". Das bezog sie aber auf die Gesamtbevölkerung. Für Kinder unter zwölf Jahren ist noch kein Impfstoff zugelassen. Für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren hat die Ständige Impfkommission noch keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen. Nach den offiziellen Zahlen sind 63,1 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal geimpft. (15.08.2021)

Ärztevertreter für PCR-Tests bei infizierten Geimpften

Das Robert-Koch-Institut hat die Unterstützung von Ärztevertretern für seine Forderung, infizierte Geimpfte auch dann per PCR-Verfahren zu testen, wenn sie nur leichte Symptome zeigen. Sowohl der Vorsitzende des Hausärzte-Verbands, Ulrich Weigeldt, als auch der Chef der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sprachen sich beim Redaktionsnetzwerk Deutschland dafür aus.

"Mit steigenden Infektionszahlen wird es zeitversetzt zwangsläufig vermehrt Fälle geben, bei denen sich Geimpfte anstecken", sagte Reinhardt. "Wir brauchen deshalb valide Informationen zu den Gründen. Wo kommen Impfdurchbrüche vor, bei welchen Impfstoffen treten sie vor allem auf und durch welche Vorerkrankungen werden sie eventuell begünstigt?" Das könne helfen, die Wirksamkeit der Impfstoffe weiter zu steigern und sie an Virusvarianten anzupassen.

Das RKI hatte die Forderung erhoben, weil die Testzahl in den Arztpraxen in den vergangenen Wochen stark gesunken ist. Zugleich nimmt der Anteil positiver Befunde zu. (14.08.2021)

Bericht: 150 000 Verstöße gegen Meldepflicht bei Einreisen

Die Bundespolizei hat seit Mitte Januar etwas mehr als 150 000 Verstöße gegen die Pflicht zur Anmeldung bei Einreisen aus Corona-Risikogebieten festgestellt. Das teilte die Behörde Medienberichten zufolge dem Redaktionsnetzwerk Deutschland auf Anfrage mit. Fast 132 000 dieser Verstöße seien bei Kontrollen bei Einreisen auf dem Landweg festgestellt worden.

Auch an den Flughäfen kontrolliert die Bundespolizei seit Einführung der Anmeldepflicht im November 2020 stichprobenartig deren Einhaltung. Dabei wurden demnach bei fast 186 000 Kontrollen etwa 24 500 Mängel festgestellt - also fehlende oder fehlerhafte Anmeldungen. (14.08.2021)

Türkei wird Hochrisikogebiet

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung die Türkei als Hochrisikogebiet ein. Von Dienstag an müssen Einreisende aus dem Urlaubsland, die nicht geimpft oder genesen sind, für fünf bis zehn Tage in Quarantäne, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. Ebenfalls als Hochrisikogebiete eingestuft werden bereits am Sonntag die USA, Israel, Kenia, Montenegro, Vietnam sowie zwei französische Überseegebiete. Portugal wird dagegen mit Ausnahme der bei Touristen besonders beliebten Küstenregion Algarve und der Hauptstadt Lissabon von der Risikoliste gestrichen.

Vollständig geimpfte und genesene Einreisende aus Hochrisikogebieten sind von der Quarantänepflicht befreit. Alle anderen müssen sich nach der Einreise selbst isolieren und können sich davon erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test befreien. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Anders als früher sind dafür aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems in einem Land oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Mit den neuen Einstufungen wird es fast 70 Länder geben, die ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete eingestuft sind. Bereits jetzt gehören mit Spanien, Südfrankreich und Zypern beliebte Urlaubsgebiete der Deutschen dazu. Mit der Türkei kommt jetzt ein weiteres Top-Ferienziel hinzu. (13.08.2021)

Mehr als 10 000 Menschen von Impfskandal in Friesland betroffen

Die Zahl der vom Impfskandal im niedersächsischen Landkreis Friesland betroffenen Menschen hat sich auf 10 183 erhöht. Landrat Sven Ambrosy (SPD) sagte am Freitag, es seien noch einmal genau die Zeiten überprüft worden, in denen die beschuldigte Krankenschwester Dienst hatte. Bisher waren die Behörden von 8557 Betroffenen ausgegangen. Die neuen Zahlen lägen seit Freitagmorgen vor. Noch im Laufe des Tages sollten die weiteren Betroffenen informiert werden. Er bedauere zutiefst, dass so viele Menschen unter dem Fehlverhalten einer einzelnen Person leiden müssten.

Der etwa 40-jährigen examinierten Krankenschwester wird vorgeworfen, im April in mindestens sechs Fällen im Impfzentrum Schortens-Roffhausen Impfstoff gegen eine Kochsalzlösung ausgetauscht zu haben. Als Grund gab sie laut den Ermittlern an, dass ihr eine Ampulle mit dem Vakzin zerbrochen sei. Aus Furcht vor einer Entlassung habe sie dann die Spritzen lediglich mit Kochsalz aufgefüllt. Am Dienstag hatte der Landkreis mitgeteilt, die Ermittler könnten nicht ausschließen, dass die Frau bereits zuvor mehrfach ausschließlich Kochsalzlösung verwendet habe. Darum müssten mehr als 8500 Menschen nachgeimpft werden. Ambrosy betonte, dass die Behörden nun im Rahmen der Gefahrenabwehr alle Impflinge des fraglichen Zeitraums aufrufen, sich erneut impfen zu lassen. Bisher seien bereits 5047 Termine für Nachimpfungen vergeben worden. Die ersten Nachimpfungen sollten bereits am Freitag erfolgen. Anschließend seien zwischen 200 und 400 zusätzliche Impfungen pro Tag vorgesehen.

