Chronologie Terror in Europa - wo Anschläge verübt wurden

Eine Frau trauert nach den Terroranschlägen von Paris im November 2015.

(Foto: dpa)

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA ist es auch in Europa zu mehreren Terrorattacken gekommen - viele Menschen starben. Ein Überblick.

11. März 2004: Bei einer Serie von Sprengstoffanschlägen auf Nahverkehrszüge in Madrid werden 191 Menschen in den Tod gerissen, etwa 1800 werden verletzt. Die Attentäter griffen am frühen Morgen überfüllte Pendlerzüge an. Sie hatten insgesamt zehn Sprengsätze in ihren Rucksäcken versteckt.

7. Juli 2005: Bei nahezu zeitgleichen Selbstmordanschlägen auf Londoner Busse und U-Bahn-Stationen kommen 52 Menschen ums Leben, Hunderte werden verletzt.

31. Juli 2006: Auf dem Kölner Hauptbahnhof werden zwei Kofferbomben in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz deponiert, die aber nicht explodieren. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft verhinderten nur die mangelnden Chemie-Kenntnisse des später verurteilten Attentäters einen Anschlag mit tödlichen Folgen.

Lebenslänglich für den Kofferbomber
Urteil in Düsseldorf

Lebenslänglich für den Kofferbomber

Der Kofferbomber von Köln ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den Libanesen wegen vielfachen versuchten Mordes schuldig.

10. August 2006: Die britische Polizei verhindert nach eigener Darstellung eine Serie von Terroranschlägen auf Flugzeuge und damit einen "Massenmord von unvorstellbarem Ausmaß". Mehrere Verdächtige sollen geplant haben, Sprengstoff in flüssiger Form auf Transatlantikflüge in die USA zu schmuggeln und in der Luft zur Explosion zu bringen. Auf dem Londoner Flughafen Heathrow werden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch verschärft.

30. Juni 2007: Einen Tag nach der Entdeckung von zwei Autobomben in London rast ein Geländewagen in die Abfertigungshalle des Flughafens Glasgow und geht in Flammen auf. Fünf Menschen werden verletzt. Die Behörden rufen die höchste Terroralarmstufe mit der Bezeichnung "kritisch" aus.

11. Dezember 2010: In der Innenstadt von Stockholm detoniert zunächst ein Auto, kurz darauf kommt ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter bei einer weiteren Explosion in der Nähe ums Leben. Zwei Menschen werden verletzt. Medienberichten zufolge deutet ein Bekennerschreiben auf einen islamistischen Hintergrund hin. Die schwedische Polizei geht davon aus, dass die Explosionen nahe der Einkaufsstraße Drottninggatan von einem Einzeltäter verübt wurden.

2. März 2011: Bei einem Mordanschlag am Frankfurter Flughafen erschießt ein islamistischer Attentäter zwei amerikanische Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Im Februar 2012 wird der Täter zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt.

22. Juli 2011: Bei einer Bombenexplosion am Osloer Regierungssitz kommen acht Menschen ums Leben. Auch das Büro des norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg ist von der Explosion betroffen. Stunden nach der Bombenexplosion eröffnet der Rechtsextremist Anders Behring Breivik in einem Jugendlager auf der Insel Utøya nahe Oslo das Feuer. Bei den Anschlägen kommen insgesamt 77 Menschen ums Leben, Breivik wird noch auf der Insel festgenommen.

2. November 2011: Auf die neu bezogene Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris wird ein Brandanschlag verübt. Der Vorfall steht in Verbindung mit dem Abdruck einer Mohammed-Karikatur auf der Titelseite der aktuellen Ausgabe. Die Zeitschrift hatte bereits 2006 Mohammedkarikaturen der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten nachgedruckt. Die Jyllands-Posten und ihr Karikaturist Kurt Westergaard waren im Jahr 2010 selbst das Ziel von Anschlägen.

24. Mai 2014: Ein bewaffneter Mann eröffnet das Feuer im Eingangsbereich des Jüdischen Museums in Brüssel und tötet dabei vier Menschen. Der Täter wird später in Frankreich gefasst und an Belgien ausgeliefert. Er soll mehr als ein Jahr in Syrien an der Seite islamistischer Kämpfer verbracht haben.

Anders Breivik Keine Angst vor der Insel
Utøya

Keine Angst vor der Insel

Vier Jahre nachdem Anders Breivik auf Utøya 69 Menschen umgebracht hat, veranstaltet die Jugend der norwegischen Arbeiterpartei dort wieder ihr Sommerlager - und rechnet mit mehr Teilnehmern denn je.  Von Silke Bigalke

7. Januar 2015: Bei einem Mordanschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris töten zwei islamistische Terroristen 11 Menschen und verletzen mehrere schwer. Auf ihrer Flucht bringen sie einen Polizisten um. Die Männer bekennen sich zu al-Qaida im Jemen. Zwei Tage später erschießen Sicherheitskräfte die Täter bei einer Razzia nördlich von Paris.

8. Januar 2015: Im Süden von Paris wird eine Polizistin von einem schwerbewaffneten Terrorist erschossen. Am Tag danach überfällt er einen jüdischen Supermarkt im Osten der Stadt und tötet vier Menschen. Der Attentäter wird bei dem Sturm auf den Supermarkt erschossen. Zuvor hatte er sich zum sogenannten Islamischen Staat bekannt und den Anschlag mit dem Attentat auf Charlie Hebdo am Tag zuvor in Verbindung gebracht.

14. Februar 2015: Ein Islamist erschießt einen Menschen bei einer Diskussionsveranstaltung in Kopenhagen zum Thema Meinungsfreiheit. im Anschluss tötet er den jüdischen Wachmann einer Synagoge. Der Attentäter wird wenig später von der Polizei gestellt und erschossen.

Ein Jahr nach Charlie Hebdo - Paris gedenkt der Opfer

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21. August 2015: In einem Schnellzug von Amsterdam nach Paris schießt ein islamistischer Terrorist mit einem Schnellfeuergewehr um sich und verletzt mehrere Menschen. Der Attentäter wird von Passagieren überwältigt. Er war in Brüssel zugestiegen.

13. November 2015: Bei einer Serie von koordinierten Angriffen töten islamistische Attentäter 130 Menschen in Paris. Hunderte weitere werden verletzt. Zu den Anschlägen bekennt sich der sogenannte Islamische Staat. Wenige Tage später wird der mutmaßliche Planer der Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, bei einer Razzia in Paris getötet. Die Ermittlungen führen nach Belgien, wo im März 2016 der mutmaßliche Terrorhelfer Salah Abdeslam festgenommen wird.

Ermittler finden Bombe in Brüsseler Wohnung

+++ Mindestens 34 Tote und mehr als 200 Verletzte +++ Razzien in ganz Belgien +++ Spontane Gedenkkundgebung in der Brüsseler Innenstadt +++ Terrormiliz IS behauptet, für Anschläge verantwortlich zu sein +++ Von Oliver Klasen, Dominik Fürst und Felicitas Kock mehr...