Paketbomben Weitere verdächtige Päckchen an US-Demokraten aufgetaucht

Ein Mitglied des Broward Sheriff's Office bomb squad vor den Büros von Debbie Wasserman Schultz.

(Foto: AFP)
  • Der Secret Service hat Paketbomben abgefangen, die an Bill und Hillary Clinton sowie an Barack Obama adressiert waren. Sie ähneln dem Sprengsatz, der in der Post von US-Milliardär George Soros gefunden wurde.
  • Auch in der Post der New Yorker CNN-Redaktion ist ein Päckchen mit einem Sprengsatz gefunden worden. Es soll an Ex-CIA-Direktor John Brennan adressiert gewesen sein.
  • Verdächtige Päckchen waren auch an zwei demokratische Kongressabgeordnete und an den Gouverneur des Bundesstaats New York adressiert.

In den USA hat es offenbar einen großangelegten Anschlagsversuch auf führende Politiker der demokratischen Partei gegeben. In der Post an Bill und Hillary Clinton sowie an Barack Obama und im Gebäude der CNN-Redaktion in New York sind Paketbomben entdeckt worden. Weitere demokratische Politiker haben verdächtige Päckchen erhalten, deren Gefährlichkeit noch nicht bestätigt ist. Die gefundenen Sprengsätze haben bisher niemanden verletzt.

Die unbekannten Absender hatten es offenbar auf Demokraten abgesehen, was ein politisches Motiv nahelegt. Die politische Ausrichtung ist das Einzige, was alle Adressaten gemeinsam haben:

  • Der Secret Service hat Paketbomben an Bill und Hillary Clinton abgefangen. Sie waren an das Wohnhaus des Ex-Präsidenten und der Ex-Außenministerin in Chappaqua im Bundesstaat New York adressiert.
  • Ebenfalls abgefangen wurde eine Paketbombe an Ex-Präsident Barack Obama. Sie sollte an sein Büro in Washington gehen.
  • Die Ermittler bestätigen, dass die Machart der Paketbomben dieselbe ist wie die, die am Montag bei US-Milliardär George Soros gefunden worden war und die Spezialisten kontrolliert gesprengt hatten. Der US-Milliardär ist eine Hassfigur in der rechtsextremen Szene. Auch Politiker wie Ungarns Premier Viktor Orbán beschimpfen ihn immer wieder.
  • Der Sender CNN hat ein Päckchen erhalten, in dem sich der New Yorker Polizei zufolge ein "scharfer Sprengsatz" befand. Es wurde im Postraum im Gebäude des Time Warner Center gefunden. Außerdem wurde der Polizei zufolge ein Umschlag mit weißem Pulver entdeckt. Das Time-Warner-Gebäude, in dem sich die Büros von CNN befinden, wurde evakuiert.
  • CNN berichtet, als Adressat habe John Brennan auf dem Päckchen gestanden. Der Ex-CIA-Direktor ist ein Kritiker von US-Präsident Trump und häufig bei CNN zu Gast. Der Sender steht eher den Demokraten nahe.
  • Ein weiteres verdächtiges Päckchen war dem FBI zufolge an Debbie Wasserman Schultz adressiert. Sie ist eine Kongress-Abgeordnete der Demokraten. Ihre Büros in Florida wurden geräumt. Berichten zufolge stand die Politikerin in der Absender- und damit Rücksende-Adresse eines Päckchens, das an den ehemaligen Justizminister Eric Holder verschickt wurde. Auch im Päckchen an CNN stand dem Sender zufolge ihre Adresse im Absender.
  • Auch ein Gebäude in San Diego ist wegen einer möglichen Bombengefahr evakuiert worden. In dem Haus sind unter anderem die Büros der Demokratischen Kongress-Abgeordneten Kamala Harris und der Zeitung San Diego Union-Tribune.
  • Mehrere Medien berichten außerdem, dass in einer Kongress-Postverteilungsstelle in Capitol Heights in Maryland mindestens ein verdächtiges Päckchen gefunden worden sei. Medienberichten zufolge hat es sich um eine an Maxine Walters adressierte Sendung gehandelt, sie ist ebenfalls Demokratin und Kongress-Abgeordnete.

Ein Bericht von CNN, demzufolge der Secret Service auch eine Paketbombe an das Weiße Haus abgefangen hat, stellte sich als falsch heraus.

Ein verdächtiges Päckchen an New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat sich der Polizei zufolge als harmlos herausgestellt.

US-Präsident Donald Trump hat die versuchten Anschläge in einer Rede scharf verurteilt. "In diesen Zeiten müssen wir uns vereinigen, wir müssen zusammenkommen und die klare, starke, unmissverständliche Nachricht schicken, dass keine Art von politischer Gewalt oder ihrer Androhung in den Vereinigten Staaten Platz hat", sagte Trump. "Die Sicherheit des amerikanischen Volkes ist meine höchste und absolute Priorität", fügte er an. Es handle sich um Terrorismus, der in den USA keinen Platz habe.

"Das ist eindeutig ein Terrorakt", kommentierte auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio auf einer Pressekonferenz. Allerdings betonte er, dass nichts auf eine weitere Gefahrenlage hindeute.

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