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Neues Coronavirus:Öffentliche Neujahrsfeiern in Peking abgesagt

  • Nach der Abriegelung der zentralchinesischen Metropole Wuhan am Donnerstagmorgen werden zwei weitere Städte praktisch unter Quarantäne gesetzt.
  • Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation hat diese Kappung der Transportwege als eine "sehr, sehr starke Maßnahme" gelobt.
  • In der Provinz Hubei, in der sich Wuhan befindet, sollen bis Mittwochmittag 17 Todesfälle registriert worden sein.

Nach der Elf-Millionen-Metropole Wuhan stellt China nun zwei weitere Städte wegen des Corona-Virus unter Quarantäne. Wie die New York Times berichtet, sollen die Behörden nun auch die Sieben-Millionen-Stadt Huanggang und Ezhou mit etwa einer Million Bewohner abgeriegelt haben. Die beiden Städte befinden sich knapp 50 Kilometer östlich von Wuhan, wo die Lungenerkrankung zuerst nachgewiesen worden war.

In Wuhan wurden am Donnerstagmorgen der Flughafen sowie Bahnhöfe gesperrt, Bus-, U-Bahn- und Fährverbindungen wurden ausgesetzt, berichtete das staatliche Fernsehen. Die Bürger wurden gebeten, die Stadt nur unter besonderen Umständen zu verlassen. Wie die New York Times berichtet, sollen auch in Huanggang öffentliche Verkehrsmittel komplett gestoppt werden. Einwohner sollen die Stadt nur noch mit spezieller Genehmigung verlassen dürfen. In Ezhou seien alle Bahnhöfe geschlossen worden. Damit sind nun fast 20 Millionen Chinesen von der Abriegelung betroffen.

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Um die Ausbreitung einzudämmen, sagten die Behörden in der chinesischen Hauptstadt Peking öffentliche Großveranstaltungen zum Neujahrsfest ab. Wie die staatliche Zeitung Beijing News berichtete, sollen darunter auch zwei sehr bekannte Tempelfeste sein, die üblicherweise anlässlich der chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten ausgerichtet werden.

Zudem wurden die Menschen aufgefordert, nur noch mit Schutzmasken in die Öffentlichkeit zu gehen. Wer in Hotels, Restaurants, Einkaufszentren oder Parks keine Maske trage, werde bestraft, berichtete die Zeitung China Daily. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat die Kappung der Transportwege in Wuhan als eine "sehr, sehr starke Maßnahme" gelobt. Dies zeige die Bereitschaft der chinesischen Behörden, die Risiken für das In- und Ausland zu minimieren. Die WHO rief trotz der rasanten Zunahme von nachgewiesenen Infektionen mit dem neuen Virus vorerst keine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus. Der Notfallausschuss, der die WHO berät, sah dafür am Mittwoch keinen Anlass, will aber am Donnerstag erneut tagen.

Die Zahl der Toten durch das neue Coronavirus ist nach offiziellen chinesischen Angaben weiter gestiegen. In der Provinz Hubei, in der sich die Stadt Wuhan befindet, seien bis Mittwochmittag 17 Todesfälle registriert worden, berichtete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf örtliche Behörden. Bis Donnerstag wurde das Virus bei 571 Menschen nachgewiesen, wie die chinesische Gesundheitsbehörde berichtete. Darunter sind demnach 95 schwere Fälle, die alle in der Provinz Hubei mit der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan liegen.

Das Virus hat sich von Wuhan auf weitere Städte ausgeweitet, darunter Peking, Shanghai, Macau und Hongkong. Auch im Ausland sind Fälle des Virus nachgewiesen worden, das eine Lungenerkrankung auslöst. In Thailand sind vier Erkrankte registriert worden, in den USA, Taiwan, Südkorea und Japan jeweils einer. In Mexiko wurde am Mittwoch ein Verdachtsfall geprüft. Das Robert-Koch-Institut schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland gegenwärtig als gering ein.

© SZ.de/rtr/aner/thba/jsa
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