Eigentlich war es ein guter Job. Eine Stelle bei einer Bank in Peking, mit ordentlichem Gehalt. In einer Zeit, in der die Flaute viele junge Leute zwingt, die Großstädte zu verlassen. Doch dann gab es diese Vorschrift: Die junge Frau musste ihren Reisepass bei ihrem Arbeitgeber hinterlegen. Eine Begründung dafür nannte die Bank nicht. Die Frau beschreibt sich selbst als unbedeutende Angestellte ohne Zugang zu relevanten Unternehmensinformationen oder Kundendaten. Trotzdem gibt es für sie keinen Wochenendtrip nach Japan, auch keinen Urlaub in Europa mit ihrem Mann und ihrem Kind. „Kündigen zu müssen, um ins Ausland zu reisen, ist doch verrückt“, sagt sie.
Internationale BeziehungenChinas stille Grenzschließung
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Immer mehr Chinesen müssen ihren Pass bei Behörden oder Arbeitgebern abgeben. Offiziell geht es um Korruptionsbekämpfung und nationale Sicherheit. Doch die Regeln treffen längst auch Lehrer, Ärzte und ganz normale Angestellte.
Von Lea Sahay, Peking

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