Meldungen zum Coronavirus:Der bundesweite Inzidenzwert verharrt bei etwa 1700

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Das Robert-Koch-Institut verzeichnet 237 352 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt kaum von 1701 auf jetzt 1703,3. Sie gibt an, wie viele Menschen je 100 000 sich innerhalb einer Woche nachweislich mit dem Virus angesteckt haben. Weitere 307 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Seit Beginn der Pandemie sind es damit 128 764.

Die Zahlen haben allerdings nur begrenzt Aussagekraft. Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Deshalb bilden wir im SZ-Corona-Dashboard einen Mittelwert aus den Meldungen der vergangenen sieben Tage ab, der Schwankungen von Tag zu Tag ausgleichen soll. Mehr Informationen dazu finden Sie im Transparenz-Blog, weitere Daten und Grafiken zur Pandemie hier. (29.03.2022)

Lauterbach: "Wir müssen handeln, nicht beklagen"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat einigen unzufriedenen Bundesländern, die eine Überarbeitung des nationalen Infektionsschutzgesetzes gefordert hatten, eine Absage erteilt. Mit der Situation in den Krankenhäusern könne er zwar nicht zufrieden sein. Doch für eine Verlängerung der bundesweiten Maßnahmen wie etwa der Maskenpflicht sei keine rechtliche Grundlage vorhanden. "Das Infektionsschutzgesetz bleibt die Grundlage der Maßnahmen, die wir in den nächsten Wochen und Monaten ergreifen werden."

Nun liege es an den Ländern, lokal zu handeln, um die Pandemie und etwaige Ausbrüche einzudämmen. "Ich habe die Länder noch mal ausdrücklich aufgefordert, die Hotspot-Regelung auch zu nutzen", sagte Lauterbach. Die Losung der Stunde müsse sein, "dass wir die Regeln, die wir haben, nutzen. Wir müssen handeln, nicht beklagen."

Eine nationale Maskenpflicht sei nur möglich, wenn es auch eine nationale Gesundheitsgefährdung durch die Corona-Pandemie gebe. Diese gebe es aber derzeit nicht, das habe der Expertenrat der Bundesregierung festgestellt. Also könne es auch keine nationale Regelung geben.

Es gehe jetzt um die lokale Beherrschung der Pandemie. "Wir haben ein gutes Gesetz, was zu wenig genutzt wird, weil die Länder ein Gesetz verlangen, was rechtlich nicht durchsetzbar ist", so Lauterbach.

Lauterbach will Ländern vier Kriterien für Hotspots vorschlagen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will den Ländern vier Kriterien zur Bestimmung von Corona-Hotspots vorschlagen. Das sagte der SPD-Politiker im Sender Bild TV mit Blick auf die für den Nachmittag geplante Schalte der Gesundheitsministerkonferenz (GMK).

Die Kriterien wären laut Lauterbach, wenn in Krankenhäusern wegen Corona planbare Eingriffe nicht mehr stattfinden könnten, die Notfallversorgung gefährdet sei, in der Pflege Untergrenzen unterschritten würden oder Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden müssten. Mit diesen Kriterien sollten die Länder in der Lage sein, die Hotspot-Regelungen umzusetzen. "Und ich appelliere an die Länder, das jetzt zu machen", sagte Lauterbach weiter.

Die Forderung des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek (CSU) nach einer bundesweiten Verlängerung der Maskenpflicht lehnte Lauterbach ab. "Ob er das vorschlägt oder nicht, das ist vollkommen unerheblich. Es geht rechtlich nicht", sagte der SPD-Politiker, betonte aber, dass auch er selbst gerne die Maskenpflicht beibehalten hätte, wenn es rechtlich möglich gewesen wäre. Er appellierte jedoch an die Länder, dies für die Hotspots vorzuschreiben und forderte die großen Supermarktketten erneut auf, in ihren Filialen bundesweit per Hausrecht die Maskenpflicht durchzusetzen. Für Montag erwarte er die Reaktion der Unternehmen auf seinen Appell.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Montag über die Hotspot-Regeln für schärfere Corona-Maßnahmen beraten. In den Landesregierungen herrscht Uneinigkeit in der Frage, ob die rechtlichen Voraussetzungen zur Feststellung von Hotspots derzeit erfüllt sind oder nicht. (28.03.2022)

Shanghai verhängt Lockdown

Wegen eines größeren Corona-Ausbruchs in Shanghai verhängen die Behörden einen Lockdown über die 26 Millionen Einwohner zählende chinesische Hafenstadt. So gilt vom frühen Montagmorgen bis Freitag in einem Teil der Stadt, der östlich des Huangpu-Flusses liegt, eine Ausgangssperre. Zugleich werden Massentests angeordnet. Von Freitag bis zum 5. April gibt es eine ähnliche Ausgangssperre für jene Gebiete der Stadt, die westlich des Huangpu-Flusses liegen.

Während des Lockdowns fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel, Fähren oder Taxis mehr. Unternehmen müssen auf Home-Office umstellen oder mit Personal arbeiten, das auf einem geschlossenen Werksgelände wohnt. Der radikale Schritt wird wegen der rasant gestiegenen Infektionszahlen ergriffen. Am Samstag wurden in Shanghai 47 Erkrankungen sowie 2631 Corona-Fälle ohne Symptome gemeldet. Bisher haben die Behörden größere Ausgangssperren vermieden und nur einzelne Wohnviertel vorübergehend für Massentests abgeriegelt. Der jetzt verkündete Schritt überrascht auch, weil Behördenvertreter noch am Samstag einen Lockdown der Metropole wegen der weitreichenden Auswirkungen auf die Wirtschaft ausgeschlossen hatten.

