Es ist der 23. Mai 1994. Auf einer schmalen Brücke über den Huai-Fluss lehnt sich eine Gruppe chinesischer Regierungsbeamter und Parteikader über das Geländer. Unter ihnen schiebt sich eine stinkende schwarze Brühe vorbei, überzogen mit weißem Schaum, zäh wie Sojasoße. Millionen Menschen hatten ähnliche Szenen schon Monate zuvor im Staatsfernsehen gesehen. Jetzt stehen die Verantwortlichen selbst am Fluss. Am nächsten Morgen kommen sie in einer Stadt flussabwärts zusammen. Dort soll etwas entstehen, das es in China so noch nie gegeben hat: ein Regelwerk, das der industriellen Entwicklung Grenzen setzt und sie an die natürlichen Möglichkeiten des Flusses bindet.
KlimapolitikChinas grüne Revolution von oben
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Die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt vergiftete Flüsse, ließ Städte im Smog versinken – und nahm die Klimakrise dann so ernst, dass sie sich neu erfand. Jetzt steht China vor der nächsten Hürde.
Von Lea Sahay, Peking

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