Der Zeitpunkt, an dem Xi Jinping, Chinas mächtigster Führer seit Mao Zedong, aus seinen globalen Ambitionen keinen Hehl mehr machte, lässt sich genau festmachen: Es war Ende 2017, zu Beginn von Xis zweiter Amtszeit als KP-Parteichef. Damals verkündete Xi seinen Parteigenossen und Landsleuten eine "neue Ära". China werde nun "ins Zentrum der Weltbühne" treten, sagte er. Eine wirtschaftliche Supermacht war China da schon lange, aber bis dahin eine diplomatisch passive. Xi Jinpings Auftritt markierte das Ende einer jahrzehntelangen internationalen Zurückhaltung. Er kündigte der Welt ein Mitbringsel an: Sie dürfe sich nun auf "die Weisheit Chinas" freuen.
Chinas Strategie:Xi Jinpings Traum von einer neuen Weltordnung
Lesezeit: 3 min
"Peking wird Moskau nicht im Stich lassen": Seit Jahren veranstalten China und Russland gemeinsame Militärmanöver - hier in der Baikal-Region.
(Foto: Vadim Savitsky/imago/ITAR-TASS)China misstraut dem großen Nachbarn im Norden. So war das schon immer. Doch jetzt könnte Russland als Partner ganz nützlich werden. Und auf zwei Länder in Europa schielt Peking besonders.
Von Kai Strittmatter
SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Familie
Wenn nichts mehr hilft
Russland
"Frieden und Frieden und Frieden"
Hauptbahnhof Stuttgart
Überirdisch schön
Psychologie
"Eine akkurate Selbsteinschätzung dient unserem Wohlbefinden"
Psychologie
Wie man im Alter geistig fit bleibt