Chile ist seit Jahrzehnten wirtschaftlich stabil, große Ungleichheiten bestehen aber weiter. "Die Leute gehen demonstrieren, weil sie denken, dass die Regierung sich mehr um die Wohlhabenden kümmert", sagt Patricio Navia, Professor für lateinamerikanische Studien an einer New Yorker Universität. "Sozialprogramme helfen den sehr Armen, aber der Rest der Bevölkerung muss sehen, wo er bleibt: Sie sind nicht arm genug, um Regierungssubventionen zu erhalten, und nicht reich genug, um Steuergutschriften zu bekommen. Sie revoltieren, um sich Gehör zu verschaffen", sagt der Forscher.

Setzen sich die gewalttätigen Proteste fort, könnte auch die UN-Klimakonferenz in Chile vom 2. bis zum 13. Dezember beeinträchtigt werden. Zu dem Treffen reisen mehrere tausend Diplomaten, Aktivisten und Journalisten aus aller Welt nach Santiago.

Bild: AP 22. Oktober 2019, 00:312019-10-22 00:31:37 © SZ.de/dpa/AP/aner/lalse