Antisemitismus in ChinaJudenhass, der Peking nützt

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In sozialen Medien in China werden judenfeindliche Beiträge millionenfach geteilt. Aus dem Netz schwappt der Antisemitismus auch in den Alltag.
In sozialen Medien in China werden judenfeindliche Beiträge millionenfach geteilt. Aus dem Netz schwappt der Antisemitismus auch in den Alltag. (Foto: Ng Han Guan/AP)

Soziale Medien verbreiten immer mehr Verschwörungstheorien, Nutzer sprechen plötzlich von „jüdischem Kapital“:  China erlebt eine Welle des Antisemitismus. Das ist im Sinne der Regierung.

Von Lea Sahay, Peking

Wer auf Douyin, der chinesischen Version von Tiktok, das Wort „Juden“ sucht, findet ein Video mit dem Titel: „Warum hasst die ganze Welt die Juden?“ Elf Minuten, als Geschichtsdokumentation getarnt. Juden hätten ihre Zahl stetig vergrößert und sich über andere erhoben, heißt es dort. Sie hätten Deutschland den Ersten Weltkrieg finanziert und später aus Rache den britischen Kampf gegen die Nazis. Der Holocaust spielt in dem Beitrag keine Rolle. Stattdessen laufen brutale Szenen aus dem Gazastreifen. Die Antwort auf die Ausgangsfrage, warum Juden verhasst seien, liefert eine Stimme aus dem Off. Juden seien „größtenteils selbst Schuld“.

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