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Charlottesville:"Bedrohung unserer Demokratie"

Die republikanischen Senatoren Marco Rubio (Florida) und Cory Gardner (Colorado) forderten, der Präsident müsse die Ausschreitungen deutlich als Werk der Rechten verurteilen: "Es ist sehr wichtig für die Nation zu hören, dass der Präsident die Ereignisse in Charlottesville als das beschreibt, was sie sind, eine Terrorattacke von weißen Rassisten", sagte Rubio. Und Gardner betonte: "Mr. President - wir müssen das Böse bei seinem Namen nennen. Das waren weiße Rassisten und das war heimischer Terrorismus."

Trump würde die Bedrohung durch weiße, rassistische Gewalt herunterspielen, sagte Richard Cohen, Präsident der Bürgerrechtsorganisation "Southern Poverty Law Center". "Diese faschistische Bewegung bedroht uns nicht nur mit extremer Gewalt, sie bedroht auch unsere Demokratie", so Cohen weiter. Auch wenn Trump das Land zur Einheit aufrufe, wolle er nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dass er an seiner Spaltung mit Schuld sei.

In Charlottesville trugen Dutzende Rechtsextreme rote Baseballkappen mit Trumps Wahlkampfslogan "Make Amerika Great Again". Als er bei der Pressekonferenz, die er auf seinem Golfplatz in New Jersey hielt, von einem Reporter gefragt wurde, ob er die Unterstützung von weißen Nationalisten wolle, gab Trump keine Antwort.

Videoaufnahmen zeigen, wie das Auto in Charlottesville in die Menschengruppe fährt. Zu sehen ist, wie sich nach der Auflösung der Demo Gegendemonstranten offenbar auf den Heimweg machen. Drei Autos versuchen die Menschenmenge zu durchqueren, als plötzlich eines von ihnen stark beschleunigt und in die Fußgänger rast. Angefahrene Menschen werden durch die Luft geschleudert und stürzen zu Boden. Andere versuchen zu fliehen, Panik bricht aus.

Als das Auto mit hoher Geschwindigkeit zurücksetzt, trifft es noch mehr Menschen. Zeugen berichten, das Auto sei augenscheinlich absichtlich in die Menge mit den Demonstranten gefahren. Der Fahrer des Wagens, der 20-jährige James Alex Fields Jr. aus Ohio, wurde festgenommen. Inzwischen hat die US-Bundespolizei FBI den Fall von der örtlichen Polizei übernommen und ermittelt wegen möglicher Verstoße gegen Bürgerrechtsgesetze. Justizminister Jeff Sessions sagte die volle Unterstützung seines Ministerium zu.

Die Nachrichtenseite ProPublica gibt auch der Polizei Schuld an der Gewalteskalation in Charlottesville. Sie sei zu lange nicht eingeschritten. Die Beamten seien in Kampfmontur schweigend daneben gestanden und hätten lange nur zugesehen, wie die beiden Gruppen aneinander gerieten.

"Geht heim. Ihr seid hier unerwünscht"

Virginias demokratischer Gouverneur Terry McAuliffe rief bereits am Samstagvormittag den Notstand aus. Er sagte, er sei "abgestoßen von dem Hass, dem Fanatismus und der Gewalt". McAuliffe zufolge waren die meisten gewalttätigen Demonstranten extra von auswärts angereist. "An alle weißen Rassisten und Nazis, die heute nach Charlottesville gekommen sind: Geht heim. Ihr seid hier in dieser großartigen Gemeinschaft nicht erwünscht", sagte McAuliffe.

In vielen US-Städten wie New York und Atlanta trafen sich am Samstagabend Menschen, um der Toten und Verletzten von Charlottesville zu gedenken. Zudem wurden vielerorts Spenden gesammelt, um die medizinischen Kosten der Opfer zu decken.