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CDU-Vorsitz:Auf dem Weg zum Finale von Hamburg

Bislang zeichnet sich ein absolut offenes Rennen zwischen Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer ab. Ob Jens Spahn noch eine echte Chance bekommt, hängt maßgeblich davon ab, ob die Konkurrenz noch schwächelt.

Festlegungen gibt es bislang kaum. Jedenfalls öffentlich haben sich viele Landesverbände und Vereinigungen darauf verständigt, vor den Regionalkonferenzen nichts zu sagen, um die Debatten an der Basis nicht zu belasten.

Ausnahmen gibt es, dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um Unterstützungen für Annegret Kramp-Karrenbauer. Der saarländische Landesverband hat sich komplett hinter ihre Kandidatur gestellt und hilft ihr auch logistisch.

Nicht viel anders liegen die Dinge bei der Frauen-Union. Auch diese unterstützt komplett die Saarländerin. Über AKK ist zur Zeit in Berlin ohnehin zu hören, sie zeige in internen Gesprächen durchaus deutlich, wie sehr sie zum Kämpfen bereit sei. Ihre Botschaft sei, so berichten es Gesprächspartner, dass man sich nach der Merkel-Zeit jetzt nicht die Butter vom Brot nehmen lasse.

Das deutet immerhin an, dass der Wettstreit um die CDU-Spitze im Jahr 2018 am Ende nicht nur über Inhalte, Leidenschaft und Glaubwürdigkeit der Bewerber entschieden wird, sondern über die Geschlechterfrage. Dabei ist zu hören, dass im Augenblick die Frauen in der CDU besonders gut organisiert sind.

Für die Kandidaten wird das in den kommenden Wochen anstrengend und herausfordernd. Der CDU aber bietet es die Chance, als Partei mit ihren Kandidaten, ihren Positionen, ihrer Suche nach dem richtigen Kurs wieder fürs Publikum erkennbar zu werden.

Endet die Sache nicht im Streit, sondern in der Klärung zentraler Positionen, dann könnten die Wochen bis zum Parteitag wie ein Jungbrunnen wirken. Gelingt es gar, den seit drei Jahren schwelenden Streit um die Flüchtlingspolitik durch eine neue Führung zu befrieden, steigen die Chancen, der AfD mit einer neuen Geschlossenheit und Leidenschaft entgegenzutreten.

Das, so heißt es überall in der Partei, wäre ein besonders gutes Ergebnis des Wettstreits. Und so sucht die CDU nun also diejenige oder denjenigen, der dafür die besten Chancen bietet.

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