Österreich Christchurch-Attentäter spendete Geld an "Identitäre"

Eine Fahne der "Identitären Bewegung" mit dem griechischen Buchstaben Lambda, ihrem Symbol.

(Foto: dpa)
  • Die Wohnung des Sprechers der rechtsextremen "Identitären Bewegung" in Österreich ist im Zusammenhang mit dem Christchurch-Attentat durchsucht worden.
  • Der tatverdächtige Australier hatte der Bewegung 2018 Geld gespendet.
  • Der Sprecher erklärt, es gehe um den Verdacht auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Im Zusammenhang mit dem Attentat von Christchurch ist die Wohnung des Sprechers der rechtsextremen "Identitären Bewegung" in Österreich, Martin Sellner, durchsucht worden. Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums in Wien. Aus ermittlungstaktischen Gründen hat die Staatsanwaltschaft zunächst keine Details herausgegeben.

Nach Angaben von Sellner selbst war der Grund für die Hausdurchsuchung offenbar eine Spende des Tatverdächtigen von Christchurch an die "Identitären" von Anfang 2018.

Sellner äußerte sich in einem selbst gedrehten Video. Demnach seien sämtliche Datenträger und Bankomatkarten wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung beschlagnahmt worden. Er habe aber mit dem Massaker in Neuseeland nichts zu tun.

Für die Spende des Tatverdächtigen bot Sellner eine überraschende Erklärung. Der 28-jährige Australier habe mit seiner "unverhältnismäßig hohen Spende" der Bewegung schaden wollen. "Er wollte mich damit in die Sache hineinziehen." Den Betrag werde er einer karitativen Einrichtung spenden, so Sellner.

Terrorismus "Wir sind nicht gebrochen"
Terror in Neuseeland

"Wir sind nicht gebrochen"

Über eine Woche der Trauer und des Aufbegehrens, in der Frauen und Männer in Christchurch zeigen, was das sein kann: die Mitte der Gesellschaft.   Von Roman Deininger, Christchurch

Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch am 15. März waren während der Freitagsgebete 50 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft, ihm droht wegen vielfachen Mordes lebenslange Haft.

Die "Identitären" wenden sich unter anderem gegen "unkontrollierte Massenzuwanderung", Migranten bezeichnen sie als "Invasoren". Der Attentäter von Christchurch wiederum hatte in seinem Manifest von einem "großen Austausch" geschrieben - eine Formulierung, die viele Rechtsextreme ebenfalls verwenden. Darin hatte er auch auf Österreich Bezug genommen und auf eine Bewegung hingewiesen, die dort beginnen würde.

Medienberichten zufolge war er außerdem im November 2018 durch das Land gereist, möglicherweise um Orte berühmter Schlachten zu besuchen - etwa Wien. Auf einer seiner Waffen war der Name des Kommandanten Ernst Rüdiger von Starhemberg zu lesen, der die Stadt Wien während der zweiten Türkenbelagerung 1683 erfolgreich verteidigt hatte.

Christchurch Weltweite Trauer um Opfer von Christchurch Video

Bewegende Zeremonien

Weltweite Trauer um Opfer von Christchurch

In Köln, London und Sydney versammelten sich Menschen, um der 50 Todesopfer zu gedenken und deren Angehörigen ihr Mitgefühl zu bekunden.