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Clinton-Nachfolge im US-Senat:Caroline Kennedy verzichtet

Die Tochter des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy gibt auf: Caroline Kennedy zieht ihre umstrittene Bewerbung als Senatorin von New York zurück - aus "persönlichen Gründen".

Caroline Kennedy will tatsächlich nicht Senatorin von New York werden. Die Anwältin und Tochter des früheren Präsidenten John F. Kennedy gab eine kurze persönliche Erklärung ab - und schaffte damit Klarheit, nachdem es zuvor widersprüchliche Informationen darüber gegeben hatte, ob sie weiterhin an dem Senatsposten interessiert sei.

Caroline Kennedy zieht ihre Bewerbung als Senatorin von New York zurück.

(Foto: Foto: AP)

Sie habe Gouverneur David Paterson davon unterrichtet, dass sie aus persönlichen Gründen für eine Nachfolge von Hillary Clinton im Senat nicht zur Verfügung stehe, teilte Kennedy mit.

Ein Bericht der New York Times, wonach Kennedy für den Senatssitz nicht mehr zur Verfügung stehe, war zunächst aus der Umgebung der Anwältin dementiert worden. Die Zeitung hatte sich in ihrem Bericht auf eine von Kennedys PR-Büro veröffentlichte Aussage der Präsidententochter berufen.

Kennedy selbst habe ihre Entscheidung offiziell nicht ausführlich begründet, hieß es in dem Blatt weiter. Sie habe jedoch angedeutet, dass die schwere Krankheit ihres Onkels Edward "Ted" Kennedy zu ihrer Entscheidung beigetragen habe. Caroline Kennedy steht dem prominenten US-Senator sehr nahe.

Edward Kennedy hatte bei der Amtseinführung Obamas am Dienstag einen Schwächeanfall erlitten. Nach Angaben seines Büros wurde er allerdings am Mittwoch wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Der 76-Jährige leidet unter einem Hirntumor.

Der Senatssitz in New York ist frei geworden, weil die bisherige Senatorin Hillary Clinton als Außenministerin ins Kabinett von Präsident Barack Obama gegangen ist. Die Entscheidung über die Besetzung des Mandats trifft Gouverneur David Paterson. Das Mandat hatte einst Carolines Onkel Robert Kennedy inne, der wie sein Bruder ermordet wurde.

Die studierte Juristin und Autorin Caroline Kennedy hatte das politische Rampenlicht bisher weitgehend gemieden. Ende des Jahres hatte sie nach längerem Zögern Ambitionen auf den Senatssitz angemeldet. Darauf regte sich neben Zustimmung auch Kritik, sie sei auf eine solche Aufgabe nicht vorbereitet. Die Kritiker warfen ihr vor, dass sie nur einen großen Namen trage, aber wenig qualifiziert sei.

Mit einer Reihe sprachlich missratener Interviews zog Kennedy sich zudem den Spott der Medien zu. Laut Daily News sagte die Präsidententochter während eines 30-minütigen Gesprächs mit der Zeitung mehr als 200 Mal die Floskel "Sehen Sie?".