Erst am Donnerstagnachmittag sei der Landkreis von der Polizei darüber informiert worden, dass die fristlos entlassene Krankenschwester behauptet, sie habe nicht nur Kochsalz in den Spritzen aufgezogen, sagte der Landrat. Laut ihrem Anwalt habe sie mit Impfstoffresten aus anderen Ampullen das fehlende Vakzin aus dem zerbrochenen Fläschchen ersetzt. Diese neuen Informationen bekräftigten die Gefahreneinschätzung des Landkreises, unterstrich Ambrosy. Als examinierte Krankenschwester habe sie wissen müssen, dass das Vermischen des Impfstoffes mit Resten aus anderen Ampullen verboten sei. Außerdem sei das Gemisch zu sehr verdünnt, um einen Impferfolg zu gewährleisten. Ob die Frau eine Impfgegnerin ist und möglicherweise aus politischen Gründen handelte, wollte Ambrosy nicht bewerten. Das sei die Aufgabe der Ermittlungsbehörden. (13.08.2021)

Intensivmediziner fordern Umfrage zur Impfquote

Intensivmediziner fordern eine unabhängige, repräsentative Bevölkerungsumfrage zum Stand des Impfens in Deutschland. "Das Impfen ist der entscheidende Erfolgsfaktor der Pandemie. Wir müssen alles dafür tun, das Vertrauen in die Impfkampagne zu stärken", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es sei deswegen wichtig, die vom Robert-Koch-Institut berichtete Differenz zwischen offiziellen Meldezahlen und Umfrageangaben bei der Impfquote der unter 60-Jährigen schnell durch eine unabhängige, repräsentative Umfrage zu prüfen.

"Verlässliche Zahlen sind die Basis für die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen", so Marx. "Sollte die Impfquote in der Gruppe der 18- bis 59-jährigen tatsächlich viel höher liegen als gemeldet, hätten wir gerade mit Blick auf den Herbst eine viel entspanntere Lage."

Einer Befragung des RKI zufolge scheinen mehr Erwachsene in Deutschland mindestens einmal geimpft zu sein als bislang offiziell erfasst. Der Unterschied zum sogenannten Digitalen Impfquotenmonitoring (DIM), das dem Impfdashboard zugrunde liegt, sei besonders auffällig gewesen in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen, geht aus einem RKI-Report zu der Befragung hervor. Während bei der Erhebung namens Covimo (kurz für: Covid-19 Impfquoten-Monitoring) 79 Prozent der Erwachsenen unter 60 Jahren angaben, mindestens einmal geimpft zu sein, waren es laut dem offiziellen System 59 Prozent.

FDP-Generalsekretär Volker Wissing sagte den Funke-Zeitungen, die Unsicherheit über die tatsächliche Impfquote sei "ein erneutes Ärgernis im Management dieser Krise". Die Inzidenzwerte und die Impfquote hätten konkrete Auswirkungen auf den Alltag der Menschen. "Jetzt steht die für die Herdenimmunität der Bevölkerung so wichtige Impfquote in Frage, weil die Bundesregierung nicht über gesicherte Zahlen verfügt." (12.08.2021)

So wenige Erstimpfungen wie zuletzt im Januar

Am Dienstag wurden bundesweit insgesamt mehr als 404 000 Impfungen durchgeführt - davon führten mehr als 334 800 Dosen zu einer vollständigen Impfung. Nur etwa 70 000 Menschen ließen sich an diesem Tag eine erste Corona-Schutzimpfung geben. So wenige Erstimpfungen an einem Dienstag wurden zuletzt am 12. Januar verabreicht. Damals, noch ganz am Anfang der deutschen Impfkampagne, ließen sich mehr als 78 000 Menschen zum ersten Mal ein Vakzin verabreichen.

Vollständig geimpft sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vom Mittwoch nun knapp 46,2 Millionen Menschen oder 55,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens eine erste Dosis bekommen haben 52,1 Millionen Menschen oder 62,7 Prozent aller Einwohner.

Im Vergleich der Bundesländer liegt Bremen weiter an der Spitze mit nun 71,7 Prozent mindestens einmal und 65,2 Prozent vollständig geimpften Einwohnern. Am Ende der Liste steht Sachsen mit 53,0 Prozent mindestens einmal und 49,1 Prozent vollständig geimpften Einwohnern. Insgesamt wurden in Deutschland seit Start der Kampagne, die laut dem Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums nun seit 229 Tagen läuft, 95,8 Millionen Corona-Impfdosen verabreicht. (11.08.2021)

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