Clinton gegen Trump7 Fakten über die US-Wahl

Donald Trump gegen Hillary Clinton: Was Sie über den Kampf ums Weiße Haus wissen sollten - und was der US-Präsident eigentlich darf.

Von Matthias Kolb und Johannes Kuhn

1. Wann und wie der US-Präsident gewählt wird

Am 8. November 2016 entscheiden die Amerikaner, wer Nachfolger von Barack Obama wird. Es ist die 58. Präsidentschaftswahl. Entweder Hillary Clinton oder Donald Trump wird am 20. Januar 2017 als 45. US-Präsident vereidigt.

Für den Sieg ist nicht die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen nötig, sondern die Mehrheit im electoral college. Dieses Kollegium aus Wahlmännern und -frauen bestimmt am 19. Dezember - rein formal - den neuen Präsidenten. Insgesamt gibt es 538 Wahlmänner und Wahlfrauen: es sind in jedem Staat so viele, wie Abgeordnete in den Kongress entsandt werden. Es entscheiden 100 Wahlmänner und -frauen entsprechend den 100 Senatoren aus 50 Bundesstaaten, 435 für die Abgeordneten im Repräsentantenhaus sowie drei für den District of Columbia (Hauptstadt Washington).

Die Bürgerinnen und Bürger geben ihre Stimmen zwar einem der Kandidaten. Aber derjenige Bewerber, der im jeweiligen Bundesstaat die Mehrheit erzielt, bekommt alle Stimmen der dortigen Wahlmänner und -frauen ("Winner Takes It All"-Prinzip"; außer in Maine und Nebraska). Würde also zum Beispiel Trump in Kalifornien 40 Prozent der Stimmen erhalten, würde Clinton trotzdem 100 Prozent der Stimmen der Wahlmänner und -frauen bekommen. Deren Anzahl richtet sich nach der Einwohnerzahl der Staaten: Kalifornien zum Beispiel hat 55, Texas 38 und New York sowie Florida jeweils 29. Die kleinsten Bundesstaaten entsenden mindestens drei Wahlmänner oder -frauen. Dieses Wahlsystem führte 2000 dazu, dass George W. Bush US-Präsident werden, obwohl sein Konkurrent Al Gore mehr Stimmen in der Bevölkerung erhalten hatte.

Wahlberechtigt sind alle US-Bürger, die älter als 18 sind und sich rechtzeitig registriert haben. Einige Staaten, etwa Florida und Tennessee, entziehen verurteilten Straftätern allerdings lebenslang das Wahlrecht.

Am 8. November werden auch die 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie ein Drittel der Senatoren gewählt. Weltweite Beachtung findet aber der Kampf ums Weiße Haus - und einige Bundesstaaten erhalten deutlich mehr Aufmerksamkeit als andere.

Im Bild: Wahllokal bei der Vorwahl in Kalifornien.

Weiterblättern zu:

2. Wieso es nur auf ein Dutzend der 50 Bundesstaaten ankommt

3. Welche Kandidaten zur Wahl stehen

4. Darum verschlingt der Wahlkampf so viele Milliarden

5. Welche Kompetenzen der US-Präsident hat

6. Wie die Mehrheitsverhältnisse im Kongress aussehen

7. Was passiert, wenn Kandidaten gleich viele Stimmen der Wahlmänner erhalten?

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Bild: picture alliance / dpa 8. November 2016, 10:422016-11-08 10:42:32 © SZ.de/ghe/mcs