Süddeutsche Zeitung

Chile:Fujimori wird an Peru ausgeliefert

Chile wird den ehemaligen Präsidenten Perus an sein Heimatland ausliefern. Fujimori werden schwere Menschenrechtsverletzungen und Korruption zur Last gelegt.

Das oberste chilenische Gericht ordnete die Auslieferung des früheren peruanischen Staatspräsidenten Alberto Fujimori an Peru an. Eine Berufung gegen das Urteil ist nicht mehr möglich. Das Gericht billigte sieben von 13 Anklagepunkten gegen Fujimori wegen Menschenrechtsvergehen und Korruption.

Sie beziehen sich auf seine Amtszeit von 1990 bis 2000 in Peru. Dort wird Fujimori unter anderem eine Verwicklung in den Tod von neun Studenten und eines Professors 1993 und in den Tod von 15 Menschen in einem Arbeiterviertel von Lima 1991 vorgeworfen.

Richter Alberto Chaigneau erklärte, das Strafrechtsgremium des Gerichts sei sich schneller als erwartet einig geworden. Die Richter hätten zwei Anklagen wegen Menschenrechtsvergehen und fünf wegen Korruption gebilligt. Fujimori solle nun so schnell wie möglich ausgeliefert werden. Er hat alle Vorwürfe als politisch motiviert zurückgewiesen. Das Auslieferungsabkommen zwischen Chile und Peru sieht einen Vollzug des Beschlusses innerhalb von drei Monaten vor.

Der 68-Jährige Fujimori steht in der Nähe von Santiago unter Hausarrest. Er war im November 2000 unter dem wachsenden Druck von Korruptionsvorwürfen zunächst von Peru nach Japan geflohen, wo seine Vorfahren lebten.

Um ein politisches Comeback in Peru zu versuchen, flog er im November 2005 nach Chile, wo er auf Grund eines internationalen Haftbefehls vorübergehend festgenommen wurde. Er besitzt sowohl die peruanische als auch die japanische Staatsbürgerschaft.

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AP/AFP/Reuters
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