China verfolgt eine Null-Covid-Strategie, die durch die ansteckendere Omikron-Variante seit Anfang des Jahres auf eine harte Probe gestellt wird. Bis dahin hatten die Behörden erfolgreich mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung und Quarantäne kleinere Ausbrüche bekämpft. (27.03.2022)

Lauterbach: Stiko soll Impfempfehlung überarbeiten

In der Bundespressekonferenz appelliert Gesundheitsminister Karl Lauterbach insbesondere an ältere Menschen, sich erneut impfen zu lassen. "Wir müssen offensiver mit der vierten Impfung umgehen", sagte Lauterbach. Diese wird von der Ständigen Impfkommission (Stiko) derzeit für Menschen ab 70 Jahren empfohlen. Von diesen seien bislang aber 90 Prozent noch nicht zum vierten Mal geimpft. Das sei "nicht zufriedenstellend". Bislang hätten erst 1,7 Millionen diese zweite Auffrischungsimpfung bekommen, sagte Lothar Wieler, der Chef des Robert-Koch-Instituts.

Der Gesundheitsminister forderte: Man müsse auch auf Menschen ab 60 Jahren zugehen, die zu Risikogruppen gehören. Er habe die Stiko deshalb gebeten, ihre Empfehlung für die vierte Impfung zu überarbeiten. Die Stiko habe das zugesagt.

Wegen der hohen Infektionszahlen sagte Lauterbach: Das Risiko, sich jetzt noch zu infizieren und einen schweren Verlauf bis hin zum Tod zu haben, sei "höher, als es je war". Von einem "Freedom Day" könne keine Rede sein. Der Gesundheitsminister appellierte an die Länder, jetzt Regelungen nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz umzusetzen, die für sogenannte Hotspots in kritischer Lage regional möglich sind. Eine dafür festzustellende Überlastung des Gesundheitswesens könne an konkreten Kriterien bemessen werden - etwa wenn planbare Operationen verschoben oder Patienten verlegt werden müssten. Lauterbach bekräftigte erneut, dass Hotspots auf diese Weise auch ein ganzes Bundesland umfassen können.

Bei einer Gesundheitsministerkonferenz am Montag solle mit den Ländern gesprochen werden, um diese Regelung gangbar zu machen. Das von der Ampelkoalition geänderte Infektionsschutzgesetz ist auf breiten Protest der Länder gestoßen. Nach einer Übergangsfrist bis zum 2. April können sie für regionale Hotspots einige weitergehende Beschränkungen mit mehr Maskenpflichten und Zugangsregeln verhängen, wenn das Landesparlament für diese eine kritische Lage feststellt. (25.03.2022)

Omikron-Subtyp BA.2 dominiert klar das Infektionsgeschehen

Die Ausbreitung des noch leichter übertragbaren Omikron-Subtyps BA.2 in Deutschland hat sich weiter fortgesetzt. Nach den jüngsten verfügbaren Daten für die vorletzte Woche betrug ihr Anteil in einer Stichprobe rund 72 Prozent, nach zuvor rund 64 Prozent, wie aus dem neuen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagabend hervorgeht. Aktuell dürfte die Variante folglich bereits noch größeren Anteil am Infektionsgeschehen haben. Indes wird die Rolle der zuvor vorherrschenden Omikron-Sublinie BA.1 immer kleiner.

Für die vergangene Kalenderwoche gab das RKI an, dass erstmals mehr als 1,5 Millionen Corona-Fälle gemeldet worden seien. BA.2 gilt als ein Treiber des aktuellen Infektionsgeschehens - neben Lockerungen und Verhaltensänderungen der Bevölkerung, wie die Autoren des Berichts vermuten. Sie betonten, wie wichtig es sei, dass sich größere Teile der Bevölkerung weiter umsichtig verhalten - und unterstrichen den trotz Omikron bestehenden Nutzen der Impfung.

Insbesondere Risikogruppen und Menschen ab 70 Jahren rief das RKI auf, sich gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission - diese war bereits Anfang Februar ausgesprochen worden - mit einer zweiten Auffrischimpfung vor einer schweren Erkrankung zu schützen. Bisher haben davon laut Bericht rund 1,67 Millionen Menschen Gebrauch gemacht.

Zwar seien die Inzidenzen in der Altersgruppe von fünf bis 44 Jahren vorige Woche besonders hoch gewesen, den stärksten Zuwachs aber habe man bei Seniorinnen und Senioren von 75 bis 79 Jahren beobachtet, hieß es. Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen hätten in den vergangenen Wochen weiter zugenommen. "Die Zunahme der schweren Krankheitsverläufe betrifft insbesondere die Altersgruppe der ab 80-Jährigen." (25.03.2022)

Australien bietet vierte Impfung für gefährdete Gruppen an

Australien bietet ab April eine vierte Corona-Impfung für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen an. Alle Personen über 65 Jahre, alle indigenen Australier über 50 und schwer immungeschwächte Personen, deren Auffrischungsimpfung mindestens vier Monate zurückliegt, können sich impfen lassen. In Australien sind bisher 95 Prozent der über 16-Jährigen mindestens zweimal geimpft worden. Fast 67 Prozent haben eine dritte Dosis oder Auffrischungsimpfung erhalten. (25.03.2022)

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