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Neues Coronavirus:China riegelt im Kampf gegen Virus Wuhan ab

  • Von Donnerstagmorgen an werden der Flughafen sowie Bahnhöfe in der chinesischen Stadt Wuhan geschlossen. Auch der Nahverkehr wird ausgesetzt.
  • Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation hat diese Kappung der Transportwege als eine "sehr, sehr starke Maßnahme" gelobt.
  • In der Provinz Hubei, in der sich Wuhan befindet, sollen bis Mittwochmittag 17 Todesfälle registriert worden sein.

Wegen des Corona-Virus wird die zentralchinesische Elf-Millionen-Metropole Wuhan von Donnerstagmorgen an unter eine Art Quarantäne gestellt: Chinesischen Medien zufolge werden alle wichtigen Verkehrsverbindungen gekappt. In Wuhan war die Lungenerkrankung zuerst nachgewiesen worden. Der Flughafen sowie Bahnhöfe würden gesperrt, Bus-, U-Bahn und Fährenverbindungen ausgesetzt, berichtete das staatliche Fernsehen. Die Bürger wurden gebeten, die Stadt nur unter besonderen Umständen zu verlassen.

Zudem wurden die Menschen aufgefordert, nur noch mit Schutzmasken in die Öffentlichkeit zu gehen. Wer in Hotels, Restaurants, Einkaufszentren oder Parks keine Maske trage, werde bestraft, berichtete die Zeitung China Daily. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat die Kappung der Transportwege in Wuhan als eine "sehr, sehr starke Maßnahme" gelobt. Dies zeige die Bereitschaft der chinesischen Behörden, die Risiken für das In- und Ausland zu minimieren. Die WHO rief trotz der rasanten Zunahme von nachgewiesenen Infektionen mit dem neuen Virus vorerst keine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus. Der Notfallausschuss, der die WHO berät, sah dafür am Mittwoch keinen Anlass, will aber am Donnerstag erneut tagen.

Die Zahl der Toten durch das neue Coronavirus ist nach offiziellen chinesischen Angaben weiter gestiegen. In der Provinz Hubei, in der sich die Stadt Wuhan befindet, seien bis Mittwochmittag 17 Todesfälle registriert worden, berichtete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf örtliche Behörden. Bis Donnerstag wurde das Virus bei 571 Menschen nachgewiesen, wie die chinesische Gesundheitsbehörde berichtete. Darunter sind demnach 95 schwere Fälle, die alle in der Provinz Hubei mit der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan liegen.

Das Virus hat sich von Wuhan auf weitere Städte ausgeweitet, darunter Peking, Shanghai, Macau und Hongkong. Auch im Ausland sind Fälle des Virus nachgewiesen worden, das eine Lungerkrankung auslöst. In Thailand sind vier Erkrankte registriert worden, in den USA, Taiwan, Südkorea und Japan jeweils einer. In Mexiko wurde am Mittwoch ein Verdachtsfall geprüft. Das Robert-Koch-Institut schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland gegenwärtig als gering ein.

Die britische Regierung ruft ihre Bürger dazu auf, auf alle nicht zwingenden Reisen nach Wuhan zu verzichten. Der Schritt gehe auf die neuesten medizinischen Erkenntnisse und Empfehlungen der chinesischen Behörden zurück, erklärte das Außenministerium in London.

© SZ.de/rtr/aner/jsa
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