bedeckt München 11°

US-Justizministerium:Ex-CIA-Mitarbeiter wegen Spionage für China angeklagt

Coronavirus - USA

Dem Verdächtigen droht laut US-Justizministerium wegen Spionage eine lebenslange Haftstrafe.

(Foto: dpa)

Das US-Justizministerium wirft dem Mann vor, als Sprachexperte beim FBI geheime Dokumente kopiert und nach China transportiert zu haben. Von seinen Reisen kehrte er mit Tausenden Dollar Bargeld und teuren Geschenken zurück.

Die US-Behörden haben einen früheren Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA wegen mutmaßlicher Spionage für China festgenommen und angeklagt. Das Justizministerium in Washington teilte mit, der Angeklagte habe dabei mit einem Angehörigen zusammengearbeitet, der früher ebenfalls bei der CIA gearbeitet habe. Gemeinsam hätten sie Geheiminformationen an chinesische Geheimdienstvertreter übermittelt.

Der Beschuldigte sei bereits am Freitag von der US-Bundespolizei FBI im Bundesstaat Hawaii festgenommen worden. Er sei eingebürgerter US-Staatsbürger und stamme ursprünglich aus Hongkong. Ihm drohe lebenslange Haft.

Der Newsletter zur US-Präsidentschaftswahl 2020

Alles Wichtige zur Wahl in den USA: in unserem Newsletter - jeden Woche in Ihrem Postfach. Kostenlose Anmeldung: sz.de/usa-newsletter. Und per Push-Mitteilung über unsere Smartphone-App - hier geht es zur kostenlosen Installation. Sie nutzen unsere App bereits? Dann melden Sie sich hier für die Push-Mitteilung an.

Das Ministerium teilte weiter mit, der Angeklagte habe von 1982 bis 1989 für die CIA gearbeitet. Er sei dann nach Shanghai gezogen, bevor er 2001 nach Hawaii gekommen sei. 2001 hätten er und sein Verwandter bei einem Treffen in Hongkong erstmals Geheiminformationen gegen Bezahlung weitergegeben. 2004 habe der Angeklagte als Sprachexperte beim FBI in Honolulu angeheuert. In den folgenden sechs Jahren habe er regelmäßig geheime Dokumente kopiert und gestohlen und diese nach China gebracht. Von dort sei er mit Tausenden Dollar Bargeld und teuren Geschenken zurückgekehrt.

In der Mitteilung hieß es weiter, im Frühjahr 2019 habe der Beschuldigte gegenüber einem verdeckten Ermittler des FBI - den er für einen chinesischen Geheimagenten gehalten habe - seine Spionagetätigkeit zugegeben. Wenige Tage vor seiner Festnahme habe er bei einem weiteren Treffen mit einem verdeckten Ermittler Geld für seine frühere Geheimdiensttätigkeit angenommen und seine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, die chinesische Regierung weiter zu unterstützen.

© SZ.de/dpa/jobr
Das Abzeichen des neuen Kommandos "Cyber- und Informationsraum" an einem Barett

Deutschlands Internet-Armee
:Wozu dient die Cyberwehr?

Auch die Bundeswehr kann fremde Netze hacken. Unklar ist bislang jedoch nicht nur, was die "Cyberwehr" darf, sondern auch, was für Deutschland überhaupt sinnvoll ist.

Von Max Muth

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite