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China:US-Präsident will notfalls alleine gegen Nordkorea vorgehen

  • Vor seinem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping fordert US-Präsident Donald Trump mehr Druck aus Peking auf Nordkorea.
  • Andernfalls würden die USA alleine gegen das Regime in Pjöngjang vorgehen.
  • Den USA bereitet vor allem das Atomwaffenprogramm Nordkoreas Sorgen.

Vor dem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf China, gemeinsam gegen Nordkorea vorzugehen. China habe großen Einfluss auf Nordkorea. Es werde den USA entweder mit Nordkorea helfen oder nicht. "Wenn sie es tun, ist das sehr gut für China, und wenn sie es nicht tun, ist es für niemanden gut", sagte Trump der Financial Times.

Auf die Frage, welche Anreize er China dafür bieten werde, antwortete Trump: "Handel ist der Anreiz. Es geht um Handel." Im Zweifelsfall seien die USA auch auf einen Alleingang gegen Nordkorea vorbereitet. Wenn China nicht in der Lage sei, das Problem zu lösen, dann würden die USA es tun, sagte Trump.

Den USA bereitet vor allem das Atomwaffenprogramm Nordkoreas Sorgen. Vize-Sicherheitsberaterin Kathleen Troia McFarland sagte der Zeitung, es sei möglich, dass Nordkorea bis zum Ende der ersten Amtszeit Trumps über mit Atomwaffen bestückbare Raketen verfüge, welche die USA erreichen könnten.

Nordkorea treibt ungeachtet aller UN-Resolutionen sein Atomprogramm voran. Bisher hat das Land fünf Atomtests unternommen. China ist einer der wenigen Verbündeten der Regierung in Pjöngjang. Die Volksrepublik hat in der Vergangenheit zwar einige Schritte unternommen, um den ökonomischen Druck auf Nordkorea zu erhöhen. Doch mit weiteren Maßnahmen hielt sich das Land bisher zurück.

Einem Regierungsvertreter zufolge arbeiten Trumps Sicherheitsberater derzeit an einem Bericht, der die Optionen der USA darstellt, um das Atomprogramm Nordkoreas einzudämmen. Darin seien eine Reihe von wirtschaftlichen und militärischen Maßnahmen enthalten, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Der Schwerpunkt liege jedoch darauf, neue Sanktionen zu erlassen und verstärkten Druck auf China auszuüben. Der US-Präsident trifft Xi Jinping diese Woche in Florida.

Trump lobt die EU

In dem Zeitungsinterview mit der Financial Times lobte Trump zudem die Europäische Union für ihre Reaktion auf das Brexit-Votum. Er habe nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt zunächst gedacht, dass weitere Länder folgen würden, "aber ich glaube wirklich, dass die Europäische Union die Kurve kriegt". Seit dem überraschenden Votum der Briten habe die Europäische Union "sehr gute Arbeit" geleistet, die Mitgliedstaaten "wieder zusammenzuführen". Er rechne damit, dass die Brexit-Verhandlungen für beide Seiten gut ausgehen würden.

Die neuen Äußerungen des US-Präsidenten stehen im Widerspruch zu einem Interview, das er vor seiner Amtseinführung im Januar den Zeitungen Bild und The Times gegeben hatte. Darin hatte er den Brexit als "großartige Sache" bezeichnet und erklärt, er rechne damit, dass weitere EU-Staaten dem Vorbild Großbritanniens folgen würden. Neun Monate nach dem Brexit-Referendum hat die britische Regierung am vergangenen Mittwoch offiziell den Antrag auf Austritt aus der EU gestellt. Damit beginnt ein zweijähriger Verhandlungsprozess über die Entflechtung der Beziehungen zwischen London und der EU.

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