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Computersicherheit:Gefahr per Mail

Sie heißt "Emotet" und ist nach Ansicht von Cyberwächtern "die gefährlichste Schadsoftware der Welt". Nun tarnt sie sich als elektronische Post von Bundesbehörden.

Im Namen des Staates werden derzeit gefährliche E-Mails verschickt - vor denen wiederum der Staat warnt. Mehrere Bundesbehörden seien in den vergangenen Tagen mit der Schadsoftware "Emotet" infiziert worden, teilten Deutschlands oberste Cyberwächter vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit. Laut BSI handelt es sich um die "gefährlichste Schadsoftware der Welt". Das Programm habe E-Mail-Adressen und ganze Mail-Verläufe der Behörden ausgelesen und versuche, diese als Tarnung zu nutzen, um weitere Computer zu infizieren. Wenn Bürger solche Mails erhielten und die Anhänge oder Links öffneten, könnten ihre Rechner infiziert werden. Daher warnt das BSI davor, die vermeintlichen Behördenmails zu öffnen. Emotet lädt gefährliche Programme auf infizierte Computer, darunter solche, die Zugangsdaten zum Online-Banking abgreifen oder die Festplatte verschlüsseln. Die Opfer werden dann aufgefordert, Lösegeld zu zahlen, wenn sie ihre Daten wieder benutzen wollten. Laut BSI haben Hacker die Technik in den vergangenen Jahren mehrfach weiterentwickelt. Schaden in den Behörden selbst sei nicht entstanden: Ihre Computer seien nur Mittel zum Zweck, um Spam-Mails an weitere Nutzer zu verschicken. Das BSI bereinige derzeit die Systeme der infizierten Behörden.

© SZ vom 19.12.2019
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