Die Kandidaten für die Nachfolge der scheidenden CDU-Vorsitzenden Angela Merkel sollen sich der Parteibasis offenbar auf Regionalkonferenzen vorstellen. Vor dem Wahlparteitag Anfang Dezember will die Parteiführung mehrere solcher Konferenzen organisieren. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der CDU-Spitze. Auf Nachfrage wollte ein Parteisprecher dies nicht bestätigen.
Unklar ist dem dpa-Bericht zufolge noch, wie viele Konferenzen es geben solle. Dies werde auf einer am Nachmittag beginnenden zweitägigen Klausurtagung des Parteivorstands entschieden.
Zu den Regionalkonferenzen sollen alle Parteimitglieder eingeladen werden. In den vergangenen Tagen war in der CDU-Spitze darüber diskutiert worden, ob möglicherweise nur die 1001 Delegierten kommen dürfen, die beim CDU-Parteitag in Hamburg über Merkels Nachfolge entscheiden können. Regionalkonferenzen in allen CDU-Landesverbänden seien angesichts der verbleibenden nur noch fünf Wochen bis zu dem Delegiertentreffen unrealistisch - deshalb sollen die Konferenztermine nun gebündelt werden.
Organisatorische Änderungen in der CDU-Zentrale
Merkel hatte nach den schweren Verlusten der Union bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessenn angekündigt, beim CDU-Parteitag nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren - nach 18 Jahren an der Spitze. Kanzlerin will sie aber bis zum Ende der Legislaturperiode bleiben, also bis 2021, falls die Koaltion hält.
Bislang haben drei prominente CDU-Politiker ihre Kandidatur angemeldet, denen ernsthafte Chancen eingeräumt werden, Merkel als Parteivorsitzende zu beerben: Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Zudem kandidieren noch drei weitgehend unbekannte CDU-Mitglieder.
CDU-Vizechefin Julia Klöckner äußerte sich angesicht der geplanten Regionalkonferenzen positiv. "Das ist ein motivierendes und mobilisierendes Element für CDU", schrieb sie auf Twitter.
Wegen der Kandidatur von Kramp-Karrenbauer gibt es in der CDU-Zentrale organisatorische Änderungen. Nach Informationen der dpa aus Parteikreisen werden die Zuständigkeiten für die Social-Media-Kanäle etwa auf Facebook oder bei Twitter zwischen Kramp-Karrenbauer und der Partei klar getrennt. Gleiches gilt für weitere Internetauftritte. Zudem gibt die Generalsekretärin den Vorsitz der Antragskommission für den Parteitag im Dezember ab.
Zu den Änderungen gehört auch, dass die Pressekonferenzen nach den Gremiensitzungen der Partei künftig nicht mehr wie bisher üblich von der Generalsekretärin absolviert werden. Schon an diesem Montag wird Merkel über die Ergebnisse der Vorstandsklausur informieren. Mit der Neuordnung in der Parteizentrale soll nach diesen Informationen auch sichergestellt werden, dass bei einem Erfolg Kramp-Karrenbauers möglichen Anfechtungen einer Wahl der Boden entzogen wird. Kramp-Karrenbauer hat nach demnach bereits am Mittwoch in der Parteizentrale eine Mitarbeiterversammlung einberufen und deutlich gemacht, dass das Haus zur Neutralität verpflichtet sei.

