CDU-Vorsitz Die großen Fragen

Wenn sich die Basis der CDU in den kommenden Wochen treffen wird, dann dürften neben allen Profilierungsversuchen der Kandidaten ein paar zentrale Fragen und Sorgen der Menschen im Zentrum stehen. Zuvorderst die Frage der Migration und der Integration. Kein Thema hat die Union so erschüttert, bei keinem anderen Thema wünschen sich Mitglieder und Funktionäre eine klare Antwort.

Dabei geht es nicht nur um die Frage, welche Entscheidung im Sommer 2015 richtig war und welche falsch. Viel wichtiger wird sein, wie die Kandidaten die Aufgabe der Integration lösen wollen; wie sie die Migrationsfrage insgesamt einschätzen und wie sie - besonders wichtig - mit straffälligen, gewalttätigen Asylbewerbern umgehen möchten.

Ein zweites Großthema ist die Frage, wie sich die Kandidaten eine moderne christdemokratische Sozialpolitik vorstellen. Welche Antworten haben sie auf die Not Alleinerziehender? Welche Pläne haben sie zur Entlastung der Mittelschicht? Wie stehen sie zur Zukunft von Hartz IV?

Eng damit verknüpft, stellt sich eine dritte Frage: Wie wollen sie es schaffen, dass die Menschen wieder Vertrauen in die Lösungskompetenz von Parteien und Regierungen fassen? Muss der Staat vor größeren Steuerentlastungen erst mal wieder gestärkt werden und also liefern - zum Beispiel in den Schulen, bei der Ausstattung der Polizei, bei der Stärkung von Gerichten, Justiz und Rechtsstaat?

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Und schließlich: Wie wollen die Kandidaten Europa tatsächlich zu dem machen, was es nach Sonntagsreden der Christdemokraten sein soll: "Unsere Zukunft"? Wer hat Ideen, wer hat Leidenschaft?

Dazu gesellt sich ganz selbstverständlich die letzte große Frage: Welche Rolle soll Deutschland in der Welt der Trumps, Putin, Erdogans einnehmen? Und welchen Preis ist man dafür zu zahlen bereit, finanziell und politisch?